Bonner verlieren trotz 98 Punkten

Schwache Defensive führt zur Niederlage der Baskets

Die Telekom Baskets haben beim CEZ Nymburk verloren.

Die Telekom Baskets haben beim CEZ Nymburk verloren.

Bonn. Die Telekom Baskets haben ihr Champions-League-Spiel bei CEZ Nymburk mit 98:106 verloren. Bei den Bonnern haperte es vor allem in der Defensive.

Hätte irgendjemand Predrag Krunic vorher 98 Auswärtspunkte in Nymburk angeboten, der Trainer der Telekom Baskets hätte sie vermutlich angenommen. Dass diese 98 Zähler dann nicht zum Sieg reichen würden, war nicht zu erwarten, denn die Baskets haben im Saisonverlauf nur einmal 91 Punkte kassiert, sonst immer weniger. Nach vielen knappen Niederlagen in der Champions League mussten sich die Bonner beim offensiv bestens aufgelegten tschechischen Meister CEZ Nymburk mit 98:106 (24:30, 21:25, 23:23, 30:28) geschlagen geben. Die Tatsache, dass die Baskets erstmals in dieser Saison mehr als hundert Punkte kassierten, zeigt deutlich, woran es haperte: an der Defense.

Damit sind noch nicht alle Chancen aufs Weiterkommen vertan, aber so langsam wird es eng - Platz drei in der Gruppe ist nicht mehr zu erreichen, Platz vier nur noch mit Schützenhilfe. Allerdings sind die Plätze fünf und sechs, die zum Weiterspielen im klassentieferen Europe Cup berechtigen, noch erreichbar. Hier haben die Baskets noch zwei Trümpfe mit den Heimspielen gegen die direkte Konkurrenz von Aris Saloniki (17. Januar) und Sidigas Avellino (7. Februar) in der Hand.

Im Hinspiel hatte der Ex-Baskets-Spielmacher Geno Lawrence ein Riesenspiel gemacht und sein Team fast mit einem Triple-Double (zwölf Punkte, neun Rebounds und zehn Assists) zum knappen 89:87-Sieg nach Verlängerung geführt. Gestern bekamen die Bonner Dardan Berisha nie in den Griff und Lawrence erspielte sich wieder ein Double-Double aus 13 Punkten und 13 Assists.

Die ersten beiden Punkte gingen auf das Konto des Ex-Bonners - während eine Blaskapelle auf der Tribüne noch beschwingt forderte, nicht vorhandenen Bayern die Lederhosen auszuziehen. Die Combo sollte im übertragenen Sinne Recht behalten. Es waren zwar Rheinländer, aber in der Defensive hatte sie keineswegs die Hosen an. Angeführt von Berisha punkteten die Tschechen fröhlich und mit wenig Gegenwehr zum 30:24 nach zehn Minuten.

Für ein Viertel ohne Defense war der Bonner Rückstand dank einer nach Startschwierigkeiten in Gang kommenden Offensive vergleichsweise knapp. Eine Hochrechnung auf vier Viertel verbot sich mit diesem Ergebnis dennoch. Doch das war noch nicht das Schlimmste: Spielmacher Josh Mayo hatte bereits zwei Fouls auf dem Konto.

Zum Start in die zweiten zehn Minuten verkürzten Tomislav Zubcic per Dreier und Martin Breunig mit dynamischem Zug zum Korb auf 29:30, in der 12. Minute glich Konstantin Klein aus der Distanz aus (34:34).

Das sah jetzt besser aus, sollte sich aber schnell ändern: In der 15. Minute kassierte Mayo innerhalb kürzester Zeit seine Fouls Nummer drei und vier und musste das letzte, das ihm noch übrig blieb, lange auf der Bank aufsparen. Jetzt fehlte Ron Curry, den Krunic aufgrund der Ausländerregelung in der Champions League aussetzen ließ. Und die Fouls, die Mayo zu viel hatte, hatten die anderen zu wenig. Insgesamt waren es am Ende 15, Nymburk hatte die Bonner 27 Mal gefoult.

In der Defense wurde es nach der Pause (55:45) etwas besser, aber vorn wollte der Ball nicht wirklich in den Korb, ehe Mayo nach langer Abstinenz wieder aufs Feld kam, sich aber in der Verteidigung fortan zurückhalten musste.

Sein gegenüber Lawrence nutze den kleinen Spielraum und setzte sein Team klug in Szene. Gleichzeitig bewies Mayo in der Offensive wie problematisch seine frühen Fouls fürs Team waren.

Die Baskets wehrten sich lange, aber irgendwann fielen auch freche Distanzwürfe. Der Frust darüber mischte sich mit Ärger über Schiedsrichterentscheidungen und die Hausherren erspielten sich einen kontinuierlichen zweistelligen Vorsprung, den die Bonner im Schlussviertel nicht mehr entscheidend verkleinern konnten.