Zwischen Enttäuschung und Stolz

Telekom Baskets Bonn verabschieden Spieler in die Sommerpause

BONN. Nach dem frühen Playoff-Aus gegen Bamberg haben die Telekom Baskets Bonn gemeinsam mit Fans am Dienstag im Telekom Dome ihre Spieler in die Sommerpause verabschiedet. Aus der werden nicht alle wieder kommen.

Alle Jahre wieder: Der Abschied von der Mannschaft mit einer finalen Autogrammstunde beendet die Saison der Telekom Baskets. Der Basketball-Bundesligist ist ein Traditionsverein, seit 19 Jahren im Oberhaus. Zu den Traditionen der Hardtberger gehört auch, Personalien weder vor dem Saisonende zu besprechen noch sie bei der Abschiedsveranstaltung zu verkünden.

Diejenigen der etwa 150 Fans, die sich also auf den Weg ins Foyer des Telekom Dome gemacht hatten, um die frohe Kunde einer Vertragsverlängerung zu hören, wurden enttäuscht. Da bleiben die magentafarbenen Traditionalisten stockkonservativ. Ob das noch zeitgemäß ist? Zumindest gibt es auch Spieler, die sich fragen, warum Bonn so verfährt.

Die Spatzen pfeifen es zwar schon geraume Zeit von den Dächern, aber eine offizielle Bestätigung dafür, dass Yorman Polas Bartolo, der beste Verteidiger der Liga, in Bonn bleibt, gab es wieder nicht. Der Deutsch-Kubaner und seine Kollegen wurden mit Applaus in den Sommer verabschiedet, aber auch drei Tage nach dem bitteren Saisonende überwog die Enttäuschung über das Viertelfinal-Aus in Bamberg noch immer den Stolz über eine gute Saison.

"Wir wollten heute nicht hier oben stehen, sondern unten in der Halle", sagte Michael Wichterich. "Wir hatten die Chance, drei Spiele zu gewinnen", meinte der Baskets-Sportmanager. "Dass wir jetzt hier stehen, tut schon weh." Dennoch fand er, dass nach der abgeklungenen Enttäuschung der Stolz überwiegen müsse: "Wir haben 21:13 Siege in der regulären Saison geholt", rechnete er vor. "Wir haben Teams wie Ulm und Oldenburg hinter uns gelassen. Das ist eine Top-Leistung. Diese Mannschaft hat nicht nur stark gespielt, das sind auch alles richtig gute Typen."

Auch Cheftrainer Predrag Krunic, dessen Vertrag ausläuft, gab zu, dass er eine Weile gebraucht hatte, das 0:3 in der Serie gegen den wiedererstarkten Titelverteidiger zu verdauen - und er wie seine Spieler immer noch daran arbeitet. Mit ihm wird die Baskets-Chefetage nun wohl die ersten Verhandlungen führen, ehe es an die weiteren Entscheidungen geht.

Krunics Co-Trainer Chris O'Shea steht noch ein weiteres Jahr in Bonn unter Vertrag, genauso TJ DiLeo, Josh Mayo und Kooperationsspieler Alex Möller. Mayo soll allerdings einen Buy-out, also eine Ablösevereinbarung haben. Der Vertrag von Konstantin Klein ist an dem Punkt angekommen, an dem beide Partien von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen können - oder er verlängert sich um ein weiteres Jahr.

Nach den Abschlussgesprächen reisen die meisten Spieler an diesem Mittwoch in ihre Heimat, in der Geschäftsstelle beginnt die Vorbereitung auf die kommende Saison.