Playoff-Aus

Baskets-Saison endet gegen Brose Bamberg

Bamberg. Die Saison der Telekom Baskets ist zu Ende. Nach zwei knappen Niederlagen mussten sich die Bonner auch im dritten Spiel Brose Bamberg geschlagen geben.

Es gab Applaus. Am Mannschaftsbus. Eine gefühlte Ewigkeit nach seinen Teamkollegen traf Josh Mayo ein, und alle waren froh, diesen Ort endlich verlassen zu können. Während sich der Kapitän der Telekom Baskets nach der 70:75 (16:18, 20:20, 16:18, 18:19)-Niederlage bei Brose Bamberg leicht dehydriert mit der Abgabe einer Dopingprobe gequält hatte, glichen seine Mannschaftskameraden ihren Flüssigkeitshaushalt in der langen Wartezeit auf dem Parkplatz mit dem einen oder anderen Frustbier auf.

Die Saison war vorbei. 40 gemeinsame Wochen beendet mit einem bitteren 0:3 in der Playoff-Serie gegen Bamberger, die pünktlich zur K.o.-Runde um den deutschen Meistertitel wieder auf die Größe eines Titelverteidigers gewachsen waren. Da saßen die Bonner nun mit dem Urlaub, den sie noch gar nicht haben wollten, um einen kleinen Holztisch am Hinterausgang der Brose Arena. Der Motor des Mannschaftsbusses lief, um die fränkische Hitze aus dem Innenraum zu vertreiben, der Laderaum stand offen, weil neben Mayo auch seine Tasche noch fehlte.

Einige blickten stumm auf ihre Mobiltelefone, manche unterhielten sich mit den treuen Fans, die ihre Mannschaft noch mit guten Wünschen auf die letzte gemeinsame Reise in dieser Konstellation schicken wollten. Ihre Magentafarbenen #HEARTberg-Motto-T-Shirts und Schuhe waren gerade zu Andenken an eine starke Saison mit einem enttäuschenden Ende geworden.

Konstantin Klein hatte sich ein paar Meter von der Truppe entfernt, um in Ruhe zu telefonieren. Ansonsten wurde wenig gesprochen. Baskets-Sportmanager Michael Wichterich sah mitgenommen aus. „Wir sind in dieses Viertelfinale gegangen, mit dem festen Glauben, nicht nur ein Spiel, sondern auch die Serie gewinnen zu können“, sagte er. „Und jetzt kommen wir aus der Serie raus, und es fühlt sich einfach falsch an. Für die Spieler, für das Team – und es fühlt sich auch falsch an für Bonn. Wir haben besser gespielt, als das Ergebnis das aussagt, haben aber auch in einigen Phasen verpasst zuzugreifen.“

Zum dritten Mal. Wie in den ersten beiden Partien gegen Bamberg spielten die Bonner lange sehr gut mit. Doch nach einer Playoff-Begegnung auf hohem Niveau und von höchster Intensität hatte der deutsche Meister wieder die Nase vorn. „Ein paar Kleinigkeiten haben heute den Unterschied gemacht“, fand Julian Gamble. „Bamberg hat eine starke Serie gespielt, aber wir haben sehr stark dagegengehalten. Wir können stolz auf uns sein“, fand der Bonner Center. Über die Schiedsrichter sprach er nicht. Das Trio war nicht immer Herr der Lage gewesen und hatte die Partie in entscheidenden Phasen fehlgeleitet. Aber das war Gamble nach drei intensiven Partien keine Erwähnung wert.

Die Teams hielten die Temperatur von Beginn an so hoch wie die Pyrotechnik es zum Einlauf der Gastgeber getan hatte. Diese Partie war jede Minute ein echtes Playoff-Duell: Die Baskets zeigten vom Start weg, dass sie diese Serie zurück nach Bonn holen wollten und trotz des 0:2 an ihre Chance glaubten.

