Sieg in der Bundesliga

Telekom Baskets besiegen Würzburg mit 78:75

Überragender Mann: TJ DiLeo erzielte gegen Würzburg 20 Punkte.

Überragender Mann: TJ DiLeo erzielte gegen Würzburg 20 Punkte.

Bonn. Die Telekom Baskets Bonn haben sich in der Basketball-Bundesliga nach dem schwachen Auftritt in Jena zurückgemeldet und s.Oliver Würzburg am Sonntagabend im heimischen Telekom Dome mit 78:75 besiegt. TJ DiLeo überragte.

Ein „Geschenk für die gute Arbeit nach dem Champions-League-Spiel“ nannte Baskets-Coach Predrag Krunic den Erfolg, den sein Team am Sonntagabend am 9. Spieltag der Basketball-Bundesliga einfuhr. 78:75 (22:18, 9:14, 16:19, 31:24) hieß es fünf Tage nach der 62:84-Schlappe gegen Nanterre gegen s.Oliver Würzburg.

Als Julian Gamble vor dem Tipp-Off gefühlt minutenlang allein auf der Bank der Bonner saß, wusste er noch nicht, welcher Basketballkrimi sich an diesem Abend abspielen sollte. Die Hände verschränkt, den Kopf tief nach unten gebeugt – der zuletzt so kritisierte Center ging in sich. Schluss damit war erst, als die Bonner und die Würzburger Fans begannen, sich und ihre Fanfreundschaft gegenseitig zu feiern. Der Bonner Fanblock hob die Wappen beider Städte empor.

Damit aber genug der Freundschaft: Auf dem Parkett schenkten sich beide Teams ab sofort nichts mehr. „Es war wie ich erwartet hatte ein Spiel mit hoher Intensität“, meinte Krunic, dessen Team den besseren Start erwischte. Kapitän Josh Mayo eröffnete nach knapp zwei Minuten per Dreier, TJ DiLeo legte den nächsten wenig später hinterher. Die komplette Bonner Bank sprang auf, Aufbruchstimmung im Telekom Dome. „Wir wussten, wie wichtig das Spiel für uns ist. Dementsprechend sind wir auch rausgekommen und haben gekämpft bis zum Umfallen“, erklärte Konstantin Klein den furiosen Start seines Teams.

Als Yorman Polas Bartolo ebenfalls per Dreier zum 9:0 (3.) nachlegte, sah sich Dirk Bauermann gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Bei seinem Team lief bislang wenig bis gar nichts zusammen. „Zum Start haben sich meine Jungs von der Atmosphäre in der Halle beirren lassen“, sagte der Coach der Würzburger.

Abdul Gaddy war es schließlich, der die ersten Punkte für den Gast erzielte (2:11, 4.). Sie waren so etwas wie der Weckruf für die Franken, die nun besser ins Spiel kamen und bis zum Viertelende den Rückstand auf 16:22 verringerten.

5320 Zuschauer im Telekom Dome

Die Bonner verloren nun den roten Faden in ihrem Spiel, leisteten sich leichte Ballverluste und offenbarten etwas Verunsicherung. Nicht verwunderlich nach den letzten Partien. Und so war es nur eine Frage der Zeit, dass die Würzburger ausglichen. Das gelang Clifford Hammonds nach gut 16 Minuten – 28:28. Nun meldete sich erstmals auch Robin Benzing zu Wort. Der Topscorer der Franken war bis dahin bestens in der Defense der Bonner aufgehoben, erzielte nun aber vier Punkte in Folge und brachte sein Team mit 32:28 in Führung. Der Abschluss eines 7:0-Laufs, an dessen Ende sich Baskets-Headcoach Predrag Krunic gezwungen sah, eine Auszeit zu nehmen. Er fand offenbar die richtigen Worte. DiLeo verkürzte mit einem seiner insgesamt vier erfolgreichen Dreier zum 31:32-Halbzeitstand.

Die zweite Halbzeit begann vor 5320 Zuschauern mit hellwachen Hausherren. Zwei schnelle Dreier von DiLeo – der laut Bauermann womöglich „das Spiel seines Lebens“ machte – und Mayo holten die Führung zurück (37:34, 22.). DiLeo gab nach dem Spiel zu: „Das war sicher das beste Spiel meiner bisherigen BBL-Karriere“.

Lange halten sollte die Baskets-Führung aber nicht, denn nun fielen die Körbe auf beiden Seiten. Ein Wendepunkt hätte das unsportliche Foul sein können, das Kresimir Loncar gegen Polas Bartolo beging, doch der vergab in der Folge beide Freiwürfe. Statt des möglichen 49:43 für die Baskets kamen nun wieder die Würzburger, bei denen der vom Bonner Publikum frenetisch empfangene Ex-Baskets-Spieler Andrej Mangold nicht eingesetzt wurde, auf und nahmen nach einem 8:0-Lauf zum Viertelende eine 51:47-Führung mit in den Schlussabschnitt.

Loncar muss vom Feld

Den eröffnete der überragende DiLeo mit einem krachenden Dunk zum 49:51 (31.). Bis Spielende kam der 27-Jährige auf 20 Punkte, zehn davon erzielte er im Schlussviertel. Fünf Punkte in Folge durch Youngster Malcolm Hill brachten die Führung wieder auf die Seite der Rheinländer (55:51, 32.). Die Partie wurde nun hitziger, Loncar kassierte sein fünftes Foul. 64:64, noch 3:45 Minuten waren da zu spielen. Wer anders als DiLeo sollte dann an diesem Abend für den entscheidenden Moment sorgen.

Ein weiterer Dreier brachte die 67:65-Führung und den Dome zum Kochen. Der Vorsprung blieb zwar denkbar knapp, sollte nun aber nicht mehr die Seiten wechseln. Und so konnten die Baskets nach vier packenden Vierteln einen 78:75-Erfolg feiern. Ein Triumph, den DiLeo und seine Teamkameraden einzuordnen wissen: „Wir werden jetzt nicht abheben, ebenso wenig, wie wir nach den Niederlagen zuletzt zu niedergeschlagen waren. Wir müssen die Balance halten.“

Ob den Baskets das auch künftig gelingt, können sie schon am Mittwoch zeigen. Dann gastiert um 20 Uhr in der Champions League Besiktas Istanbul im Telekom Dome.