Telekom Baskets Bonn

Baskets verpflichten Julian Gamble

Der neue Center der Telekom Baskets: Julian Gamble kommt aus Brüssel. FOTO: BASIC-FIT BRÜSSEL

Der neue Center der Telekom Baskets: Julian Gamble kommt aus Brüssel. FOTO: BASIC-FIT BRÜSSEL

BONN. Julian Gamble kommt vom belgischen Erstligisten Basic-fit Brüssel. Trainer Poropat verspricht in Kürze einen weiteren „sehr guten“ Spieler.

Wenn Silvano Poropat seine Teams zusammenstellt, hat er eine genaue Vorstellung von der idealen Mischung: Zwei bis drei Führungsspieler, vier bis fünf Teamspieler und ein bis zwei Individualisten hält der Trainer der Telekom Baskets für erfolgversprechend.

Auf dem derzeit noch relativ unbeweglichen Spielermarkt haben sich die Telekom Baskets einen Center für die erste Fünf geangelt, der laut Poropat das Profil „Führungsspieler“ erfüllt: Julian Gamble hat einen Jahresvertrag unterschrieben. Der 25-jährige 2,09-Meter-Mann aus Miami führte in der vergangenen Saison Basic-fit Brüssel ins Playoff-Halbfinale der ersten belgischen Liga.

Zu Poropats Philosophie der guten Mischung gehört auch die Team-Balance aus Zum-Korb-Ziehen, Rebounden, Werfen, Blocken, Defensive und Offensive. Gamble kann alles. Durchschnittlich 16,6 Punkte, 8,3 Rebounds, eine gute Trefferquote aus dem Feld (60,8 Prozent) sowie 1,5 Steals und 1,9 Blocks stehen als Beweis in den Statistikbögen der vergangenen Saison.

Ein Highlight-Video fasst das Beste zusammen, was es im Laufe einer Saison zu sehen gab – und das von Gamble hat seinen Namen verdient. Der frisch verheiratete Vater eines zehn Wochen alten Jungen hat einiges, was in Bonn vergangene Saison schmerzlich vermisst wurde. Er blockt Bälle, reboundet und stopft den Ball durch den Ring, dass der Hallenwart die Sorgenfalten auf die Stirn bekommt. „Die Idee war, einen athletischen Center zu holen, der gut läuft und springt“, erklärt Poropat.

„Wir müssen uns in Offense und Defense auf ihn verlassen können. Julian ist beweglich und offensiv vielseitig, kann sowohl mit dem Rücken als auch dem Gesicht zum Korb attackieren“, ergänzt der Baskets-Trainer und freut sich über ein weiteres Plus: „Julian ist Linkshänder. Das ist schwer zu verteidigen. Und wenn man keinen Linkshänder im Team hat, auch kaum zu trainieren – ich mag das.“ Klingt, als würde das Basketsspiel temporeich. „Wir werden nicht extraschnell spielen“, sagt Poropat, „aber organisiert Gas geben.“ Und das hört sich an, als habe der Coach schon jetzt Spaß an dem, was da auf ihn und die Bonner nach der Durststrecken-Saison 2015/16 zukommt.

Dass Spielmacher Eugene Lawrence abgesprungen ist, der einen wie Gamble mit seinem Passspiel exzellent hätte in Szene setzen können, hat Poropat nicht ganz unvorbereitet getroffen. „Ich hatte die Hoffnung, dass er sagt: 'Okay, die Saison ist schlecht gelaufen, lasst uns das gemeinsam wiedergutmachen', aber es war nicht so. Ich mache ihm keinen Vorwurf. So ist das Profigeschäft, er hat viel für die Baskets getan. Ich finde das schade, aber ich hatte gespürt, dass es in diese Richtung gehen könnte. Und daher hatten wir einen Plan B – den setzen wir gerade um.“

Auch wenn es schon stramm auf den Trainingsauftakt in der zweiten Augustwoche zugeht und der Kader bisher aus sechs Spielern (Florian Koch, Johannes Richter, TJ DiLeo, Yorman Polas Bartolo, Filip Barovic und Julian Gamble) ohne Starting Pointguard besteht, ist Poropat entspannt: „In einem Schnellschuss den falschen Spielmacher zu verpflichten, wäre einer der größten Fehler, den man machen kann.“ Dann verrät der Kroate: „Ich hoffe, dass unsere nächste Meldung ein wichtiger Spieler ist. Ein sehr guter Spieler.“ Ob es der Aufbauspieler ist, verrät er nicht. Aber da ist wieder diese Freude zu hören, die Poropat an seinem neuen Team hat.