Kommentar zu den Telekom Baskets

Eine Frage der Psyche

Bei den Telekom Baskets klaffen Anspruch und Realität derzeit genau so weit auseinander wie Potenzial und Leistung. Deshalb gilt: Weniger nachdenken, mehr Basketball spielen!

Die Bonner sind mit großen Ambitionen in die Bundesliga gestartet, haben als Saisonziel erstmals nicht nur die Playoffs, sondern mehr ausgegeben: die Großen ärgern. Ihre rund um die bewährten Kräfte Mayo, DiLeo, Polas Bartolo und Gamble noch verstärkte Mannschaft versprach, das zu halten. Insofern ist die Geduld mit diesem Team nun schnell aufgebraucht. Nachvollziehbar.

Zum ersten Mal haben die Fans nach dem Spiel gepfiffen, viele bewältigten ihren Frust unter anderem in den sozialen Medien. Da herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass ihre Halle kampflos aufgegeben worden war. Unrecht haben sie nicht. Das war deutlich zu wenig. Genauso wie in der zweiten Halbzeit in Jena, als ein 18-Punkte-Halbzeitvorsprung nicht zum Sieg reichte.

Derzeit suchen die Spieler noch ihre Form, das Team seine Struktur, die Offensive ihre Trefferquote. Das ist verwunderlich, weil der Saisonstart blendete. Und all das wird nicht vom Grübeln besser, sondern von Arbeit im Training, maximalem Einsatz im Spiel und nicht zuletzt – Geduld. Zumindest noch.

Insofern hat Krunic recht, wenn er versucht, sein verunsichertes Team aufzubauen. Er wäre ein schlechter Psychologe, wenn er es anders machte. Allerdings muss diese Methode bald Erfolg bringen, denn auf dem Weg zum Saisonziel haben die Baskets gegen den MBC und Jena bereits zwei nicht eingeplante Niederlagen erlitten.

Diese mit Überraschungen gegen München, Berlin oder Bamberg auszugleichen wird nur mit einem Team gelingen, das bei 100 Prozent ist: physisch und mental. Und bis dahin gilt: Weniger nachdenken, mehr Basketball spielen!