Telekom Baskets Bonn

Baskets stehen defensiv desolat

Eine gute Vorstellung lieferte Florian Koch (links), der hier von David Brembly bedrängt wird, in Bremerhaven ab.

Eine gute Vorstellung lieferte Florian Koch (links), der hier von David Brembly bedrängt wird, in Bremerhaven ab.

BONN. Die Telekom Baskets Bonn haben in Bremerhaven 103:113 verloren. Ryan Thompson und Ojars Silins zogen sich Verletzungen zu.

Wer im Basketball 103 Punkte erzielt, sollte eigentlich als Sieger vom Feld gehen. Nicht so die Telekom Baskets Bonn nach ihrem Spiel bei den Eisbären Bremerhaven am Samstag. Beim 103:113 (26:33, 28:34, 21:29, 23:22) ließen die Bonner nach einer strapaziösen Woche in der Defensive den Biss und die nötige Konzentration vermissen, um die mit viel offensivem Potenzial ausgestatteten Eisbären zu stoppen. Solange die Bonner ihrerseits im Angriff dagegenhielten, spielten sie auf Augenhöhe, doch eine kurze Phase im dritten Viertel, als ihnen offensiv nichts gelang, der Gegner aber regelmäßig zu Punkten kam, wurden ihnen zum Verhängnis.

„Wir haben es nicht geschafft, über 40 Minuten gut zu verteidigen und Bremerhaven in Schach zu halten“, stellte Florian Koch fest. Der beste Hinweis auf die etwas schläfrige Vorstellung der Baskets war allerdings das Reboundverhältnis. Während sich Bremerhaven 41 Abpraller sicherte, davon 16 am offensiven Brett, waren es bei den Bonnern fast die Hälfte weniger: 22.

„Wir wollten mit hohem Tempo spielen und antesten, ob die Bonner müde sind. Wir haben die Möglichkeiten, die sie uns gegeben haben, gut genutzt und sehr gut an den Brettern gearbeitet“, erklärte Bremerhavens Coach Sebastian Machowski. Sein Pendant auf Bonner Seite, Predrag Krunic, kritisierte, dass seine Mannschaft das Tempo nicht kontrollieren konnte.

„Bremerhaven hat schneller und mit mehr Energie gespielt. Das hat man auch im Rebound gesehen. Der Sieg war verdient“, so Krunic. Für den Bonner Trainer war klar, „dass die letzten Wochen uns körperlich und mental Energie gekostet haben. Ich bin froh, dass ich mein Team in der nächsten Wochen in Ruhe auf das wichtige Heimspiel am Sonntag gegen Ludwigsburg vorbereiten kann“.

Trotzdem hätten die Baskets als Sieger vom Feld gehen können, „doch man muss anerkennen“, sagte Krunic, „dass Bremerhaven sehr gut getroffen und auch schwierige Würfe verwandelt hat“.

Vom Sprungball weg entwickelte sich vor 2830 Zuschauern in der Stadthalle ein Offensivspektakel, an dem beide Seiten gleichermaßen beteiligt waren. Bei den Baskets waren es vor allem Topscorer Josh Mayo (28 Punkte) und Ojars Silins (18/6 Dreier), die ihre Mannschaft auf Tuchfühlung hielten. Bis kurz vor der Pause hatten die Gäste einige Male auch in Führung gelegen.

Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren mit bis zu fünf Punkten Differenz stets vor. Aber Bonn blieb dran – bis zum 75:77. Dann legten die Eisbären einen 11:0-Lauf hin. Den resultierenden 13-Punkte-Rückstand (75:88) konnten die Bonner nicht mehr wettmachen. Auch, weil sie nicht mehr auf Ryan Thompson (Zehenverletzung) setzen konnten, Silins nicht mehr traf und sich später am rechten Knie verletzte und Bremerhaven neben dem überragenden Jordan Hulls (28 Punkte) vor allem mit seinen großen Spielern Akzente setzte. Vom zuletzt so starken Bonner Julian Gamble war nicht viel zu sehen. Seinen Center-Partner Filip Barovic hatte Krunic zugunsten von Jamarr Sanders nicht aufgestellt.

„Wir hätten den Sieg gebraucht. Doch wir müssen die Niederlage jetzt schnell vergessen, uns auf das nächste Wochenende vorbereiten und dann gegen Ludwigsburg gewinnen“, gab Koch die Marschrichtung vor.