Telekom Baskets

Kaum Zeit zur Vorbereitung

BONN. Gerade vom Europe-Cup-Viertelfinale aus Israel heimgekehrt, geht es für die Baskets am Samstag in Bremerhaven weiter.

So paradox es klingt, Profi-Basketballer müssen Sitzfleisch haben. Das werden die Spieler der Telekom Baskets Bonn ganz aktuell bestätigen können. Seit vergangenen Montag verbringen sie mehr Zeit in Flugzeugen und Bussen, als sie auf dem Parkett trainieren oder spielen. Inklusive Hin- und Rückreise dauerte der Trip zum Viertelfinalspiel im Fiba Europe Cup beim israelischen Club Ironi Nahariya vier Tage. Und gestern saß die Truppe von Trainer Predrag Krunic schon wieder im Bus nach Bremerhaven, wo es am Samstag (20.30 Uhr) in der Bundesliga gegen die Eisbären geht.

Den Aufwand betreiben die Bonner allerdings gerne, wenn er von sportlichem Erfolg gekrönt wird. Trotz der 80:90-Niederlage in Nahariya haben sie sich erstmals für ein europäisches Halbfinale qualifiziert. Jetzt wollen sie auch in der Bundesliga in die Erfolgsspur zurück, nachdem ihre Siegesserie am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Ulm mit 69:87 gerissen war.

Sie treffen in der Stadthalle Bremerhaven auf einen Gegner, der von ihrem ehemaligen Spieler Sebastian Machowski trainiert wird und nun bereits seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen hat. Mit dazu beigetragen haben Verletzungsprobleme. Unter anderem waren mit Evan Smotrycz, der sich im Hinspiel in Bonn einen Mittelfußbruch zuzog, und Harper Kamp zwei große Spieler längere Zeit verletzt. Zwischenzeitlich verstärkte sich Bremerhaven mit dem erfahrenen Power Forward Nemanja Aleksandrov, der lange für Oldenburg gespielt hat. „Mittlerweile sind alle Spieler wieder fit. Wir wollen die Niederlagenserie schnellstmöglich beenden“, erklärte Machowski.

Das müssen die Bonner durchaus als Warnung auffassen, denn schon im Hinspiel taten sie sich gegen die Eisbären sehr schwer, mussten bis zum Schluss zittern, um sich dann doch knapp mit 98:93 durchzusetzen.

„Uns steht ein schwieriges Spiel bevor. Für die Vorbereitung hatten wir nur ganz wenig Zeit“, sagte Krunic. Übungseinheiten am Freitagmorgen in Bonn und am Samstagmorgen in Bremerhaven mussten reichen. Außerdem müsse man damit rechnen, dass die beiden englischen Wochen nicht spurlos an seiner Mannschaft vorübergegangen seien und sein Team längst nicht so frisch ins Spiel gehen werde wie die Bremerhavener. Die Eisbären hatten eine ganze Woche, um sich auf die Bonner einzustellen und werden mit vollen Akkus auflaufen. Krunic: „Wir müssen irgendwie körperlich und mental die Kraft finden, gegen diesen vor allem offensiv sehr starken Gegner zu bestehen.“

Ganz besonders ins Zentrum der Bonner Defensivbemühungen hat sich Bremerhavens Jordan Hulls gespielt. Bei der unglücklichen Niederlage am vergangenen Spieltag gegen die Gießen 46ers (84:88) war der Spielmacher mit 30 Punkten, acht Rebounds und fünf Assists der überragende Spieler. Mit im Schnitt 13,1 Punkten führt er sein Team zusammen mit Quincy Diggs (siehe Grafik) an. Mit Karvel Anderson (11,4 Punkte) hat Coach Machowski einen weiteren starken Guard im Kader. Smotrycz (11,8 Punkte), Kamp (11,7 Punkte) und Ivan Elliot (10,3 Punkte) sind die Spieler, die besonders in Brettnähe für Gefahr sorgen.

Baskets-Coach Krunic ist froh darüber, dass sein Team nach Bremerhaven acht Tage Spielpause bis zur nächsten Heimaufgabe gegen Ludwigsburg hat. „Wir müssen diese Zeit auch zur Regeneration nutzen“, sagte er, wohl wissend, dass die nächsten englischen Wochen bereits warten.