Champions League

Telekom Baskets Bonn wollen in Nanterre gewinnen

Eine aggressive Verteidigung ist für Josh Mayo (rechts) und die Baskets gegen Jeremy Senglin und Nanterre oberste Pflicht.

Eine aggressive Verteidigung ist für Josh Mayo (rechts) und die Baskets gegen Jeremy Senglin und Nanterre oberste Pflicht.

Bonn. Nach zwei Siegen in Folge in der Basketball-Bundesliga wollen die Telekom Baskets Bonn auch in der Champions League in der Erfolgsspur bleiben. An diesem Mittwoch steht das Spiel bei Nanterre 92 auf dem Programm.

Am Dienstag sind Trainer Predrag Krunic und seine Mannschaft nach Frankreich gereist, wo an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) das Spiel bei Nanterre 92 auf dem Programm steht. „Es ist für uns eine richtungweisende Partie“, sagte Krunic. Denn der aktuelle Tabellendritte der ersten französischen Liga ist einer der Konkurrenten im Kampf um Platz vier in der Gruppe B, der zum Einzug ins Achtelfinale reichen würde.

Nanterre liegt punktgleich vor den Baskets auf Rang fünf der Tabelle. Ausschlaggebend für das Ranking ist in diesem Fall auch der direkte Vergleich, den Nanterre durch den 81:57-Sieg im Hinspiel im Telekom Dome für sich entschieden hat. Kein Ruhmesblatt für die Baskets, waren sie doch nach ausgeglichenem Spielstand anfangs des letzten Viertels mit fliegenden Fahnen untergegangen: 7:28 – schlechtere Viertelergebnisse gibt es im Profibasketball selten.

„Die Mannschaft will sich diesmal natürlich besser präsentieren“, blickte Krunic voraus. „Und ich bin mir sicher, dass sie das tun wird. Die vergangenen beiden Siege in der Bundesliga haben uns viel Selbstvertrauen gegeben.“ Krunic wäre nicht Krunic, würde er die Erfolge in Gießen und gegen Ludwigsburg noch ausführlicher würdigen. Er nimmt seine Profis stattdessen in die Pflicht: „Auf die Schulter klopfen können wir uns noch nicht. Meine Spieler haben vor allem in Ludwigsburg gesehen, zu was sie in der Lage sind, wenn sie 40 Minuten lang intensiv spielen und alles geben. Diese Einstellung müssen sie weiter zeigen.“ Zumal er die Entwicklung des Teams noch längst nicht abgeschlossen sieht und deshalb erwartet, dass seine Truppe auf dem Gaspedal bleibt. „Es gibt in allen Bereichen noch Raum zu Verbesserungen.“

Nanterre ist schon ein alter Bekannter aus der jüngeren Geschichte der diversen europäischen Wettbewerbe. Schon siebenmal sind beide Teams aufeinandergetroffen und nur einmal haben die Bonner gewonnen – und das ausgerechnet auswärts. Am 29. März 2017 setzten sie sich im Halbfinal-Hinspiel des Fiba Europe Cups mit 77:76 durch. Unter der Leitung von Trainer Matthias Fischer ging das Rückspiel in Bonn allerdings verloren, sodass sich die Baskets den Traum von der ersten europäischen Finalteilnahme nicht erfüllen konnten.

Diesmal gibt es in Nanterre ein Wiedersehen mit Julian Gamble. Der Center spielte von 2015 bis 2017 auf dem Hardtberg. Im Hinspiel war König Julian nicht der entscheidende Faktor im Spiel seines Teams, sondern wurde da von dem inzwischen verletzten Charles Jackson dominiert. Jetzt fehlt der Rasta-Mann, doch Krunic setzt volles Vertrauen in Martin Breunig. „So wie sich Martin zuletzt präsentiert hat, kann er gegen jeden Center bestehen, auch Julian Gamble“, ist der Coach überzeugt. Aber vielleicht kommt es dazu gar nicht, denn Gamble ist an Schulter und Sprunggelenk verletzt, sein Einsatz ist fraglich.

In Bonn war Dominic Waters (20 Punkte) der Mann des Abends für Nanterre. Über die Saison gesehen überragend spielt Haukur Palsson. Der Isländer kommt als Topscorer auf 14,4 Punkte pro Spiel und auf eine famose Dreierquote von 69 Prozent. Nicht von ungefähr steht er mit gut 29 Minuten auch am längsten auf dem Feld.

Mit Adas Juskevicius (49 Prozent Dreierquote) und Hugo Invernizzi (44 Prozent) stehen zwei weitere Scharfschützen im Team von Trainer Pascal Donnadieu, dazu noch Jeremy Senglin (13,1 Punkte) als zweitbester Scorer der Mannschaft. Krunic: „Wir müssen ähnlich gut spielen wie gegen Ludwigsburg, um gewinnen zu können.“