Malcolm Hill mit 20 Punkten

Telekom Baskets Bonn gewinnen souverän in Weißenfels

Malcolm Hill war mit 20 Punkten bester Werfer bei den Baskets.

Malcolm Hill war mit 20 Punkten bester Werfer bei den Baskets.

BONN. Die Telekom Baskets Bonn haben am Sonntagnachmittag mit 87:61 beim Mitteldeutschen BC gewonnen. Malcolm Hill war mit 20 Punkten bester Werfer der Bonner.

Josh Mayo stand mitten im Wölfelogo auf dem Parkett, einen Schritt weit in der Hälfte des mitteldeutschen BC. Während der Spielmacher der Telekom Baskets den Ball dribbelte und auf das Ablaufen der Uhr wartete, nahm sein Trainer Predrag Krunic bereits die Gratulation seines MBC-Trainerpendants Igor Jovovic zum Start-Ziel-Sieg entgegen.

Mit dem in der zweiten Hälfte eindrucksvollen und in der Höhe verdienten 87:61 (16:15, 25:19, 26:16, 20:11)-Sieg haben die Baskets nach Punkten mit dem Tabellenvierten Bayreuth, der sich am Freitag überraschend in Jena hatte geschlagen geben müssen, gleichgezogen. Zudem beendeten sie die selbst deklarierten „Wochen der Wiedergutmachung“ nach den Siegen gegen Bremerhaven und Jena mit der dritten gelungenen Revanche für eine der Überraschungsniederlagen aus der Hinrunde.

Wie schon am vergangenen Sonntag gegen Jena war es Malcolm Hill, der die Partie als Topscorer beendete. Nach einer starken Leistung mit reichlich Selbstbewusstsein, das sich aus einer 100-prozentigen Trefferquote aus der Distanz (4/4), schwierigsten verwandelten Würfen sowie guten Wurfentscheidungen speiste, schien es ihm beinahe unangenehm, dass ihn diese Leistung wieder vor die TV-Kamera gebracht hatte. Über sich spricht er nicht so gern und so fasste er sich kurz: „Unser Ziel ist, uns jedes Spiel zu verbessern – und ich denke, das ist uns wieder gelungen. Wir sind auf einem guten Weg.“

Dass Wölfe bissig sind, war den Telekom Baskets spätestens seit dem Hinspiel bekannt. Center-Routinier Djordje Pantelic hatte das Rudel aus Weißenfels im Telekom Dome zu einem 91:84-Erfolg geführt. Doch die Bonner hatten ihre Lektion gelernt. Besonders Julian Gamble, der Pantelic im Hinspiel den Lorbeer des besseren Centers hatte überlassen müssen, zeigte von Beginn an, dass er das Grün und die Punkte mit nach Bonn nehmen wollte. Er drehte sich um Gegenspieler, zeigte Auge für seine Mitspieler, legte den Ball vorsichtig in den Korb oder stopfte ihn brachial durch den Ring. Kurzum: gegen ihn war kein Kraut gewachsen, das im Weißenfelser Garten wuchs.

Auch mit den flinken Händen von Yorman Polas Bartolo – bissiger als sämtliche Wölfe – hatten sie ihre liebe Mühe. Die Baskets führten von Beginn an, zunächst blieben die Hausherren aber in Schlagdistanz und lagen nach dem ersten Viertel nur mit einem Punkt im Hintertreffen (15:16).

Auch als Krunic das Personal austauschte, blieb der Bonner Spielfluss erhalten, die Baskets hatten die besseren Szenen. Ron Curry erfreute die Fans des gepflegten Blocks, Konstantin Klein zwang den MBC, den Ruf der Baskets als bestes Drei-Punkte-Team untermauernd, zur Auszeit (17:23, 12.). MBC-Trainer Jovovic wollte den Bonner Vorsprung nicht zu groß werden lassen. Die Unterbrechung zeigte die gewünschte Wirkung, die Hausherren blieben in Sichtweite – und Bonn geduldig.

Bei 41:34 für die Krunic-Truppe wurden die Seiten gewechselt und tatsächlich kamen die Wölfe besser ins dritte Viertel. Ein paar kleine Bonner Unzulänglichkeiten später hatte Andrew Warren an der Drei-Punkte-Linie den Ausgleich in der Hand, vergab das 43:43 aber. Und dann machten die Baskets ernst.

Spätestens als Polas Bartolo die Verteidigung von Drenovac einfach ignorierte und über die Grundlinie ging, um den Ball krachend zur 58:44-Führung in den Wölfe-Korb zu stopfen, hatte sich das Momentum ein magentafarbenes Leibchen übergezogen und es sich auf der Bonner Bank gemütlich gemacht.

Der MBC war nicht mehr in der Lage, die in voller Fahrt befindlichen Bonner zu stoppen, was Krunic zufrieden zur Kenntnis nahm: „Wir haben heute guten Basketball gespielt“, sagte er. „Ich denke, dass unsere Verteidigung auf einem guten Niveau war, so wie wir es uns vor dem Spiel vorgenommen haben. In der Offense haben wir einfache Würfe und wichtige Punkte produziert.“

Weiter geht es für die Baskets am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen die Fraport Skyliners (17.30 Uhr), eingebettet in einen Familientag mit Rahmenprogramm.

Mitteldeutscher BC: Jones 18 Punkte/2 Dreier, Kerusch 11/1, Pinkins 10/1, Warren 8/2, Drenovac 4, Pantelic 4, Hatten 4, Turudic 2, Gloger, Niedermanner, Schwarz.

Telekom Baskets: Malcolm Hill 20/4, Josh Mayo 19/4, Julian Gamble 14, Yorman Polas Bartolo 9, Tomislav Zubcic 7/1, Nemanja Djurisic 7/1, TJ DiLeo 4, Martin Breunig 4, Konstantin Klein 3/1, Ron Curry.

Trefferquote: MBC 38,6% (22/57), Bonn 56,5% (35/62) ; Dreierquote: MBC 25% (6/24), Bonn (52,4% (11/21); Freiwurfquote: MBC 91,7% (11/12), Bonn 85,7% (6/7); Rebounds: MBC 24 (defensiv 19/offensiv 5, Bester: Pantelic 6), Bonn 39 (defensiv 30/offensiv 9, Bester: Gamble 7); Assists: MBC 11, Bonn 17 (Beste: Mayo und Klein je 4); Ballgewinne: MBC 4, Bonn 8; Ballverluste: MBC 13, Bonn 14; Fouls: MBC 18, Bonn 15; Zuschauer: 2800.