Bonner verpassen Pokalticket

Telekom Baskets blamieren sich gegen Bremerhaven

Bonn. Die Telekom Baskets haben die Teilnahme an der Pokalqualifikation verpasst. Im letzten Spiel der Bundesliga-Hinrunde unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic am Donnerstagabend dem Tabellenvorletzten Eisbären Bremerhaven mit 75:86.

Zuerst waren vereinzelte Pfiffe zu hören, dann war es still im Telekom Dome. Erst nach ein paar Sekunden versuchten einige der 4530 Zuschauer, die Telekom Baskets aufzumuntern. Fassungslose Spieler. Die einen auf dem Feld – die anderen wie versteinert auf der Auswechselbank. Durch ein 75:86 (43:44) gegen den Tabellenvorletzten Eisbären Bremerhaven haben die Telekom Baskets die Teilnahme am Viertelfinale des BBL-Pokals verpasst. Im letzten Spiel der Bundesliga-Hinrunde bekam die Mannschaft von Baskets-Chefcoach Predrag Krunic die Bremerhavener Dreierschützen nie wirklich in den Griff. Das letzte Pokalticket geht damit an die Fraport Skyliners, die in der Tabelle vor Bonn bleiben.

Spiele, die auf auf dem Papier einfach aussehen, entpuppen sich gerne als besonders schwierig. Wenn also der Playoff-Kandidat es mit dem Tabellenvorletzten zu tun bekommt, ist da immer die Möglichkeit, sich zu blamieren. Die Psyche macht's möglich – und die Tatsache, dass der Außenseiter nichts zu verlieren hat. „Das war nicht die Verteidigung, die wir spielen müssen, um hier zu gewinnen. Bremerhaven hat es gut gemacht und den Sieg verdient“, sagte Trainer Krunic frustriert.

Die Baskets hätten eigentlich nur zugreifen müssen, sogar das Heimlos für die Qualifikation (gegen Bayreuth) war schon gezogen. Was war also zu erwarten von den Bonnern, die zuletzt in Frankfurt eine starke Partie gespielt hatten und bei CEZ Nymburk in der Champions League eine weniger starke? Krunic ließ seine etatmäßige Startformation beginnen. Es zeigte sich früh, dass Julian Gamble nicht noch einmal das Nachsehen haben wollte gegen Geoffrey Groselle, mit dem er vergangene Saison, als der Eisbären-Center noch in Braunschweig spielte, seine liebe Mühe gehabt hatte.

Der Bonner Big Man eröffnete das Punktekonto der Baskets, die Gäste zogen stetig nach.Als Johnny Berhanemeskel den ersten Dreier der distanzstarken Gäste zur ersten Bremerhavener Führung nutzte (7:6, 4.), konterten Josh Mayo und TJ DiLeo ebenfalls jeweils mit Drei-Punkte-Würfen. Unter dem Korb war Gambles Hoheitsgebiet. Das sah gut aus, in der Defensive war allerdings, wie zuletzt in Frankfurt, Luft nach oben. So entwickelten die Eisbären Selbstbewusstsein.

Krunic verteilte die Spielzeit schon früh relativ gleichmäßig. Im dritten Spiel innerhalb von fünf Tagen war es wichtig, im Schlussviertel noch etwas im Tank zu haben. Da war es wenig hilfreich, dass kurz vor der Pause Nemanja Djurisic nach einem Schlag auf den Daumen für den Rest der Partie ausfiel. Zudem zeichnete sich ein weiteres Problem ab: Berhanemeskel. Der Kanadier stand zu häufig an der Dreierlinie frei – und nutzte seine Chancen. Mit 13 Punkten ging er in die Pause – und die Baskets mit einem 43:44-Rückstand, nachdem Tomislav Zubcic noch mit der Pausensirene per Dreier verkürzt hatte. Ein Selbstläufer würde der Weg zum Pokal nicht werden, das muss zu diesem Zeitpunkt auch den Optimisten klar gewesen sein.

Vor dem Schlussviertel war der Rückstand auf sechs Punkte angewachsen (57:63), die Statistik lieferte Gründe: Bremerhaven hatte in den Trefferquoten und beim Rebound (22:28) Vorteile. Nachdem Zubcic ein unsportliches Foul kassiert hatte und Ivan Elliott an die Freiwurflinie schritt, intensivierte die Halle ihre Unterstützung. Es war bitter nötig. Bremerhaven spielte jetzt wie ein Team, das den Makel „Tabellenvorletzter“ komplett vergessen hat, da funktionierten auch die schwierigen Dinge. Konstantin Klein per Dreier und Rob Curry mit fünf Punkten hielten die Baskets in Schlagdistanz ehe Krunic seinen Spielmacher Mayo zurück aufs Feld brachte.

Als Polas Bartolo an der Freiwurflinie auf minus fünf verkürzte, warf Curry einen Blick auf die Anzeigetafel: Noch fünf Minuten. Doch der nächste Dreier landete im Bonner Korb: 71:79 (37.) – die Vorentscheidung. Als Groselle dann noch den Ball im Gewühl im dritten Versuch in den Korb tippte, sprang die Bremerhavener Bank kollektiv jubelnd auf. Bitter für Bonn: Das Pokalticket ist weg.