Basketball-Bundesliga BBL

Telekom Baskets Bonn verlieren 87:97 gegen Oldenburg

Charles Jackson von den Telekom Baskets Bonn gegen EWE Baskets Oldenburg.

Charles Jackson von den Telekom Baskets Bonn gegen EWE Baskets Oldenburg.

Bonn. Die Telekom Baskets Bonn haben am Dienstagabend in eigener Halle auch da zweite Viertelfinal-Duell gegen die EWE Baskets Oldenburg verloren. Nun stehen sie mit dem Rücken zur Wand.

Die Telekom Baskets Bonn hätten gegen Oldenburg einen Heimsieg gebraucht. Stattdessen verloren sie, nachdem sie am Sonntag bereits in Oldenburg unterlegen waren, auch das zweite Viertelfinalspiel der Playoffs.  Die "Festung Heartberg" hielt eine Halbzeit lang stand, fiel dann aber im dritten Viertel.

Nach der 87:97 (25:25, 21:18, 15:30, 26:24)-Niederlage liegen die Baskets in der Playoffserie mit 0:2 hinten und stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft von Cheftrainer Chris O‘Shea muss am Samstag (18 Uhr) in Spiel drei bei den Niedersachsen den Matchball des Tabellenzweiten der Hauptrunde abwehren, sonst ist die Saison zu Ende.

Während Oldenburg es wieder schaffte, den zentralen Bonner, Josh Mayo, aus dem Spiel zu nehmen, waren die Bonner dieses mal zwar in der Lage, Will Cummings und Rickey Paulding einigermaßen unter Kontrolle zu behalten, fanden aber kein Mittel gegen den österreichischen Center Rasid Mahalbasic.

„Wir haben im dritten Viertel keinen Rhythmus gefunden und nicht gut in der Offense gespielt“, sagte TJ DiLeo nach der Partie und klang deutlich enttäuscht, während der Stehblock versuchte, mit Applaus und Aufmunterung die hängenden Köpfe auf dem Weg zur Kabine und vor der schweren Aufgabe in Oldenburg ein wenig aufzurichten.

Beeindruckende Kulisse im Telekom Dome

Der Telekom Dome bot ein beeindruckendes Bild zum ersten Heimspiel in den Playoffs. Fast 6000 Zuschauer trugen die vom Hauptsponsor zur Verfügung gestellten magentafarbenen T-Shirts mit der Aufschrift „Festung Heartberg“. Auch das Team hatte statt der üblichen weißen Heimtrikots für farbliche Geschlossenheit gesorgt. Das Motto war von Beginn an auf dem Feld zu erkennen.

O’Sheas inzwischen etablierte Starter Josh Mayo, Nate Linhart, Yorman Polas Bartolo, Bojan Subotic und Charles Jackson starteten gut – und treffsicher aus der Distanz. Der Defensive fehlte es noch ein wenig an Abstimmung, die Offensive war ein wenig zu stürmisch unterwegs. Das sah nach Rennpferden kurz nach dem Öffnen der Startbox aus – eigentlich kein schlechtes Zeichen für die oft geforderte Intensität.

Doch die Bonner sortierten sich bald und setzten um, was sie sich nach den Schlüssen aus Spiel eins vorgenommen hatten. Polas Bartolo hatte den Liga-MVP Cummings, der den Baskets im Hinspiel mit 34 Punkten erheblichen Schaden zugefügt hatte, recht gut im Griff. Starke Defense gegen starke Offense – ein Duell für Basketball-Liebhaber. Die Bonner Hypothek hatte sich schon in Minute vier angedeutet, als Mayo sein zweites Foul kassierte und sogleich auf die Bank beordert wurde. Die Baskets blieben im Spiel und ab und an zeigte Oldenburg Wirkung.

In einem anderen zentralen Duell der Serie arbeitete sich Mahalbasic zunächst wie schon in Spiel eins an Jackson ab, als er ebenfalls ein frühes zweites Foul kassierte, war Gästetrainer Mladen Drijencic derart bedient, dass er sich mit seinen Beschwerden ein technisches Foul einfing. Auf Feld und Anzeigetafel begegneten sich die Teams auf Augenhöhe: 25:25 nach dem ersten Viertel.

Baskets führten zur Halbzeit mit 46:43

Das zweite Viertel gestaltete sich ähnlich. Auch ähnlich ärgerlich: Als O’Shea den lange geschonten Mayo zurückbrachte, dauerte es kaum länger als einen Angriff, bis der Unglückliche Foul drei kassierte und auf dem Absatz umkehrte zur Bank. Aber DiLeo und Hanlan führten die Baskets zu einer 46:43-Halbzeitführung. Das Viertel hatte eine Frage gestellt: Wer würde zuerst eine Durststrecke erleben?

Durchgang drei antwortete, wie er das in Baskets-Spielen oft macht: Oldenburg punktete, kurz nacheinander kassierten Subotic und Polas Bartolo unsportliche Fouls, die Baskets waren deutlich angezählt, der Telekom Dome bedient. Aber er erholte sich schnell, nachdem Hanlan den 0:14-Lauf mit einem Dreier zum 53:66 stoppte (28.) und die Bonner Offensive wieder etwas glücklicher agierte. Mit zwölf Punkten Rückstand ging es in den Schlussdurchgang, da war noch nichts verloren, aber die Oldenburger wirkten jetzt souverän. Zwar hatte Bonn Cummings einigermaßen im Griff, wenn man das bei 21 Punkten sagen kann, aber dafür arbeitete sich jetzt Mahalbasic zu seiner statistischen Spezialität in dieser Saison: einem Triple-Double mit 21 Punkten, 15 Rebounds und zehn Assists.

Die Baskets drückten den Rückstand zwar noch einmal unter die Zehn-Punkte-Marke, sodass der Hallensprecher den siegesgewissen Jubel Drijencics noch einmal anzweifelte, vorrechnete „da geht noch was“ und die Festung Heartberg noch einmal am Lautstärkepegel drehte. Ein mäßig schlaues technische Foul wegen Meckerns von Mahalbasic nutzte Mayo an der Freiwurflinie zum 80:90, später verkürzte er per Dreier auf 87:92. Aber da waren nur noch 29 Sekunden zu spielen. Die Oldenburger hatten nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie schlau genug sind, das über die Zeit zu bringen. Nicht die besten Aussichten für Spiel drei.

 

Bonn: Nate Linhart 5 Punkte/1 Dreier, Jarelle Reischel 3/1, Olivier Hanlan 16/2, Bojan Subotic 5/1, Stefan Bircevic 4/1, Charles Jackson 14, TJ DiLeo 17/3, Martin Breunig 8, Yorman Polas Bartolo 7/1, Josh Mayo 11/1.