Telekom Baskets Bonn

Jonas Wohlfarth-Bottermann - Abheben steht nicht auf dem Trainingsplan

BONN.  23 Punkte und zwölf Rebounds in einem Bundesligaspiel, das sind Werte, auf die es bei den Telekom Baskets Bonn in der Vergangenheit nur wenige Spieler gebracht haben. In dieser Kombination wäre bisher auch nur Chris Ensminger dafür in Frage gekommen. Im Spiel bei Phoenix Hagen war es aber Nachwuchscenter Jonas Wohlfarth-Bottermann, der dieses "Double-double" schaffte.
Gleich kracht's im Hagener Korb: Jonas Wohlfarth-Bottermann hat seine Gegenspieler abgeschüttelt. Foto: Lutz Matthias

Der 22-Jährige stand dabei nur gut 20 Minuten auf dem Feld und brachte es dabei auf einen fabelhaften Effektivitätswert von 33.Für das Internetportal eurobasket.com war das Grund genug, den Bonner als Spieler der Woche in der BBL auszuzeichnen. "Ich freue mich darüber, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe.

Das wäre allerdings verpufft, wenn wir verloren hätten. Der Sieg war für mich wichtiger", wollte "Wobo" seine Leistung aber nicht so hoch hängen. Schließlich sei ihm die Spielweise der Hagener auch entgegengekommen: "Ich habe viele Punkte aus dem Pick-and-roll heraus gemacht und dabei von Jared Jordan profitiert. Auch Andrej Mangold hat mir ein, zwei Bälle zugesteckt. Ich hatte dann fast immer freie Korbleger und Dunks." Auch, weil die Hagener ihm in der Mitte viel Platz gelassen hätten. Im Spiel gegen Trier am Sonntag (17 Uhr, Telekom Dome) rechnet er damit, dass es schwieriger für ihn wird.

Man merkt deutlich, dass der aus dem BSV Roleber hervorgegangene Basketballer auf dem Teppich bleiben will. Abheben steht nicht auf seinem Trainingsplan. Stattdessen harte Arbeit. Nur so ist wohl zu erklären, dass er etwa bei den Freiwürfen sehr schnell Fortschritte macht.

Co-Trainer Carsten Pohl hilft ihm dabei. Man arbeitet nach den Methoden von Tom Amberry, auch Dr. Freiwurf genannt, der einmal 2750 Freiwürfe in Folge verwandelte und über sein Training ein Buch geschrieben hat. Wohlfarth-Bottermann: "Ich komme eine halbe bis dreiviertel Stunde früher zum Training und übe ein festes Ritual ein. Das nimmt mir im Spiel den Druck." Pohl schränkt ein: "Jonas ist aber weit davon entfernt, eine stabile Routine zu besitzen." Mit Rückschlägen sei also zu rechnen.

Training, Training, Training ist für den 2,08-Meter-Mann die Devise. So will er auch andere Schwächen in den Griff bekommen, "von denen ich noch einige habe". Den Wurf könne man immer verbessern, und mit seinen Bewegungen zum Korb will er gefährlicher werden. Auch körperlich will er buchstäblich zulegen. "Fünf bis sechs Kilogramm" Muskelmasse sollen es kurz- bis mittelfristig sein. Er wolle dies aber keinesfalls auf Kosten der Schnelligkeit tun, die eine besondere Stärke von ihm ist.

Bilder vom letzten Heimspiel gegen Tübingen
Wohlfarth-Bottermann ist ein gutes Beispiel für den Werdegang eines Basketballers, wie man sich ihn bei den Telekom Baskets vorstellt. Aus Roleber kommend hat er dort die diversen Juniorenteams durchlaufen, spielte unter anderem in der Nachwuchs-Bundesliga. Dazu kamen die Einsätze in der Pro A- und Pro B-Mannschaft beim Kooperationspartner in Rhöndorf sowie in der Junioren- und A 2-Nationalmannschaft. "Ich habe mich kontinuierlich verbessert", sagte er.

Am meisten würden ihm die Minuten in der Bundesliga helfen. Dass Trainer Michael Koch ihm mehr Einsatzzeit gibt, ist für ihn aber keine Selbstverständlichkeit. "Ich muss mir das Vertrauen des Trainers erarbeiten, im Training und dann auch mit guten Leistungen im Spiel", weiß "Wobo". Bis zum verlässlichen Bundesliga-Leistungsträger sei es für ihn noch ein steiniger Weg.

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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