Telekom Baskets unterliegen JSF Nanterre

"Ein bisschen Sonnenschein"

Eine Szene mit Symbolcharakter: Nach 13 Niederlagen in Folge sind Tadas Klimavicius (Mitte) und seine Baskets-Mitspieler tief gefallen und müssen sich nun gegenseitig helfen, wieder aufzustehen. FOTO: JÖRN WOLTER

Eine Szene mit Symbolcharakter: Nach 13 Niederlagen in Folge sind Tadas Klimavicius (Mitte) und seine Baskets-Mitspieler tief gefallen und müssen sich nun gegenseitig helfen, wieder aufzustehen.

17.12.2015 BONN. Wertlos. Was ist schon wertlos? Eine Partie, in der nichts mehr gewonnen werden kann, zum Beispiel. Die Telekom Baskets Bonn waren schon vor der Partie gestern Abend aus dem Eurocup ausgeschieden, JSF Nanterre hatte noch die Chance auf die nächste Runde. Aber der Wert der Partie war für die Bonner nach zwölf Niederlagen in Folge trotzdem kein geringer.

Das Gefühl, dass ein einzelner Sieg mit sich bringen würde, hat in Bonn inzwischen in der Wertigkeit das Weiterkommen im europäischen Wettbewerb überholt. Es sollte wieder nicht gelingen: Nach einem verschlafenen ersten Viertel liefen die Baskets erneut - mal mehr, mal weniger - großen Rückständen hinterher und mussten sich am Ende mit 86:95 (16:29, 22:19, 22:20, 26:27) geschlagen geben.

So blieb Mathias Fischer wieder nur, dem gegnerischen Trainer zu gratulieren und zu bekennen: "Nanterre hat verdient gewonnen. Sie haben ein exzellentes erstes Viertel gespielt. Wir hatten uns vorgenommen, von Beginn an bereit zu sein, das hat nicht funktioniert. Aber es gab auch Positives. Wir haben fünf Spieler, die zweistellig gepunktet haben, Aaron White mit einem Double-Double. Wir haben das Rebound-Duell für uns entschieden, viele Assists, den Ball ordentlich bewegt und ordentlich getroffen. Da ist wieder ein bisschen Sonnenschein."

Er lächelte. Den Franzosen blieb trotz des Sieges nur, das positive Erlebnis mit in die Saison der französischen Liga zu nehmen. Da Oldenburg Ljubljana unterlag, schieden die Franzosen wie Bonn aus dem Wettbewerb aus. Dennoch: Nanterre war mit dem Willen angereist, noch die nächste Runde zu erreichen - mit 15 Fans und drei Trommeln. Das waren genau drei mehr als im Bonner Fanblock. Da verweigerten sich die hartgesottenen Bonner Anhänger und blieben mit ihren Fahnen zu Hause.

Mathias Fischer startete mit Geno Lawrence, Andrej Mangold, Jimmy McKinney, Aaron White und Tadas Klimavicius in die Partie. Die Gäste begannen wacher und zudem treffsicher. Schon nach einem Viertel hatten der quirlige Gerald Robinson (13) und der innen wie außen gefährliche Mykal Riley (10) zusammen 23 Punkte auf dem Konto. Bei den Baskets wollten die Dreier nicht fallen, und so kamen schon nach zehn Minuten 13 Punkte Rückstand zustande.

Aber die Baskets arbeiteten sich in die Partie. Daran hatte Gerald Beverly großen Anteil. Der Power Forward aus der Baskets-Reserve spielte mit der Unbekümmertheit desjenigen, der nicht zwölf Niederlagen in Folge kassiert hat. Er wühlte unter dem Korb, dass es den Zuschauern eine Freude war. Und er steckte seine Kollegen an. Ein Dreier von Rotnei Clarke, ein Tip-in von Tadas Klimavicius und noch ein Dreier von Jimmy McKinney - und der Rückstand betrug nur noch acht Punkte (24:32, 13.).

Das sah alles runder aus als so oft zuvor. Sogar ein mit viel Optimismus zum Korb beförderter Zirkuswurf von White brachte Zählbares (36:47, 19.). Mit zehn Punkten Rückstand ging es in die zweite Hälfte. Mit einem Dreier von Koch waren es schnell nur noch fünf Punkte Rückstand (43:48, 21), doch Riley konterte aus der Distanz. Zwei schöne Assists von Andrej Mangold auf Klimavicius und White sowie einen Dreier von Clarke später musste Nanterre eine Auszeit nehmen, weil die Baskets dabei waren, die Partie zu drehen (50:51, 24.).

Danach allerdings hielten die Gäste Bonn im Wesentlichen durch die individuelle Klasse ihres Nationalspielers Mam Jaiteh auf Distanz. Keine allzu große Distanz, aber es reichte. Clarke brachte sein Team mit Freiwürfen und Zug zum Korb auf vier Punkte heran. Und wäre sein anschließender Dreier im Korb gelandet, wäre 35 Sekunden vor dem Ende der erste Baskets-Sieg nach einer gefühlten Ewigkeit möglich gewesen. Aber der Ball sprang auf den Ring, und der Telekom Dome seufzte kollektiv. Immerhin das hatten sich die Baskets erarbeitet. Sie wurden von den Rängen unterstützt, und die Haupttribüne kompensierte den fehlenden Applaus der Stehtribünen-Fans.

Am Sonntag geht es mit einem Heimspiel (17 Uhr, Telekom Dome) gegen Braunschweig weiter, dann ist auch Neuzugang Langston Hall spielberechtigt. (Tanja Schneider)