Viel Arbeit, ein bisschen Vergnügen

Telekom Baskets fahren in Trainingslager nach Slowenien

BONN. Nach der ersten Woche der Vorbereitung brechen die Telekom Baskets auf ins Trainingslager nach Slowenien. Mannschaft geht mit dem GA auf Stadtrundfahrt und lernt sich beim Golfen näher kennen.

Der Bonner Straßenverkehr macht Predrag Krunic ein bisschen nervös. Der Stadtrundfahrtenbus mit ihm und seiner Mannschaft an Bord steckt im Feierabendverkehr auf der B 9. Der Trainer der Telekom Baskets blickt auf die Uhr. Er hat noch einiges zu tun. Am Montag bricht er mit seinem neuen Team ins einwöchige Trainingslager nach Rogla in Slowenien auf, vorher ist noch Verschiedenes zu regeln. Und nicht zuletzt fehlen den Bonnern ja auch noch zwei Spieler.

Dass diese oder zumindest einer davon schon mit nach Rogla fahren werden, glaubt Baskets-Sportmanager Michael Wichterich nicht: „Nein, das ist unwahrscheinlich.“ Eine Woche ist die Mannschaft jetzt zusammen, hat medizinische Untersuchungen, Fitness-Tests, elf Trainingseinheiten hinter sich gebracht, Abwechslung beim Golfen im Club Schloss Miel erlebt und die Stadtrundfahrt als Willkommen des GA mitgemacht. „Wir haben einen sehr guten Eindruck“, sagt Wichterich, „von den Charakteren, ihrer Bereitschaft und dem Fitnessstand aller. Es gibt keinen Ausreißer nach unten. Alle haben im Sommer gut gearbeitet.“

Wer bei den Athletiktests die Nase ganz vorn hatte, wundert ihn nicht, denn Körperbau und die Highlightvideos seiner „Flugkünste“ ließen es erahnen: Neuzugang Ra'Shad James macht dem Bonner Superathleten Yorman Polas Bartolo Konkurrenz. Auf dem Golfplatz hatten die beiden eher das Nachsehen – dafür aber eine Menge Spaß. „Das war ein guter Termin. Mal etwas anderes und für viele eine ganz neue Erfahrung“, erklärt Wichterich. Eine Teambuildingmaßnahme, die tags zuvor auch schon die Kölner Haie im Schloss Miel genutzt hatten.

Die Baskets hatten einen echten Könner dabei: Co-Trainer Chris O'Shea, der vor seiner Trainerkarriere auch schon in einem Golf-Club gearbeitete hatte, war nicht zu schlagen. Er gewann die Baskets-interne Wertung vor TJ DiLeo und Martin Breunig – beide bereits mit Golf-Erfahrung ausgestattet. Es sind Termine, die auch dem Kennenlernen dienen. So befragte etwa Jarelle Reischel den ihm beim Essen gegenüber sitzenden Yorman Polas Bartolo detailliert über seinen sportlichen Werdegang in Kuba.

Beinahe jeden Tag standen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, Sonntag hatte Krunic frei gegeben. So auch kommenden Sonntag, ehe sich das Team dann am Montag auf den Weg macht zu der Biathlon-Fans bestens bekannten alpinen Hochebene Pokljuka. Denn Rogla liegt in einem renommierten Wintersportgebiet.

Wichterich wird erst später nachreisen, er will noch Organisatorisches erledigen. „Vieles geht am eigenen Schreibtisch einfach besser“, sagt er. „Visa-Angelegenheiten, Spielerregistrierungen bei BBL und Champions League zum Beispiel. Da wir früh Planungssicherheit bei der Champions-League-Teilnahme haben, kann ich mich auch schon um Flüge und Hotels für die Auswärtsspiele kümmern. Und es fehlen ja auch noch zwei Spieler.“

Auf der B 9 geht es endlich weiter. Als Stadtführerin Gene Hilck am Hochkreuz ihre Ausführungen über Bonn mit dem Besuch von John F. Kennedy im Juni 1963 fortsetzt, ist auch Krunic wieder ein entspannter Zuhörer. „Ich finde es wirklich sinnvoll, diese Tour zu machen“, sagt der Trainer, der von 1998 bis 2005 bereits bei den Baskets war und mit einer Bonnerin verheiratet ist. „Abgesehen davon, dass ich selbst sehr vieles gelernt habe, obwohl ich ja nicht neu in Bonn bin, finde ich gut und richtig, dass die Jungs etwas über die Stadt wissen, die sie ja auch repräsentieren.“