63:70-Niederlage gegen Fribourg

Telekom Baskets Bonn spielen sich tiefer in die Krise

Trainer Predrag Krunic von den Telekom Baskets Bonn nach dem Spiel gegen Fribourg Olympic.

Trainer Predrag Krunic von den Telekom Baskets Bonn nach dem Spiel gegen Fribourg Olympic.

Bonn. Die Telekom Baskets Bonn haben gegen Fribourg Olympic eine weitere Niederlage in der Champions League erlitten. Das Spiel in Bonn endete mit einem enttäuschenden 63:70.

Die Telekom Baskets Bonn geraten tiefer in die Krise. Nach einer enttäuschenden Vorstellung musste sich der Bonner Basketball-Bundesligist dem Fribourg Olympic mit 63:70 (16:18, 10:20, 26:16, 11:16) geschlagen geben. Damit verloren die Baskets auch den direkten Vergleich gegen den Schweizer Meister und verlieren das Weiterkommen im europäischen Wettbewerb aus den Augen.

Krunic verzichtete im Rahmen der Ausländerregelung in der Champions League auf Olivier Hanlan, Stefan Bircevic musste die Heimreise zu seiner Frau und dem am Montag geborenen Söhnchen Pavle auf Mittwoch vertagen; er wurde gegen die  reboundstarken  Big Men der Schweizer gebraucht.

Und genau das zeigte sich von Beginn an. Babacar Touré, der beste Rebounder der Champions League stellte die langen Bonner vor arge Probleme. Ein zuverlässiges Mittel, mit dem die Gäste immer wieder sichere Punkte verbuchten. In der zweiten Minute lag das Krunic-Team mit 0:6 hinten, ehe Martin Breunig die ersten Bonner Punkte nach einer Drehung um seinen Gegenspieler ansehnlich in den Korb legte.

Das Bonner Mittel der Wahl, der Distanzwurf, glänzte auch in dieser Partie zunächst mit Abwesenheit. Die Verteidigung stand noch recht ordentlich, doch der Rückstand wuchs und mit ihm die Verunsicherung. Nach dem ersten Viertel lagen die Baskets nur mit 16:18 im Hintertreffen, weil sie sich an den Korb heranarbeiteten und mit zusätzlichen Foulpfiffen Freiwürfe generierten.

 

Viertel zwei ließ sich kaum besser an. Verworfener Dreier von DiLeo, zwei Punkte von Touré – Krunic nahm eine Auszeit um sein Team in die Spur zu bringen. Doch auch der folgende Angriff wurde mit einem schlechten Wurf unter Zeitdruck beendet. Zu wenig Bewegung machte den Gästen die Verteidigung vergleichsweise einfach. Die Angelegenheit wuchs sich zu einem 0:12-Lauf aus, ehe Martin Breunig den Ball nach einem schicken Anspiel von TJ Di Leo in den Korb stopfte als wolle er mit diesem Korb alleine dem Spiel die Wende geben (18:30). Doch noch blieb es zäh. Als Josh Mayo den ersten Baskets-Dreier zum 23:30 versenkte (17.), zeigte auch der Schweizer Meister Wirkung und nahm eine Auszeit. Mit dem gewünschten Erfolg: Die Schweizer bauten ihren Vorsprung bis zur Halbzeit wieder in den zweistelligen Bereich aus (38:26).

Die Baskets kamen schnell zurück aus der Kabine. Teamkapitän Mayo holte sich sein Team zusammen. Inmitten der Magenta-Spielertraube schwor er seine  Kollegen noch einmal auf Durchgang zwei in einer wichtigen Partie ein. Wichtig fürs Weiterkommen im europäischen Wettbewerb, wichtig fürs Selbstbewusstsein und irgendwie auch für den Rest der Saison. Dieses Spiel sollte ein Wendepunkt sein. Das hatten sie sich nach der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichte in Nanterre und zahllosen Gesprächen unter der Woche vorgenommen.

Nächste Chance: Bamberg

Mayo gab den Startschuss dann auch von der Drei-Punkte-Linie (29:38, 21.) und die Baskets sahen deutlich besser als vor dem Seitenwechsel. Punkt um Punkt kamen sie den Eidgenossen näher und in der 26. Minute traf Mayo wieder aus der Distanz zur ersten Bonn er Führung (49:48). Die Baskets waren im Spiel, für das es keinen Schönheitspreis mehr zu gewinnen gab.

Das Hinspiel hatten die Baskets knapp und dank ihrer besser besetzten Bank gewonnen. Würden sie wieder den längeren Atem haben? Nein. Die Schweizer ließen sich nicht abschütteln und machten weiter das, was sie am besten können: Den Weg ans Brett suchen. Bei den Baskets schlichen jetzt wieder vermehrt unnötige Fehler ein. Zwei Minuten vor Schluss verwandelte James Webb III. einen von zwei Freiwürfen zum 63:66-Anschluss, nach einer guten Defense gegen Touré spitzelten zwei Schweizer Martin Breunig den sicheren Rebound aus den Händen, André Williamson bedankte sich mit dem 68:63 und Krunic nahm noch eine Auszeit. Doch auch der folgende Angriff wurde leichte Beute der Gäste-Verteidigung. Die Schweizer Bank feierte.

Die Baskets haben sich noch tiefer in die Krise gespielt. Nächste Chance für die Wende: Bamberg. Doch mit einer ähnlichen Leistung lohnt sich der Weg nach Bamberg zum Pokalhalbfinale (Sonntag, 18 Uhr) vermutlich nicht.

 

Telekom Baskets: Jarelle Reischel, Bojan Subotic, Ra’Shad James 8/1, Stefan Bircevic, TJ DiLeo 10/2, Martin Breunig 12, Yorman Polas Bartolo 9, Josh Mayo 18/4, James Webb III 3 (6 Rebounds). Zuschauer: 2030.