Spielmacher Eugene Lawrence

Der Kopf des Teams bleibt bei den Baskets

Eugene Lawrence bleibt in Bonn.

Zieht weiterhin die Fäden im Spiel der Telekom Baskets Bonn: Eugen Lawrence unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

BONN. Zehn Profi-Basketballer sollen im Kader der Telekom Baskets Bonn stehen, wenn am 4. Oktober die Bundesligasaison startet. Seit Dienstag ist mit Eugene Lawrence Nummer acht an Bord.

Der Amerikaner gehört zu den wichtigsten Verpflichtungen der Bonner. Das erkennt man bereits an der Vertragsdauer. Der Spielmacher wird bis 2017 die Fäden in der Mannschaft von Mathias Fischer ziehen. "Er ist ein wichtiger Teil unseres Systems gewesen und wird auch zukünftig eine Menge Verantwortung übertragen bekommen", sagte der Trainer.

Die sportliche Vita des 29-Jährigen ist, was das Kapitel Baskets angeht, eine besondere. Als er im Frühjahr 2014 mitten in der Saison nach Bonn kam, ersetzte er Jared Jordan. Der war zu den Brose Baskets Bamberg gewechselt. Wären allerdings nicht die unsicheren politischen Verhältnisse in der Ukraine gewesen, hätte es den fliegenden Wechsel wohl nicht gegeben. Lawrence war zu der Zeit beim BC Hoverla aktiv. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland bahnten sich gerade an. Nur deshalb kam Lawrence aus seinem Vertrag, und nur deshalb durfte Jordan gehen.

Im Nachhinein ein Glücksfall. Lawrence fügte sich auf Anhieb ins Team ein. Es kam überhaupt kein Bruch ins Baskets-Spiel. Bereits bei seinem ersten Auftritt im Karnevalsspiel wurde Lawrence zum Matchwinner, als er beim 80:79-Sieg über Bremerhaven eiskalt den entscheidenden Dreier verwandelte und darüber hinaus mit sechs Assists als Vorbereiter glänzte - und das nach nur wenigen Trainingseinheiten mit seinen neuen Mitspielern. 2014 führte er Bonn auf Platz fünf, ein Jahr später auf Platz vier der Hauptrunde - die beste Platzierung des Vereins seit 2009.

Überragend im Viertelfinale

8,3 Punkte und 5,5 Assists pro Spiel waren in der vergangenen Saison die Ausbeute des Kraftpakets aus Brownsville/NewYork. Zu was er fähig ist, zeigte er im Playoff-Viertelfinale gegen Ulm, als er zum überragenden Baskets-Akteur mit 14,2 Punkten, 6,8 Assists und 3,4 Rebounds pro Spiel avancierte. "Eugene hat eindrucksvoll bewiesen, dass er dieses Team auf dem Feld führen kann, und er hat sich während der letzten anderthalb Jahre individuell als Basketballer weiterentwickelt", stellte Fischer fest. "Er ist jetzt im besten Basketball-Alter. Ich bleibe ja auch noch mindestens zwei Jahre bei den Baskets, insofern passt das alles gut zusammen."

Die Blumen gibt Lawrence gerne zurück. "Für mich geht es dabei auch um Loyalität. Wir haben hier mit viel gegenseitigem Vertrauen etwas aufgebaut, das noch weiter wachsen kann und soll", wird Lawrence in der Baskets-Pressemitteilung zitiert. "Mit ihren professionellen Strukturen und dem zugleich familiären Umfeld sind die Telekom Baskets der richtige Ort für mich, um die anstehenden Herausforderungen anzugehen. Das bedeutet, dass ich auf dem Feld weiterhin alles geben werde, damit wir uns als Team weiterentwickeln."

Medizincheck vor Unterschrift

Die Achillessehnenprobleme, die Lawrence während der vergangenen Saison plagten, habe man im Griff. Fischer: "Er hat für die Pause einen speziellen Trainingsplan bekommen und war in New York nicht mehr so viel auf den Freiplätzen unterwegs." Dennoch werde sich der Familienvater nach der Rückkehr wie alle anderen Spieler mit einem neuen Vertrag einem medizinischen Test unterziehen müssen. "Erst danach werden die Verträge gültig", so Fischer.

Jetzt fehlen nur noch zwei Spieler im Kader - ein Shooting Guard und ein Flügelspieler. Fischer ist auf der Suche nach echten Spezialisten. Kombi-Spieler kommen erst einmal nicht in Betracht.

Derzeitiger Kader der Telekom Baskets Bonn: Mathias Fischer (Trainer), Chris O'Shea (Co-Trainer), Eugene Lawrence, Andrej Mangold, Dirk Mädrich, Florian Koch, Tadas Klimavicius, Isaiah Philmore, Rotnei Clarke, Aaron White.