Telekom Baskets Bonn

Baskets wollen gute Form gegen Opava konservieren

Vor der schweren Partie gegen Alba Berlin dient der letzte Bonner Champions-League-Auftritt in Opava auch dazu, Neuzugang Nate Linhart ins Spiel zu integrieren.

Vor der schweren Partie gegen Alba Berlin dient der letzte Bonner Champions-League-Auftritt in Opava auch dazu, Neuzugang Nate Linhart ins Spiel zu integrieren.

BONN. In Opava geht es für die Telekom Baskets Bonn darum, die zuletzt gute Form zu konservieren und Neuzugang Nate Linhart ins Spiel zu integrieren.

Chris O'Shea saß am Sonntagnachmittag in seinem Büro und machte sich Gedanken über die nächste Aufgabe seiner Mannschaft: Opava. Champions League, letzter Spieltag. Aus der Halle nebenan dröhnte der jecke Bass von "Bonn steht Kopp" ab und an in die Katakomben des Telekom Dome. Einige seiner Spieler hatten sich unters bunte Volk gemischt – nach der Trainingseinheit am frühen Nachmittag.

Trotz des 83:78-Erfolgs im wichtigen Duell bei den MHP Riesen Ludwigsburg und angesichts der Bedeutungslosigkeit der Partie in Tschechien (Dienstag, 20.30 Uhr) gab es auf dem Hardtberg keinen freien Tag. O'Shea ist nicht gewillt, die gewonnenen Fortschritte leichtfertig aufs Spiel zu setzen und schätzt die Begegnung trotz der für die Baskets schon feststehenden Weichenstellung Richtung Europe Cup (siehe Tabelle) alles andere als bedeutungslos ein: "Wir nehmen das sehr ernst", sagt der 37-Jährige. "Jedes Spiel gibt dir die Chance, etwas zu verbessern."

Das Hinspiel gewannen die Baskets mit 114:77, doch sie verloren Center Charles Jackson mit einer komplizierten Fußverletzung. Ein Wendepunkt. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch die Saison kompliziert. Inzwischen haben die Bonner das Ruder rumgerissen.

In Tschechien wollen sie Neuzugang Nate Linhart, der in Ludwigsburg nur vier Minuten Arbeitszeit erhielt, in ihr Spiel integrieren. Linhart ist noch nicht einmal eine Woche in Bonn, und so ließ O'Shea ihn draußen, als es in Ludwigsburg nach einer komfortablen 23-Punkte-Führung im Schlussviertel noch einmal knapp wurde.

"Ludwigsburg hat begonnen zu treffen, und wir sind statischer geworden", erklärt O'Shea, der wollte, dass sich sein Stammpersonal selbst aus der Krise befreit. Er vertraute darauf, dass sein Team mental inzwischen stark genug ist. Die mögliche Rettung durch den Neuzugang wäre nach O'Sheas Philosophie zu diesem Zeitpunkt insofern nicht das richtige Zeichen ans Team gewesen. Er behielt Recht. Die Baskets stabilisierten sich und fuhren wichtige Punkte im ohnehin kniffligen Kampf um die Playoff-Plätze ein. Und einen Schub fürs Selbstbewusstsein.

"Das Momentum ist eine sensibles Ding. Während eines Spiels und während der Saison", sagt der Coach, der seinen Chef Predrag Krunic Mitte Januar beerbte und seitdem in seinen ersten fünf Spielen als Headcoach zu überzeugen wusste. "Kleinigkeiten können das ändern, zum Beispiel, wenn die Mentalität nicht stimmt. Wir wollen die Spannung halten. Deshalb bereiten wir uns vor wie immer." Und dann sagt er einen Satz, der in der Glaubhaftigkeit, mit der O'Shea ihn ausspricht, noch zum Jahreswechsel auf dem Hardtberg undenkbar war: "Wir wollen uns ans Gewinnen gewöhnen."

Alles, was der Trainer-Novize versucht hat, auf die Schnelle zu ändern, zeigt Erfolge: Kommunikation, Hilfen in der Verteidigung, Teamplay in der Offensive. "Wir haben bewiesen, dass wir viele Fortschritte gemacht haben", sagt er. Jetzt soll also das Rädchen Linhart möglichst schnell und reibungslos in die anderen Rädchen greifen. Auf seiner ersten Dienstreise nahm sich TJ Dileo seiner an und stellte fest, dass der Neuzugang vom belgischen Erstligisten Proximus Spirou Charleroi gut informiert ist.

Linhart hat eine BBL-Vergangenheit, spielte in Trier und Bayreuth, er kennt sich in der Liga aus und interessiert sich für seinen neuen Arbeitgeber, seine Historie und Situation. "Die Integration wird nicht schwerfallen", ist O'Shea ohnehin überzeugt. "Weder ins Team noch in unser Spiel."

Am Montagmittag brachen die Baskets mit dem Bus Richtung Dortmund auf, von dort flogen sie nach Polen und mussten anschließend wieder mit dem Bus in den östlichsten Teil Tschechiens. Eine weite Reise. So, wie sie den Baskets als Tabellenelftem auch auf dem Weg in die Playoffs noch bevorsteht. Sie geht am Sonntag mit der Partie gegen Alba Berlin weiter. Da kann es nur helfen, wenn O'Shea und sein Team es schaffen, ihre Ludwigsburg-Form in Opava zu konservieren.