Kommentar

Leerer Teller bei den Telekom Baskets

Enttäuschung bei (von links) Ron Curry, Julian Gamble und TJ DiLeo.

Enttäuschung bei (von links) Ron Curry, Julian Gamble und TJ DiLeo.

Bonn. Die verpasste Pokalqualifikation der Telekom Baskets ist ärgerlich, hat aber nicht nur Nachteile, findet unsere Redakteurin Tanja Schneider.

Ärgerlich. Die verpasste Pokalqualifikation lässt sich kurz zusammenfassen. Wieder haben die Telekom Baskets eine Partie vergeigt, in der es um viel ging. Wie im vergangenen Jahr, als die Tür zum Finale im Europe Cup sperrangelweit offen stand und das Halbfinalrückspiel gegen Nanterre schon fast gewonnen war, Bonn sich aber den dicken Fisch Finale noch vom Teller ziehen ließ.

Auch gegen Bremerhaven war der Weg zur Pokalqualifikation so gut wie geebnet. Das vermeintlich schwierigere der beiden abschließenden Spiele war gegen Frankfurt gewonnen, die Aussicht hätte verheißungsvoller nicht sein können. Nicht München, Bamberg, Berlin oder Ludwigsburg hatte die Losfee für Bonn parat, sondern Bayreuth. Dazu noch in einem Heimspiel. Die Eisbären sahen auf dem vorletzten Tabellenplatz auch nicht unbedingt aus, als hätten sie Ahnung von dicken Fischen. Was sollte also schief gehen?

Einiges. Und es lässt sich nicht verhehlen, dass auch die Belastung aus zwei Wettbewerben dazu beigetragen hat. Das darf keine Entschuldigung sein, ist wohl aber eine Erklärung. Drei Spiele – zwei davon auswärts – innerhalb von fünf Tagen sind eine Belastung, die sich gegen einen ausgeruhten Gegner in einer sehr ausgeglichenen Liga bemerkbar machen. Auch, wenn es sich dabei um den Tabellenvorletzten handelt.

Vielleicht wäre die Partie am Anfang zu gewinnen gewesen. Mit mehr Energie, die vielleicht einen größeren Vorsprung gebracht und die Eisbären nicht in dem Glauben bestärkt hätte, dass in Bonn etwas zu holen sei. Aber die Baskets wollten auch zum Schluss noch Energie haben. Mit dieser Taktik haben sie Spiele gewonnen in dieser Saison: Geduldig an den Plan halten und im letzten Viertel vom größeren Akku profitieren. Das ging gegen die von den Bonnern selbstbewusst gemachten Eisbären nicht auf.

Vielleicht ist es im Hinblick auf das Saisonziel Playoffs gar nicht schlecht, dass nicht noch ein dritter Wettbewerb hinzukommt, bei dem die Siegchancen angesichts der Münchner Stärke ohnehin überschaubar gewesen wären. Ärgerlich aber bleibt das Pokal-Aus trotzdem.