Telekom Baskets Bonn

Mayo führt Baskets zum Start-Ziel-Sieg in Oldenburg

Josh Mayo

Bonn. Ein weiterer Sieg für die Telekom Baskets. Die Bonner gewinnen knapp einen Krimi beim Playoff-Konkurrenten Oldenburg mit 86:82.

Auf einen guten Kapitän ist auch dann Verlass, wenn es haarig wird. Falls es noch eines Beweises bedurfte, dass Josh Mayo ein solcher ist, so lieferte ihn der Spielmacher der Telekom Baskets am Wochenende in Oldenburg vollumfänglich ab. Am Samstagabend legte er im Hotelzimmer mit dem Schneidemaschinchen Hand an die stets akkurate Frisur von Julian Gamble, tags darauf rasierte er von der Dreierlinie eiskalt die aufkeimenden Hoffnungen der EWE Baskets Oldenburg auf einen Comebacksieg im für die Playoffqualifikation so wichtigen Spiel. 86:82 (27:20, 27:20, 19:29, 13:13) hieß es am Ende aus Bonner Sicht – ein Start-Ziel-Sieg, wenn auch ein letztendlich knapper.

Mayo war es auch gewesen, der den unbedingten Bonner Siegeswillen gleich zu Beginn der Partie mit einem Distanztreffer dokumentierte. Die Baskets fanden gleich ihren Rhythmus und nutzten das verletzungsbedingte Fehlen der langen Oldenburger Maxim De Zeeuw und Rasid Mahalbasic am Korb konsequent aus. Gamble war eine ständige Gefahr und die Oldenburger Hilfsversuche gegen ihn brachten den Baskets die entsprechenden Freiräume.

Schon nach drei Minuten führten die selbstbewusst auftretenden Bonner mit 12:4, Yorman Polas Bartolo hatte den Ball geklaut, war auf und davon zum Korb gezogen und hatte das Diebesgut krachend in den Korb gestopft.Einzig Frantz Massenat hielt dagegen und das Team von Trainer Mladen Drijencic im Spiel.

Oldenburg holte zwischenzeitlich auf

Gegen die Spieler von der Bonner Bank kamen die Hausherren dann etwas besser zurecht und konnten den Rückstand zum ersten Viertelende von 13 auf sieben Punkte verkürzen (20:27). Die Bakets ließen sich nicht beirren und gewannen das zweite Viertel mit dem selben Ergebnis, sodass mit 14 Punkten Führung die Seiten gewechselt wurden. Bonn war in allen Belangen überlegen, aber Baskets-Sportmanager Michael Wichterich mochte den Tag nicht vor dem Abend loben: „Ich habe schon oft Halbzeitinterviews in Spielen gegen Oldenburg gegeben, in denen wir geführt haben; wir wissen, was noch passieren kann...“, sagte er bei telekom.sport. Und er sollte Recht behalten.

Die Oldenburger Trefferquoten gingen nach und nach in die Höhe, der Tabellensechste fand nun den Rhythmus, den das Fehlen des österreichischen Nationalcenters Mahalbasic in Hälfte eins offensichtlich gekostet hatte. Ab und an halfen die Baskets allerdings auch mit einfachen Ballverlusten bei der Suche.

Oldenburg kam näher und näher, und Philipp Schwethelm drückte den Rückstand schließlich aus der Distanz in den einstelligen Bereich 49:57 (23.). Zum Viertelende verkürzte Massenat auf 66:70, die lange eher stille EWE-Arena machte jetzt lautstark deutlich, dass sie an den Sieg im 59. Duell glaubte. Aber Ron Curry hatte parat, was die Basketballer einen „Silencer“ nennen: Sein Dreipunktewurf traf die gelb-blaue Euphorie empfindlich und senkte die Lautstärke um einige Phon.

Letzte Distanzversuche ohne Erfolg

Und obwohl der Bonner Vorsprung vor dem Schlussviertel nur noch vier Zähler betrug (73:69), wirkten die Baskets nicht, als gerieten sie ins Wanken. Immer wieder hatte man nach dem europäischen Aus aufgrund einiger knapper Niederlagen aus dem Baskets-Lager gehört, dass diese Erfahrung im Saisonverlauf noch helfen könne. „Die Champions-League-Spiele haben uns gelehrt, dass wir im vierten Viertel besser auf den Ball aufpassen müssen“, erklärte TJ DiLeo. „Und dass wir, auch wenn es knapp wird, nicht den Kopf verlieren dürfen.“

Wenn man so will, hat sich das im so wichtigen Kampf um die Playoffs nun schon ausgezahlt. Denn es wurde sehr knapp. In der 36. Minute verkürzte Philipp Schwethelm aus der Distanz auf 78:81, einige Bonner Angriffe waren ohne zählbaren Erfolg geblieben. Auch Dreierversuche von Tomislav Zubcic und Mayo hatten ihr Ziel verfehlt. Krunic nahm eine Auszeit. Und wies noch einmal deutlich darauf hin, die Verteidigung genau zu lesen, ehe eine Entscheidung für den Angriff fällt. Doch zunächst punktete Karsten Tadda zum 80:81. Noch zwei Minuten zu spielen, Mayo verpasste wieder einen Dreier, genauso wie auf der Gegenseite Schwethelm, Tadda legt den Rebound auch daneben.

Auch wenn die letzten Distanzversuche ohne Erfolg waren, jetzt war Mayo gefragt. Und er übernahm in der für ihn typischen Art. Aus fast acht Metern schickte er eiskalt den Ball über Isaiah Philmore hinweg Richtung Korb – und traf. Und wie schon beim 106:69 vergangene Woche gegen Bamberg ließ er die Beute nun nicht mehr los. Per Bodenpass spielte er Gamble den Deckel zu und der Center machte ihn auf die Partie.

 

STATISTIK

Oldenburg: Massenat 15 Punkte/1 Dreier, Paulding 15/2, Philmore 13/1, Schwethelm 12/3, Tadda 11/1, Loesing 6, Bacak 4, McConnell 4, Moore 2.

Telekom Baskets: Josh Mayo 24/4, Tomislav Zubcic 14/2, Julian Gamble 13, Yorman Polas Bartolo 13, TJ DiLeo 8, Ron Curry 6/2, Konstantin Klein 5/1, Martin Breunig 3, Malcolm Hill.

Trefferquote: Oldenburg 43% (32/74), Bonn 55% (30/55); Dreierquote: Oldenburg 29% (8/28), Bonn 41% (9/22); Freiwurfquote: Oldenburg 100% (10/10), Bonn 77% (17/22); Rebounds: Oldenburg 34 (Bester: Philmore 8); Bonn 35 (bester: Zubcic 8); Assists: Oldenburg: 22 (Bester: McConnell 7), Bonn 15 (Bester: Gamble 6); Ballgewinne: Oldenburg 4, Bonn 4; Ballverluste: Oldenburg 5, Bonn 12; Fouls: Oldenburg 21, Bonn 16.