Training im Telekom Dome

So bereiten sich die Telekom Baskets auf die Saison vor

Sehr angetan ist Baskets-Co-Trainer Chris O'Shea von Neuzugang Martin Breunig (rechts). Er werde „einige sehr überraschen“, ist O'Shea überzeugt.

Sehr angetan ist Baskets-Co-Trainer Chris O'Shea von Neuzugang Martin Breunig (rechts). Er werde „einige sehr überraschen“, ist O'Shea überzeugt.

BONN. Einige Spieler der Baskets machen sich derzeit im Telekom Dome schon fit für die neue Saison. Zu der Trainingsgruppe gehört auch Konstantin Klein, der nach langer Verletzungspause wieder angreift.

Die Sommerpause heißt bei Basketballern Offseason. Die Saison ist off, aus, vorbei, setzt aus – aber von Pause kann keine Rede sein. Manager und Trainer haben besonders viel zu tun; sie suchen die passenden Spieler fürs Team der neuen Saison, und die Spieler liegen keineswegs auf der faulen Haut. Nach kurzen Urlauben halten sie sich fit oder bringen sich in Form – so wie Konstantin Klein.

Schon vor der Geschäftsstelle der Telekom Baskets Bonn hört man aus dem Dome das Dribbeln und Stimmen. Co-Trainer Chris O'Shea gibt ein paar kurze Anweisungen, dann setzt sich die kleine Trainingsgruppe „Offseason“ wieder in Bewegung. Konstantin Klein spielt wieder Basketball. „Endlich“, sagt er, „auch wenn es noch weh tut.“ Und damit meint er nicht die komplizierte Knöchelverletzung, die ihn für die komplette vergangene Spielzeit außer Gefecht setzte, die ist ausgeheilt, sondern den Weg zu alter Form. Kleins dynamische Spielweise beruht stark auf seiner Fitness, also heißt es arbeiten, arbeiten, arbeiten.

Viele Telefonate für Krunic

Jeden morgen um zehn treffen sie sich: Klein, Alexander Möller, die Rhöndorfer Valentin Blass und Viktor Frankl-Maus und der Baskets-Neuzugang Martin Breunig, der aus Ludwigsburg kommt und den Umzug nach Bonn schon erledigt hat. „Netter Typ“, lautet das knappe Urteil Kleins. Es ist immer ein Trainer da, manchmal O'Shea, manchmal Predrag Krunic. Der Cheftrainer steht jetzt an der Seitenlinie und beobachtet ganz entspannt, wie Breunig die Korbanlage krachend auf Herz und Nieren testet. „Ich glaube, dass Martin einige sehr überraschen wird“, sagt O'Shea als Krunics Mobiltelefon klingelt. „Ich denke, ich werfe das Ding bald einfach weg“, sagt er und geht lachend aus der Halle, um zu telefonieren, wo ihn niemand hören kann. Es ist offenbar ganz schön was los auf dieser Nummer. Die Spielersuche geht weiter.

Noch ist Krunics Team nicht komplett. „Wir suchen noch zwei Spieler“ sagt er. Die Guards sind komplett – und können sich sehen lassen: Josh Mayo, TJ DiLeo, Konstantin Klein und Neuzugang Ron Curry bilden einen der besten Backcourts der Liga. Als Backup von Center Julian Gamble setzen die Bonner auf Martin Breunig. Es fehlen also noch zwei Flügelspieler.

Bisher ist Krunic mit der Sommerpause zufrieden. Drei Vertragsverlängerungen, zwei Neue – und Krunics Frau und die drei Töchter sind endlich von Oldenburg nach Bonn gezogen. Auch dass er nicht gleich eine Neuverpflichtung von seiner Tour mit Sportmanager Michael Wichterich nach Las Vergas mitbringen konnte, kann die Stimmung des 49-Jährigen nicht trüben.

Gamble spielt um zwei Millionen Dollar

Dass drei ganz oben auf der Baskets-Prioritätenliste stehende Vertragsverlängerungen mit DiLeo, Mayo und Gamble realisiert werden konnten, überraschte ihn nicht: „Nach allen Gesprächen wusste ich, dass wir nicht chancenlos sind. Dass die Jungs diese Entscheidung getroffen haben, zeigt, dass sie in Bonn glücklich waren und der Verein gute Arbeit macht.“ Es wird mit Selbstbewusstsein und Geduld gesucht und verhandelt: „Die Neuen müssen sportlich und menschlich zu uns passen. Das ist keine Phrase, die letzte Saison hat gezeigt, wie viel das wert ist.“

Mit ein bisschen Sorge blicken die Bonner Verantwortlichen über den großen Teich, denn Julian Gamble spielt dort bei „The Tournament“ (TBT) mit, bei dem 64 Mannschaften um ein Preisgeld von satten zwei Millionen Dollar streiten. Da Gambles alter Vertrag ausgelaufen ist und der neue erst ab seiner Ankunft in Bonn im August gültig ist, darf er das. Hätte er einen Zweijahresvertrag gehabt, wäre derlei Freizeitbeschäftigung nicht erlaubt. So bleibt den Baskets nur zu hoffen, dass sich der Center nicht verletzt. „Er sollte den Medizincheck bestehen“, sagt Wichterich und zuckt die Schultern, wie jemand, der etwas gerne ändern würde, aber nicht kann.

ESPN überträgt die Spiele

Unterdessen hat Gamble mit seiner Mannschaft die ersten beiden K.o.-Runden in Las Vegas bestanden. Die Mannschaftszusammenstellung funktioniert nach dem Gerümpelturnierprinzip. Gamble spielt im Team Armored Athlete beispielsweise zusammen mit dem Ex-Bonner Talor Battle, dem Bremerhavener Aufbauspieler Jordan Hulls und dem Berliner Malcolm Miller. Ryan Thompson, der die Baskets Richtung Ulm verlässt, ist gemeinsam mit seinem NBA-erprobten Bruder Jason im Team „Rider Rebels“ am Start.

Das Turnier hat eine Homepage (www.thetournament.com), der Sender ESPN überträgt die Spiele, im Fan-Shop sind TBT-Bälle, -Kapuzenpullover sowie die T-Shirts aller Teams erhältlich. Welche Teams mitspielen dürfen, ist mit einer Fanabstimmung auf der TBT-Seite ermittelt worden. Das Siegerteam gewinnt zwei Millionen Dollar.

Julian Gamble und seine Armored Athletes haben das Achtelfinale erreicht, das am Wochenende in Brooklyn ausgetragen wird. Die Halbfinals und das Endspiel finden am 1. und 3. August in Baltimore statt. Danach können die Baskets aufatmen. Spätestens.