Telekom Baskets Bonn

Lähmendes Entsetzen bei den Baskets

BONN.  Die Telekom Baskets Bonn rutschen in der Tabelle der Basketball-Bundesliga weiter ab. Am Donnerstagabend setzte es eine 94:96-Heimpleite gegen Tübingen. Nun droht der Abstiegskampf.
David McCray kann es nicht fassen: Die Baskets haben einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben.
							Foto: Jörn Wolter
David McCray kann es nicht fassen: Die Baskets haben einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Foto: Jörn Wolter

Es hätte ein kleiner Schritt aus der Krise sein können, und nach 38,5 Minuten sah auch alles danach aus, als sollten die Telekom Baskets Bonn im Heimspiel gegen die Walter Tigers Tübingen einen wichtigen Sieg landen - wichtig für die Aufholjagd in der Basketball-Bundesliga, die die Bonner noch auf einen der Play-off-Plätze führen soll.

Sie führten beim 94:84 mit zehn Punkten - eigentlich sollte das reichen, wenn man ein Spiel clever zu Ende bringt. Doch was sich dann auf dem Feld abspielte, sorgte für lähmendes Entsetzen im mit 5400 Zuschauern besetzten Telekom Dome.

Die Bonner verloren noch mit 94:96 (21:25, 34:24, 18:16, 21:31). Statt auf dem Weg in Richtung Play-offs zu sein, droht der Mannschaft von Trainer Michael Koch nun der Abstiegskampf.

Einen ähnlichen Blackout hat man bei einem Baskets-Team schon einmal erlebt. Doch da ging es um die Meisterschaft. In der Saison 2008/2009 lag Bonn im fünften Finalspiel bei den EWE Baskets Oldenburg mit drei Punkten in Front, hatte gut 20 Sekunden vor dem Ende Ballbesitz und zwei Freiwürfe, um dann alles falsch zu machen und den Titel noch aus der Hand zu geben.

Am Donnerstag war es ähnlich. Der überragende Jared Jordan hatte mit Freiwürfen das 94:84 markiert und damit seiner Mannschaft ein verdientes Zehn-Punkte-Polster verschafft. Verdient, weil die Baskets vor allem in der zweiten Halbzeit einen wirklich starken Gegner mit unglaublicher Intensität beeindruckt hatten und sich dafür die Belohnung abzuholen schienen.

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Es war bis dahin eine wirklich tolle Mannschaftsleistung gewesen, die sich in starker Verteidigung und phasenweise spektakulären Spielzügen ausgedrückt hatte.

Und die Baskets waren zunächst auch nervenstark. Nach 77:68 waren die bissigen Tigers auf 80:77 herangekommen, doch die Gastgeber antworteten, wobei insbesondere der Dreier von Robert Vaden zum 89:82 (38.) den Weg zum schwer erkämpften Erfolg zu ebnen schien.

Denn die Bonner setzten nach, erhöhten die Differenz auf zehn Punkte. Als aber Tyrone Nash und Adam Young mit ihren Dreiern auf 94:90 verkürzten, nahm das Unheil seinen Lauf.

Bei nur noch 58 Sekunden auf der Uhr nahm Vaden schon sehr früh einen Dreier, statt mit seinen Teamkollegen den Ball auszuspielen und ein Foul zu provozieren. Vaden traf nicht - und im Gegenzug traf Reggie Redding mit Korb plus Bonuswurf zum 94:93.

Jedoch hätte alles gut werden können. Weil die Baskets nach Rebound von Kyle Weems 22 Sekunden vor dem Ende den Ball hatten. 16 Sekunden später, eigentlich hätte Bonn den Spielzug ausspielen und sich wieder foulen lassen können, scheiterte Vaden mit seinem Wurf.

Dies nutzte Nash auf der Gegenseite zum entscheidenden 94:96. Wieder war der Schütze gefoult worden und hatte einen Bonuswurf genutzt. Zwar hätte die Auszeit von Koch bei fünf Sekunden auf der Uhr das Blatt noch einmal wenden können, doch Benas Veikalas, der von Jordan mustergültig freigespielt worden war, fehlten die Nerven. Sein Dreier ging nur auf den Ring.

Augenzeuge des Dramas war auf der Tribüne der neue Bonner Power Forward Marqus Blakely geworden. Der 24-Jährige konnte noch nicht mitspielen, weil er noch keine Freigabe hatte. Am Sonntag wird er aber bei Phönix Hagen mit von der Partie sein.

Telekom Baskets Bonn: Ensminger 16 Pkt./ 0-3er, Weems 14/0, Veikalas 13/2, Wohlfarth-Bottermann 12/0, Jordan 11/1, McCray 9/0, Thülig 8/2, Vaden 8/1, Mangold 3/1.
Tigers Tübingen: Nash 20/1, Redding 9, Young 15/3, Frease 8, Duggins 19/3, Wells 6, Lischka 15, Oehle 4.

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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