Turnier in der Saisonvorbereitung

Baskets verlieren das Finale von Rhöndorf

Jordan Parks / Telekom Baskets Bonn vs. Dragons Rhöndorf , Saisonvorbereitung beim Gezeiten Haus Cup 2017.

Jordan Parks / Telekom Baskets Bonn vs. Dragons Rhöndorf , Saisonvorbereitung beim Gezeiten Haus Cup 2017.

Bad Honnef. Die Telekom Baskets Bonn müssen sich im Finale des Turniers in Rhöndorf 67:71 geschlagen geben. Dragons verlieren das Spiel um den dritten Platz gegen Köln.

Das sah wahrhaftig nicht nach Saisonvorbereitung aus: Im Finale des Gezeiten-Haus-Cups ging es im Finale zwischen den beiden Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn und s.Oliver Würzburg zeitweise hitzig zur Sache. Am Ende einer intensiven Partie setzten sich die Würzburger mit 71:67 (39:30) durch. Platz drei belegten die RheinStars Köln nach einem 82:71-Erfolg im kleinen Finale gegen die Gastgeber.

„Das war ein gutes und lehrreiches Turnier“, sagte der nicht unzufriedene Bonner Cheftrainer Predrag Krunic. „Ich freue mich über die insgesamt hohe Intensität in beiden Spielen – auch wenn wir heute dafür nicht belohnt wurden.“ Und er ergänzte: „Wichtig ist, dass die kleine Rotation in unterschiedlichen Konstellationen gut funktioniert hat und alle fit geblieben sind.“

Sein Team war schon ins Halbfinale am Samstag gegen Rhöndorf ohne Center Julian Gamble gestartet. Gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Kooperationspartner gaben die Baskets trotzdem von Beginn an den Ton an und zogen locker mit 85:59 ins Finale ein. Da fehlte den Baskets vor allem Gambles Reboundstärke. Die Abpraller vom Brett gingen mehrheitlich an die Würzburger, die sich im Halbfinale gegen die Kölner (70:63) schwerer getan hatten als erwartet.

Zwei Platzverweise im Finale

Die Baskets liefen auf der Anzeigetafel ein bisschen hinterher, blieben aber immer in Sichtweite. Dank der hohen Intensität kompensierte das Krunic-Team auch das fehlende Wurfglück aus der Distanz und konnte zu Beginn des letzten Viertels durch zwei Freiwürfe von Spielmacher Josh Mayo ausgleichen (55:55, 33.). Würzburg konterte per Dreier, Krunic nahm eine Auszeit. Eine 1-A-Simulation einer Crunchtime. Alles lief auf eine Entscheidung mit dem letzten Wurf hinaus, als sich Würzburgs Center Leon Kratzer und Jordan Parks ein Scharmützel lieferten. Bei einem Würzburger Fehlwurf stürzten beide im Kampf um den Ball zu Boden, Kratzer hinderte Parks daran, sich dem Bonner Schnellangriff anzuschließen, und dieser befreite sich ein bisschen zu impulsiv aus der Situation. Die Schiedsrichter schickten Parks sowie den Würzburger und Ex-Bonner Andrej Mangold, der unerlaubt aufs Feld gelaufen war, vom Feld und verteilten noch ein paar unsportliche und technische Fouls.

Der wie schon am Samstag starke TJ DiLeo brachte Bonn mit einem Zirkuswurf à la Mayo mit 63:61 in Führung. Doch jetzt hatten sich auch die Männer von Trainer Dirk Bauermann festgebissen und ließen nicht abreißen. Ausgerechnet der ansonsten bärenstarke Topscorer Polas Bartolo ließ sich elf Sekunden vor Schluss den Ball klauen, und der mit dem Diebesgut enteilte Abdul Gaddy konnte nur noch per Foul gestoppt werden. Seine beiden Freiwürfe stellten das Ergebnis auf 69:65 und erlaubten im Folgeangriff Polas Bartolo, unbehelligt zum Korb zu ziehen – um ihm zwar die Punkte, aber eben auch nicht mehr in Form eines Extra-Freiwurfs zu überlassen. Ein weiteres Foul, zwei weitere Freiwürfe für DJ Richardson – das war's. Der Gezeiten Haus Cup begab sich am Abend auf die Reise in eine unterfränkische Vitrine.

„Würzburg hat uns einiges abverlangt“, sagte Yorman Polas Bartolo. „Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir auch mit einem kleinen Kader und trotz Foulproblemen an beiden Enden des Feldes Lösungen finden können.“

Am kommenden Samstag spielen die Baskets beim Turnier der Fraport Skyliners in Frankfurt gegen die Antwerpen Giants und am Sonntag gegen die Gastgeber (beide 16 Uhr).

Statistik

Rhöndorf im Spiel gegen Bonn: Frankl-Maus (3 Punkte/1 Dreier), Koschade (2), Taylor (15/1), Blass (11), Geretzki (3/1), Namady (2), Vermumen (2), Kneesch (9/1), Sherill (8), Michel (2), Elksnis (2).

Bonn im Spiel gegen gegen Rhöndorf: Parks (25/5), Klein (10/2), Jasinski (7/2), DiLeo (9/1), Breunig (12), Polas (6), Mayo (5/1), Möller (6), Falkenstein (5/1).

Rhöndorf im kleinen Finale gegen Köln: Falkenstein (4), Koschade (3/1 Dreier), Taylor (27/1, 12 Rebounds), Blass (3/1), Geretzki (10/2), Dia, Vermum, Kneesch (15/3), Möller (5), Sherrill (4, 6 Rebounds), Elksnis.

Bonn im Finale gegen Würzburg: Parks 9/1 Dreier, Klein 9/2, Jasinski, DiLeo 5/1, Breunig 13, Polas 19/2, Mayo 10, Möller 2.