Der Gast startete gut und ließ sich auch nicht davon beirren, das die Dreierquote ihre Playoff-Auszeit fortsetzte. Zudem war Gamble früh mit zwei Fouls belastet. Allerdings fanden die Baskets über eine intensive Defensive ins Spiel, die Bamberg zu ungewohnt zahlreichen Ballverlusten zwang. Bei 38:36 für die Männer in Rot wurden die Seiten gewechselt.

Mit Beginn der zweiten Hälfte versammelte Mayo sein Team auf dem Feld um sich und schwor es auf die folgenden 20 Minuten ein. Gamble und Zubcic brachten die Baskets in Führung, doch absetzen konnten sie sich nicht, weil Bamberg an die starken Leistungen der ersten beiden Spiele anknüpfte und weit entfernt von dem Bamberg spielte, das irgendwann einmal gedroht hatte, die Playoffs gar nicht zu erreichen.

Wie in den ersten beiden Spielen dieser Serie ging es mit knapper Differenz in das Viertel, das das letzte dieses Serie werden sollte. Bamberg lag mit 56:52 vorn, baute den Vorsprung aus – und hatte das Momentum auf seiner Seite.

Jetzt war das dem Bonner Playoff-Motto entsprechende HEARTberger Herz gefragt. Und die Bonner warfen es aufs Parkett. Aber jetzt offenbarten sich die Kleinigkeiten, von denen Gamble später sprach. Der Rebound sprang öfter im Bamberger Hände, der Ball fiel leichter in den Bonner Korb. Als Josh Mayo drei Minuten vor Schluss aus der Distanz versuchte, den 61:72-Rückstand auf ein Hoffnung bringendes Maß einzudampfen und scheiterte, ließ der Kapitän ein wenig resigniert die Schultern hängen. Für den Bruchteil einer Sekunde. Dann kämpfte er weiter. Und tatsächlich kam Bonn noch einmal heran, aber die Bamberger ließen sich den Halbfinaleinzug nicht mehr nehmen.

„Wir haben nicht viel über das Spiel gesprochen“, verriet TJ DiLeo am Sonntag. „Wir haben mit viel Energie und Focus gespielt, aber unsere Offense war nicht wirklich da. Auch, weil Bamberg es uns schwer gemacht hat, das muss man zugeben.“

Auch Konstantin Klein hatte den Frust am Tag danach noch nicht ansatzweise verdaut: „Wir hätten Spiel zwei nach 15 Punkten Führung nicht mehr aus der Hand geben dürfen. Bamberg hat mit seiner Erfahrung und Qualität immer eine Lösung gefunden. Sie haben taktisch klug gespielt und waren bereit, als es drauf ankam.“

Für die Bonner hatte die Offseason mit dem Warten auf Mayo begonnen. Als der Baskets-Kapitän dann nach dem Trinken diverser Flaschen Wasser bei der Dopingprobe abgeliefert hatte, ging die Reise der Baskets 2017/18 mit der letzten gemeinsamen Bustour in den Abend auf der A3 zu Ende. Zur Ablenkung verfolgten die meisten Spieler die Partie der Fraport Skyliners bei Bayern München.

Der daraus folgende Gesprächsstoff war allerdings wieder ein ungnädiger Erinnerer an eine verpasste Bonner Chance: Frankfurt zwang den hohen Favoriten in die Knie, ging in der Serie mit 2:1 in Führung und holte sich den Matchball fürs Heimspiel am Dienstag. Wenn die anderen drei Serien dann in Runde vier gehen, verabschieden sich die Baskets von ihren Fans (18 Uhr, Foyer im Telekom Dome).

Der Saisonabschluss ist für den späten Dienstagnachmittag im Foyer des Telekom Dome geplant.

Bamberg: Hackett 5 Punkte/1 Dreier, Hickman 5/1, Wright 17/4, Zisis 8/2, Staiger, Lo 11/1, Olinde 1, Rubit 16, Musli 3, Radosevic 9.

Bonn: Ron Curry 5/1, Tomislav Zubcic 8, Konstantin Klein 3/1, Nemanja Djurisic 7/1, Julian Gamble 12, TJ DiLeo 12/2, Martin Breunig 2, Yorman Polas Bartolo 9/1, Josh Mayo 6/1, Malcolm Hill 6.