Telekom Baskets verlieren mit 87:99

Bonn kann Oldenburg nicht stoppen

Bester Schütze der Baskets war in Oldenburg Yancy Gates (rechts im Duell mit Brian Qvale). Der Center erzielte 20 Punkte.

Bester Schütze der Baskets war in Oldenburg Yancy Gates (rechts im Duell mit Brian Qvale). Der Center erzielte 20 Punkte.

15.02.2016 Bonn. Es braucht im Basketball oft keine tief greifenden Analysen, um zu erklären, warum die eine Mannschaft gewonnen und die andere verloren hat.

Nackte Zahlen können dann ausreichen - beim Ergebnis angefangen. 87:99 (29:30, 20:32, 17:20, 20:18) unterlagen die Telekom Baskets Bonn bei den EWE Baskets Oldenburg, kassierten also 62 Gegenpunkte in der ersten Halbzeit und 99 insgesamt. Selbst wenn man das Spiel nicht gesehen hätte, könnte man unzweifelhaft feststellen: Die Baskets haben wieder einmal schlecht verteidigt.

Und geht man ausgehend vom Ergebnis mehr in die statistischen Details, wird klar: Der Gast vom Rhein konnte seinen Gegner in allen offensiven Bereichen nicht entscheidend stoppen. Vor der Pause kassierte die Mannschaft von Trainer Carsten Pohl elf von insgesamt 14 Oldenburger Dreiern, und sie gestattete insgesamt sieben EWE-Angreifern eine zweistellige Trefferquote. Wenn dann noch eine Unterlegenheit im Rebound dazu kommt, die Freiwurfquote gerademal bei 62 Prozent und das Assistverhältnis bei 12:22 liegt, gibt es keine Argumente mehr, die irgendetwas beschönigen könnten.

Positiv sticht nur die deutlich verbesserte Zweierquote der Baskets heraus. Die Verpflichtung von Yancy Gates, der mit 20 Punkten Topscorer seines Teams war, und die Genesung von Isaiah Philmore schlägt sich da nieder. Letztgenannter war in Oldenburg bester Spieler seiner Mannschaft. In nur 17 Minuten Spielzeit sammelte er 16 Punkte, fünf Rebounds und verwandelte alle zehn Freiwürfe.

Kommt man von der Statistik zum Live-Erlebnis, waren es unter dem Strich nur die ersten 13 Minuten, in denen die Bonner einen guten Eindruck hinterließen. Sie führten durch schnelle Angriffsaktionen und beherzte Würfe nach sieben Minuten mit 25:16, wobei sich neben Gates vor allem Spielmacher Eugene Lawrence, Sean Marshall und Florian Koch in Szene setzten. Auch defensiv sah das gar nicht mal so schlecht aus. "Im ersten Viertel haben wir das Spiel ganz gut im Griff gehabt", sagte Coach Pohl. Bis der Gastgeber den Vorwärtsdrang seines Gegners stoppte und offensiv aufdrehte. Nach einem 10:0-Lauf hatte Oldenburg das Spiel erst einmal gedreht.

Immerhin: Die Bonner hielten zunächst dagegen und lagen im dritten Viertel mit 41:34 vorn. Das war's dann aber. Die Hausherren zeichnete aus, dass sie im Gegensatz zu den Gästen defensiv zulegen konnten und ihre überragenden Schützen die Bonner Nachlässigkeiten eiskalt ausnutzten. Manche Würfe waren allerdings auch nicht zu verteidigen. Bestes Beispiel war der Dreier von Klemen Prepelic aus acht Metern Entfernung zum 55:49. Und weil Oldenburg neben Prepelic noch einen herausragenden Rickey Paulding (19 Punkte, 100 Prozent Trefferquote), einen wirbelnden Vaughn Duggins (16 Punkte), einen treffsicheren Nemanja Aleksandrov (14 Punkte/80 Prozent Dreierquote) und Center Brian Qvale (19 Punkte) hatte, der viel zu oft am Korb freigespielt wurde, hieß es nach 28 Minuten 82:61 für Oldenburg.

Mehr als eine Ergebnisverbesserung gegen einen allerdings nachlassenden Gegner war für die Bonner nicht mehr möglich, auch wenn man ihnen zugestehen muss, alles versucht zu haben. Beim 83:91 (38.) keimte noch einmal ein wenig Hoffnung auf. "Wir haben aber einfach nicht gut genug gespielt, um noch eine Chance zu bekommen", sagte Pohl. Entscheidend sei gewesen, dass "wir es nach dem guten Beginn nicht mehr verstanden haben, die Angriffsaktionen des Gegners zu kontrollieren. Wenn die tief besetzten und eingespielten Oldenburger ihre volle Kraft entfalten können, wird es schwer, sie zu stoppen."

Auf die Bonner wartet aufgrund des Pokal-Wochenendes eine zweiwöchige Spielpause. "Wir sind noch längst nicht eingespielt und müssen im Training weiter hart arbeiten", blickte Pohl voraus. Auf die Tabelle blickt der 50-Jährige nicht. Pohl: "Es kommt darauf an, uns besser zu präsentieren und Spiele zu gewinnen. Und damit fangen wir am besten schon nach der Pause in Gießen an."

Die Statistik

EWE Oldenburg: Kramer 10 Punkte/2 Dreier, Wimberg, Smeulders 11, Prepelic 10/2, Lockhart, Paulding 19/4, Aleksandrov 14/4, Schwethelm, Qvale 19, Duggins 16/2.

Telekom Baskets: Gates 20, Mädrich 5/1, Philmore 16, Marshall 13/1, Lawrence 10/2, Klimvavicius, Koch 4, White 6, Clarke 13/1.

Trefferquote: Oldenburg 53 % (35/66), Bonn 51 % (30/59). Dreierquote: Oldenburg 56 % (14/25), Bonn 33 % (6/18). Freiwurfquote: Oldenburg 71 % (15/21), Bonn 62 % (21/34). Rebounds: Oldenburg 38 (Beste: Qvale, Smeulders je 7), Bonn 30 (Bester: White 6). Assists: Oldenburg 22 (Bester: Duggins 7), Bonn 12 (Bester: Lawrence 8). Ballverluste: Oldenburg 11, Bonn 8. Ballgewinne: Oldenburg 4, Bonn 7. Fouls: Oldenburg 24, Bonn 19. (Gerhard Mertens)