Endstation Achtelfinale

Telekom Baskets Bonn scheiden aus Europe Cup aus

Der einzige Bonner mit Normalform: Center Charles Jackson.

Der einzige Bonner mit Normalform: Center Charles Jackson.

Fehervar. Nach einer schwachen Leistung haben die Telekom Baskets bei Alba Fehervar im Achtelfinalrückspiel mit 69:81 verloren. Damit ist die Europareise der Telekom Baskets beendet.

Nach einer ihrer schwächsten Leistungen in dieser Saison mussten sie den Ungarn nach dem 85:84-Hinspielsieg in Bonn im Rückspiel vollkommen verdient mit 69:85 (15:24, 19:13, 18:22, 17:22) das Viertelfinalticket überlassen.

Der einzige Bonner, der sich der Normalform annäherte, war Center Charles Jackson, der nach seiner langen Rekonvaleszenz an beiden Enden des Feldes schon wieder sehr ordentlich spielte. Die 20-prozentige Dreierquote – sechs Treffer bei vor diesem Hintergrund übertriebenen 30 Versuchen – und eine fast unprofessionelle Freiwurfquote von 54 Prozent (7/13) taten ihr Übriges.

„Von den insgesamt 80 Minuten haben wir etwa acht in Führung gelegen“, sagte Baskets-
Headcoach Chris O'Shea nach der Partie und gab zu: „Insofern hat Fehervar verdient gewonnen.“ Die Ungarn spielten mit der Intensität, die Bonn sich eigentlich vorgenommen hatte, und ließen die Baskets nicht das gewünschte schnelle Spiel aufziehen. „Wir wollten weiterkommen, aber sie haben uns nicht das spielen lassen, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte O'Shea enttäuscht.

Die Baskets, bei denen der Coach aufgrund der Ausländerregelung des Wettbewerbs Olivier Hanlan und James Webb III aussetzen ließ, kamen nicht wie gewünscht in die Partie. Die Ungarn verhinderten das schnelle Spiel, das die Baskets sich vorgenommen hatten, zudem fehlte es Bonn etwas an offensiver Struktur und erheblich an Wurfglück.

Die Männer in Magenta liefen den Hausherren von Beginn an hinterher, schon früh deutete sich an, dass es zäh werden könnte. Erst nach 16 Minuten fiel der erste Bonner Drei-Punkte-Wurf: Der sonst so zuverlässige Baskets-Spielmacher Josh Mayo, der auch nicht seinen besten Tag erwischt hatte, brachte nach zehn vergeblichen Bonner Versuchen den ersten Distanzwurf im Korb unter und verkürzte auf 28:32.

Die Mannschaft von O'Shea arbeitete sich ran und unmittelbar nach dem Seitenwechsel gelang Mayo der Ausgleich (37:37). In der Defensive zeigten die Baskets, dass sie nicht bereit waren, die langen Ungarn wieder das Spiel dominieren zu lassen. Da wurde auch mal beherzt zugepackt. Während es gelang, die beiden dominanten Ungarn aus dem Hinspiel – Jordan Heath und Peter Lorant – besser zu kontrollieren, sprangen andere Magyaren in die Bresche. Marko Filipovity bereitete den Baskets immer wieder Probleme und in der Crunchtime sollte die Stunde des spanischen Routiniers Carlos Cabezas schlagen.

Auch wenn Bonn hin und wieder näher herankam, Fehervar ließ sich das Spiel nicht aus der Hand nehmen – auch, weil die Baskets nicht mit letzter Überzeugungskraft daran arbeiteten, es ihnen zu entreißen. Insgesamt sah man dem Spiel der Baskets nicht wirklich an, dass es hier um die Chance ging, einen europäischen Wettbewerb zu gewinnen.

Drei Minuten vor Schluss konnte Yorman Polas Bartolo tatsächlich noch einmal auf 65:67 zu verkürzen, doch dann riss der spanische Welt- und Europameister Carlos Cabezas den Baskets das Viertelfinalticket mit einer abgezockten Leistung in den Schlussminuten endgültig aus den Händen. Während die Bonner Dreier – egal von wem – konsequent blieben und die Hilfe beim Verkürzen des Rückstands verweigerten, traf der routinierte Spanier aus der Distanz zum 72:65 und 75:67 (39.), brach den Bonner Widerstand endgültig – und ließ sich dann auswechseln und feiern. „Vielleicht haben wir uns zu sehr darauf verlassen, dass es uns gelingt wieder zurückzukommen“, sagte O'Shea. Zuletzt war das seiner Mannschaft immer wieder gelungen. Die letzten drei Spiel gewannen die Bonner mit insgesamt vier Punkten Differenz und allesamt mit einem Herzschlagfinale.

„Aber irgendwann kommt dann das Spiel, in dem das nicht mehr klappt“, sagte O'Shea und blickte voraus auf das kommende Match gegen Göttingen am Sonntag (15 Uhr, Telekom Dome): „Wir werden das jetzt schnell abhaken. Ich bin sicher, dass wir im nächsten Spiel die entsprechende Reaktion zeigen.“ Es wird nötig sein.

Alba Fehervar: Filipovity 18 Punkte/2 Dreier, Heath 11/1, Peterson 5, Takacs, Zeno 6, Cabezas 19/5, Freman 12/2, Lorant, Peringer, Toth.

Telekom Baskets: Nate Linhart 6, Jarelle Reischel 4, Bojan Subotic 4, Stefan Bircevic 6/1, Charles Jackson 14, TJ DiLeo 8/2, Martin Breunig 10, Yorman Polas Bartolo 9/1, Josh Mayo 8/2.

Trefferquote: Alba 52% (30/58), Bonn 39% (28/71); Dreierquote: Alba 40% 10/25), Bonn 20% (6/30); Freiwurfquote: Alba 73% (11/15), Bonn 54% (7/13); Rebounds: Alba 39, Bonn 34 (Bester: Polas Bartolo 7); Assists: Alba 13, Bonn 22 (Bester: Jackson 5); Ballgewinne: Alba 6, Bonn 8; Ballverluste: Alba 15, Bonn 9; Fouls: Alba 17, Bonn 20.