Telekom Baskets Bonn

Für Michael Wichterich ein "Traumjob"

Neuland betritt Michael Wichterich mit seinem Engagement beim Bundesligisten Telekom Baskets Bonn.

BONN. Es gibt Entscheidungen, die fällt man mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand. So erging es auch Michael Wichterich, als er vor "fünf bis sechs Wochen" von Wolfgang Wiedlich, dem Präsidenten der Telekom Baskets Bonn, angesprochen wurde, ob er sich vorstellen könne, als sportlicher Leiter zu dem Basketball-Bundesligisten zu wechseln.

"Man geht natürlich erst einmal rational an eine solche Entscheidung heran und wägt das Für und Wider ab. Aber eigentlich stand für mich die Entscheidung von Beginn an fest", erklärte Wichterich.

Richtig gereift sei sie dann in weiteren Gesprächen mit den Baskets, "in denen wir uns allmählich angenähert haben". In der vergangenen Woche habe er dann zugesagt. Der Verein zitiert den 40-Jährigen mit den Worten: "Die Baskets bieten mir meinen Traumjob, wo ich mich beruflich wie familiär zu Hause fühle."

Diese für die Presse formulierten Sätze scheinen nicht so sein Ding zu sein. "Es klingt ein wenig pathetisch", merkt er selbstkritisch an, aber im Grunde verhalte es sich so: "Es ist wirklich genau das, was ich immer machen wollte."

Wichterich begann seine Basketball-Laufbahn beim Godesberger TV und entwickelte sich dort unter Trainer Anton Feier zum Juniorennational- und GTV-Zweitligaspieler (91/92). Nach einem einjährigen Gastspiel beim Süd-Zweitligisten Lotus München ging er von 1993 bis 2002 auf der anderen Rheinseite in Rhöndorf in der 1. und 2. Bundesliga auf Korbjagd.

Seitdem leitet er als Geschäftsführer erfolgreich die Geschicke des Baskets-Kooperationspartners Dragons Rhöndorf. Beruflich ist der Ur-Bonner, der hier Volkswirtschaft studiert hat, noch bis zum 1. September an seinen alten Arbeitgeber gebunden und wird dann bei den Baskets anfangen.

"Ich finde es super, dass Mathias Fischer der neue Trainer wird und hoffe, dass wir in Bonn länger zusammenarbeiten können. Für mich ist das die perfekte Kombination", blickt der Familienvater (zwei Kinder) voraus. Wenn es nicht die Baskets gewesen wären, die auf ihn zugekommen wären, "hätte ich den Schritt nicht gewagt. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon zwei Angebote anderer Clubs abgelehnt".

Wichterich ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Er spricht von "Neuland", das er betrete, "auch wenn die Mechanismen die gleichen sind. Es ist aber eine andere Liga, nicht nur sportlich gesehen, sondern auch von der Aufgabe her." Aber er trete sie mit Selbstbewusstsein an: "Ich werde das ein oder andere noch lernen müssen, aber ich glaube, dass ich ein gutes Paket mitbringe."

Nicht zuletzt geht er davon aus, dass ihm sein Vorgänger Andreas Boettcher zur Seite stehen wird. "Er hat Faszinierendes geleistet. Von seinen Erfahrungen möchte ich profitieren. Ich bin mir sicher, dass wir in vielen Punkten noch gemeinsam arbeiten werden und Vieles für die Baskets bewegen können", so Wichterich.

Präsident Wiedlich ist jedenfalls überzeugt, eine gute und logische Wahl getroffen zu haben. "Vor rund 15 Jahren war »Bonn-Rhöndorf« eine der emotionalsten und kämpferischsten Partien der Bundesliga und »Bonn-Berlin" dagegen ein Kindergeburtstag. Wenn heute der ehemalige Rhöndorfer Manager in Bonn Sport-Manager wird und die Kooperation vertieft wird, erahnt man, was in den letzten Jahren geleistet worden ist."