Telekom Baskets Bonn: Saison vorbei: Baskets verlieren mit 82:84 gegen Bamberg | GA-Bonn

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Saison vorbei: Baskets verlieren mit 82:84 gegen Bamberg

Bonn.  Der Vorhang ist für die Telekom Baskets Bonn nach einer beeindruckenden Schluss-Darbietung gefallen. "Die Serie verloren, unsere Herzen gewonnen", entspannten begeisterte Bonner Fans ein Banner nach der 82:84 (19:17, 19:27, 20:21, 24:19)-Niederlage im vierten Viertelfinalspiel gegen die Brose Baskets Bamberg. Es war die dritte Niederlage und damit das Aus in den Play-offs.

Hängende Köpfe, leere Blicke. Die Spieler der Baskets nach dem Abpfiff. Foto: Ittermann

Zuvor hatten sie den 5520 Zuschauern im Telekom Dome aber eine Vorstellung geliefert, vor der man nur den Hut ziehen kann. Der Abspann unter eine Saison mit Höhen und Tiefen, der über die Monitore in der Halle flimmerte, weckte große Gefühle. Es war der Dank an eine Mannschaft, "die den Baskets-Spirit zurück auf den Hardtberg geholt hat". Andrej Mangold und Benas Veikalas hatten Tränen in den Augen, als sie die Fans zum letzten Mal abklatschten. Tränen der Enttäuschung, weil der Sieg und das fünfte entscheidende Spiel so nahe waren.

Das Spiel von Beginn an eng halten und an den Bambergern dranbleiben, hatten sich die Telekom Baskets vorgenommen. Und im Gegensatz zu den ersten drei Begegnungen der Serie gelang ihnen das auch lange. Wer vielleicht gedacht hatte, die Bonner können angesichts des 1:2-Rückstandes den Mut verloren oder zu viel Kraft gelassen haben, wurde eines Besseren belehrt. Die Mannschaft von Trainer Michael Koch spielte die beste erste Halbzeit, die man bisher von ihnen gegen den haushohen Favoriten gesehen hatte.

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Die Initialzündung lieferten gleich mit dem ersten Angriff Spielmacher Jared Jordan und Tony Gaffney. Jordan bediente seinen Mitspieler mit einem Alley-oop-Anspiel, den Gaffney einhändig durch die Reuse krachen ließ. Jetzt wackelte die Korbanlage. Nicht wegen des Hüpfens der Fans wie in Bamberg, sondern weil Gaffney all seine Energie in diese Aktion gesteckt hatte.

Der harte Kern der Baskets, der im dritten Spiel in Bamberg die Korbanlage zum Beben gebracht hatte, war von Hallensprecher Frank Piontek auf besondere Weise begrüßt worden. "Rausgehen, kämpfen, hüpfen und siegen", hatte er die Vorstellung der Mannschaft eingeleitet. Die Stimmung war vom Sprungball weg enthusiastisch und nach Gaffneys Auftakt-Dunking geradezu euphorisch.

Auf dem Feld trugen die Bonner ihren Teil dazu bei, dass es erst einmal so blieb. Gaffney schloss zum 6:6 ab, und nach dem 8:13-Rückstand durch einen Dreier von Casey Jacobsen, brachten Jordan mit Freiwürfen, Chris Ensminger nach Assist Jordan und Benas Veikalas die Gastgeber beim 15:13 (8.) erstmals in Front. Sie verteidigten aggressiv und klug und fanden dann auch im Angriff die Lücken in der Abwehr des Gegners, um dann entschlossen abzuschließen.

Positiv wirkte sich aus, dass Ensminger wesentlich stärker zur Geltung kam als in den bisherigen Viertelfinalspielen. Bis zur Pause hatte er schon zwölf Punkte auf dem Konto, weil er von seinen Mitspielern klug eingesetzt worden war. Mit Freiwürfen bracht der Routinier sein Team sogar mit 19:15 in Front.

Baskets-Aus gegen Bamberg: 82:84

Bis zur Pause entwickelte sich ein schnelles, mitreißendes Spiel auf hohem Play-off-Niveau, in dem sich die Bonner nach einem 30:38-Rückstand durch vier Punkte in Folge von Ensminger sowie Freiwürfe von Talor Battle wieder auf 36:38 herankämpften. Battle hatte allerdings bis dahin sehr unglücklich gespielt, freie Würfe nicht verwandelt und zweimal den Ball verloren.

Zur Pause setzte sich Bamberg wieder ein wenig ab: 38:44. Und schien dann seinen Gegner demontieren zu wollen. Anthony Leon Tucker war nicht zu halten und erzielte zwölf Punkte in Folge zum 38:56. Beim 41:61 nach einem Dreier von Anton Gavel schien der zweimalige Double-Gewinner nicht mehr aufzuhalten zu sein.

Was dann passierte, elektrisierte die Fans geradezu. Gänsehautstimmung, als die Bonner nach einer Auszeit mit einer Energie aufs Feld zurückkamen, die Bamberg bis zum Stand von 58:65 am Ende des dritten Viertels überrollte. Man fragte sich, wo die Bonner die Kraft hernahmen. In der Abwehr ließen sie kaum noch etwas zu, und im Angriff waren es vor allem Ensminger, Veikalas, Gaffney und jetzt auch Battle, die Punkt um Punkt vom Rückstand abknabberten.

Zu Beginn des vierten Viertels verwandelte der überragende Veikalas zwei Freiwürfe zum 60:65. "Defense, Defense", schrien die Fans so laut es ging. Und selbst Jonas Wohlfarth-Bottermann, der Ensminger eine Pause gab und gegen Tibor Pleiß eine tolle Figur machte, traf: 62:68 (31.). Und als Veikalas einen Dreier zum 65:68 verwandelte, war das Spiel endgültig wieder offen.

Erst die Dreier von Brian Roberts und Casey Jacobsen zum 66:76 stoppten den Bonner Vorwärtsdrang. Aber, man ahnt es schon, auch jetzt gaben sie sich nicht geschlagen, intensivierten noch einmal ihre Bemühungen. Ensminger mit einem Dreipunktespiel, Veikalas mit Freiwürfen und Battle per Dreier verkürzten wieder auf 74:78. Ausgerechnet Battle, der so viel Pech bis dahin hatte, drehte auf. Der kleine Amerikaner verkürzte mit Korb und Freiwurf auf 79:81, doch nach einem Ballgewinn konnte er die Chance zum Ausgleich nicht nutzen. Ein Korb von Roberts zum 79:83 schien 17 Sekunden vor der Schlusssirene die Entscheidung zu sein.

Doch die Baskets wollten einfach nicht klein beigeben. Sieben Sekunden später verkürzte Veikalas aus der Distanz auf 82:83. Keiner saß mehr auf seinem Sitz. Als Gavel unter dem Gejohle der Fans nur einen seiner zwei Freiwürfe zum 82:84 verwandelte, war es Veikalas, der auf der Gegenseite den Dreier zum möglichen Sieg nehmen musste, aber hart bedrängt und in Zeitnot nicht traf.

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