Basketball-Bundesliga

Telekom Baskets Bonn verlieren in Frankfurt

Bojan Subotic rutscht aus und in Akeem Vargas hinein.

Bojan Subotic rutscht aus und in Akeem Vargas hinein.

Bonn. Am sechsten Spieltag der Basketball-Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn in Frankfurt mit 79:83 verloren. Es ist die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge.

Als Bojan Subotic auf dem schlecht aufs Parkett geklebten Logo der Fraport Skyliners ausrutschte und in Akeem Vargas rauschte, war es so etwas wie die symbolhalfte Darstellung des Bonner Spiels. Ein katastrophales zweites Viertel hat die Baskets letztlich einen Erfolg in Frankfurt gekostet. Die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic kämpfte sich nach einem 30:45-Rückstand zur Halbzeit noch einmal bis zum 79:79-Ausgleich in der letzten Minute heran, beraubte sich aber wieder durch schlechte Entscheidungen der Siegchance und unterlag mit 79:83 (19:19, 11:26, 24:16, 25:22) – die dritte BBL-Niederlage in Serie. Nach drei Siegen zum Saisonstart ist die Baskets-Bilanz auf Platz sieben nun ausgeglichen – und ein wenig Ernüchterung eingekehrt.

„Das war ein gutes letztes Viertel, aber wir haben ein paar schlechte Entscheidungen getroffen und nicht gut genug gegen Murphy verteidigt“, erklärte der sichtlich enttäuschte TJ DiLeo nach der Partie, ohne natürlich jemandem die Schuld zuzuweisen. Schließlich hatten sie sich alle gemeinsam in die missliche Lage gebracht, sich von einem 19-Punkte-Rückstand zurückkämpfen zu müssen. Das gelang, die Bonner schnupperten am Sieg, doch einige Ballverluste in der Crunchtime und ein überschaubar cleveres Foul von Charles Jackson besiegelten dann doch die Niederlage.

„Wir haben in der ersten Hälfte nicht gut genug verteidigt, um uns eine wirkliche Siegchance zu erarbeiten. Von daher ist es gut zu sehen, dass wir solch eine Partie doch noch einmal eng gestalten können, wenn die defensive Intensität stimmt“, fand Krunic. „Allerdings haben wir in den entscheidenden Phasen zu einfache Punkte abgegeben, um uns für die Aufholjagd zu belohnen.“

15-Punkte-Führung zur Halbzeit für Frankfurt

Gerade hatte Ra'Shad James mit einem mehr als unverschämten Dreier bei Anbruch der Schlussminute zum 79:79 ausgeglichen, da foulte Jackson Erik Murphy beim Wurfversuch aus der Distanz. Es war sein fünftes Foul. So musste er von der Bank aus zusehen, wie Murphy zwar nur einen seiner drei Bonus-Würfe verwertete, der folgende Rebound aber ebenfalls bei den Hausherren landete und Murphy sein Vorhaben von jenseits der Dreierlinie im nächsten Versuch doch noch zum 83:79 in die Tat umsetzte. Es blieben noch 20 Sekunden, in denen die Baskets nur noch zu einem Versuch von Bojan Subotic kamen, der auf den Ring und von dort in Frankfurter Hände sprang. Eine unnötige Niederlage, bei der sich die Bonner aber – abgesehen von Viertel zwei – wieder besser präsentierten als zuletzt.

Es war Brady Heslip, der die ersten Punkte aus der Distanz auf die Anzeigetafel brachte. James wollte das 0:3 gleich per Dreier beantworten, aber der zuletzt so treulose Wurf deutete gleich wieder seine Launenhaftigkeit an. Dann aber schlugen Josh Mayo und James von außen zu, und Bonn führte inklusive Alley-oop-Dunk von Charles Jackson mit 8:3 (4.). Die Baskets konnten auch wieder auf die zuletzt verletzten Yorman Polas Bartolo und Martin Breunig bauen.

Als Krunic die zweite Fünf aufs Feld brachte, nutzten die Frankfurter das Fehlen der Starter, um davonzuziehen – und die Baskets präsentierten sich bis zur Halbzeit nicht zum ersten mal als perfekter Aufbaugegner. So wie sie Science City Jena zuletzt sein bestes Saisonspiel erlaubt hatten, gestatteten sie auch den bisher offensiv eher harmlosen Frankfurtern, ihr Selbstbewusstsein ordentlich zu polieren. Allen voran Jason Clark trug zu einer Frankfurter 15-Punkte-Führung zur Halbzeit bei.

Dienstag gegen Venedig

Obwohl die Hausherren auch in die zweite Hälfte besser starteten, führte Baskets-Kapitän Mayo die Bonner Offensive mit Geduld zurück in erfolgreicheres Fahrwasser. Yorman Polas Bartolo legte nun Clark an die kurze Leine. Immer wieder gelang es der Bonner Defensive jetzt, die Frankfurter zu schlechten Würfen und Ballverlusten zu zwingen. Die Baskets kamen näher. Als Mayo drei Freiwürfe dazu nutzte, den Rückstand erstmals nach langer Zeit wieder unter die Zehn-Punkte-Distanz zu bringen (43:51, 25.), war noch genügend Zeit, das Spiel umzubiegen. Beide Teams spielten jetzt erkennbar in diesem Wissen, und Frankfurt wackelte. Die Bonner hatten acht Punkte vom Pausenrückstand abgearbeitet und noch sieben vor sich, als es ins Schlussviertel ging.

Doch Erik Murphy, der nach der Halbzeit für den bei Polas Bartolo angeketteten Clark das Punkten übernahm (22), wollte der Matchwinner bleiben, ließ sich von seinen beiden verworfenen Freiwürfen kurz vor Schluss nicht beirren und machte mit dem letzten von 15 erfolgreichen Frankfurter Dreiern den Deckel auf die Partie. Schon am Dienstag (20 Uhr) geht es in der Champions League mit der Partie gegen Venedig weiter – nicht unbedingt der Aufbaugegner, den jetzt wiederum die Baskets gebrauchen könnten.

Statistik

Frankfurt: Murphy 22 Punkte/4 Dreier, Bell-Haynes, Heslip 14/4, Clark 18/1, Huff 5/1, Vargas 11/3, Freudenberg 4/1, Robertson 7/1, Völler 2.

Bonn: Shane Gibson 2, Jarelle Reischel, Bojan Subotic 7/1, Ra'Shad James 15/5, Charles Jackson 15, TJ DiLeo 8/1, Martin Breunig 8, Yorman Polas Bartolo7, Josh Mayo 14/3, Charles Webb III 3/1.

Zweierquote: Frankfurt 67% (14/21), Bonn 42% /(13/31); Dreierquote: Frankfurt 50% (15/30), Bonn 50% (11/22); Freiwurfquote: Frankfurt 56% (10/18), Bonn 69% (20/29); Rebounds: Frankfurt 26, Bonn 29 (Bester: Jackson 7); Assists: Frankfurt 24, Bonn 15; Ballgewinne: Frankfurt 6, Bonn 5; Ballverluste: Frankfurt 16, Bonn 18; Fouls: Frankfurt 23, Bonn 18 (Jackson 5); Zuschauer: 4520.