Bonn in der Champions League

Telekom Baskets müssen gegen Saloniki gewinnen

Zurück an die Arbeit: Nach dem Ausflug zum Allstar Day bekommen es (von links) Julian Gamble (mit Söhnchen Jay), Josh Mayo, Yorman Polas Bartolo, TJ DiLeo und Teambetreuer Bogdan Suciu im europäischen Wettbewerb mit Aris Saloniki zu tun.

Zurück an die Arbeit: Nach dem Ausflug zum Allstar Day bekommen es (von links) Julian Gamble (mit Söhnchen Jay), Josh Mayo, Yorman Polas Bartolo, TJ DiLeo und Teambetreuer Bogdan Suciu im europäischen Wettbewerb mit Aris Saloniki zu tun.

BONN. Wollen die Telekom Baskets weiter europäisch spielen, müssen sie gegen Aris Saloniki gewinnen. Nicht dabei helfen kann Nemanja Djurisic, der wegen einer Handverletzung drei bis vier Wochen ausfällt.

Es wird ernst: Für die Telekom Baskets Bonn steht die zweite entscheidende Partie innerhalb einer Woche an. Nachdem das erste Alles-oder-nichts-Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven am vergangenen Donnerstag hinsichtlich Leistung und Ergebnis enttäuschend verlief, haben die Bonner am Mittwoch (20 Uhr) die Chance, es in der Champions League besser zu machen.

Der Strohhalm, nach dem die Baskets greifen wollen, heißt Aris Saloniki. Das uninspirierte 75:86 gegen Bremerhaven kostete die Baskets das Pokalticket, eine Niederlage gegen die Griechen könnte schon das Aus im europäischen Wettbewerb bedeuten. Aber so weit ist es noch nicht. Baskets-Cheftrainer Predrag Krunic, der nach ein paar freien Tagen für die einen und dem Trip zum Allstar Day für die anderen am Sonntagabend wieder zum Training bat, ist optimistisch. „Wir haben in Griechenland ein richtig gutes Spiel gemacht, gegen ein wirklich gutes Team. Und jetzt spielen wir zu Hause“, sagt er.

Der 75:69-Erfolg in Thessaloniki war die positive Überraschung der bisherigen Bonner Europa-Saison, die ansonsten von knappen Niederlagen geprägt war. Neben der Partie gegen Saloniki stehen noch die Spiele in Nanterre und Istanbul sowie gegen Avellino aus. Mit Siegen gegen Aris und Avellino (Hinspiel 69:61 für Bonn) sähe die Tabelle schon etwas freundlicher aus.

Wenn die Baskets dann noch einen Sieg aus den schwierigeren Spielen in Nanterre und Istanbul „klauen“ könnten, wären sie wohl weiter auf europäischem Parkett unterwegs. Wenn nicht in der Champions League, dann doch zumindest in der Europe League, in die der Fünfte und Sechste der Hauptrundentabelle absteigen.

Allerdings kommen da andere Griechen als diejenigen, die Bonn im Hinspiel schlagen konnte. Im Aris-Kader hat sich einiges getan. Das macht es Krunic und seinem Team in zweierlei Hinsicht schwer: „Neue Spieler wollen sich immer beweisen, darauf müssen wir gefasst sein“, sagt er. „Und wir können uns nicht auf eine Mannschaft vorbereiten, die wir schon aus dem Hinspiel kennen.“ Allerdings haben sich die Bonner ohnehin überwiegend auf sich selbst konzentriert. Das Bremerhaven-Spiel hakte Krunic, wie er das mit allen Spielen macht – ob Sieg oder Niederlage – schnell ab. „Wir haben nicht gut gespielt. Natürlich gab es da vieles zu besprechen und einiges klar anzusprechen, aber danach hilft der Blick zurück auch nicht mehr weiter.“

Also tat die kleine Pause allen, auch dem Trainer, der die Zeit mit seiner Familie verbrachte, gut. Ausgeruht aber dezimiert geht es in die entscheidende Champions-League-Phase und am Sonntag dann (17.30 Uhr, Telekom Dome) gegen Tübingen in die Bundesliga-Rückrunde. Und das zunächst ohne Nemanja Djurisic, der sich gegen Bremerhaven eine Verletzung an der rechten Hand zugezogen hat.

Nach einer detaillierten Untersuchung gab es am Dienstag zwar leichte Entwarnung: „Es ist nichts gebrochen und nichts gerissen“, sagt Baskets-Sportmanager Michael Wichterich, „aber kompliziert ist es trotzdem: Nemanja fällt mit einer Verletzung der Daumen-Ballen-Muskulatur wohl insgesamt drei bis vier Wochen aus.“

Damit stellt sich zumindest die Frage, welcher Ausländer entsprechend der europäischen Regel aussetzen muss, nicht. Tomislav Zubcic ist der einzig noch verbliebene echte Power Forward – abgesehen von Julian Jasinski, der aber ausgerechnet in der wichtigen Partie kaum mehr Spielzeit bekommen wird als die bisher sehr überschaubaren Minuten. Krunic muss improvisieren: „Da müssen jetzt alle mithelfen“, sagt er. Vornehmlich werden es wohl Yorman Polas Bartolo und Martin Breunig sein, die Zubcic unterstützen.

Sicher ist, dass die Baskets gegen die offensiv bisher nicht unbedingt angsteinflößenden Griechen deutlich mehr Intensität aufs Parkett bringen müssen als gegen Bremerhaven, sonst wird das europäische Weiterkommen sehr theoretisch.