Telekom Baskets

99:94 gegen Ulm - Bonner zünden Karnevals-Feuerwerk

BONN.  Wenn echte Karnevalsstimmung noch eine Steigerung kennt, dann konnte man das am Samstagabend im Telekom Dome erleben. In einem mitreißenden Spiel der Basketball-Bundesliga besiegten die Telekom Baskets Bonn den deutschen Vizemeister und aktuellen Tabellenzweiten ratiopharm Ulm mit 99:94 (30:21, 21:26, 27:26, 21:21).
Robert Vaden war der erfolgreichste Werfer. Foto: Jörn Wolter

6000 Zuschauer in der ausverkauften Arena waren schier aus dem Häuschen, und der ausgelassenen Karnevalsparty danach im Foyer stand nichts mehr im Wege. Schließlich hatten die Bonner auch noch zwei Liter Freibier für jeden Punkt ausgelobt.

Beide Mannschaften lieferten sich vom Sprungball weg einen intensiven Schlagabtausch, bei dem die Bonner sich zunächst Vorteile erspielten. Vor allem Benas Veikalas brannte ein Feuerwerk ab und versenkte bis zur 28:18-Führung fünf Dreier im Ulmer Korb. Die 6000 Fans im Telekom Dome war zwar vorher schon jeck, aber jetzt drehten sie fast durch.

Doch auf der anderen Seite stand ein Gegner, der nicht von ungefähr die Nummer zwei in Deutschland ist. Unter dem Korb war Center-Hüne John Bryant (28 Punkte) von den Baskets kaum zu verteidigen, während sich Keaton Nankivil (20) von außen auszeichnete.

Weitere Fotos vom Sieg gegen Ulm
Nach einem Dreier des Amerikaners stand es nur noch 30:24. Die Gäste robbten sich Punkt für Punkt heran. Lance Jeter besorgte per Korbleger das 36:35. Die Bonner hielten aber dagegen. Insbesondere durch Jared Jordan, der immer die Kontrolle über Spiel und Tempo hatte und wieder mit elf Assists glänzte.

Zudem zog er kurz vor der Pause clever Fouls, um dann an der Freiwurflinie meist sicher zu verwandeln. Leider war insgesamt die Freiwurfquote der Baskets nicht so hoch. Sie behielten das Spiel zwar  im Griff, doch hätten sie zur Pause höher als 51:37 in Führung liegen können.

Nach dem Seitenwechsel war es nicht nur ein mitreißendes, sondern auch ein absolut hochklassiges Spiel, das nicht nur die Fans in der Halle, sondern auch die Zuschauer zu Hause an den Bildschirmen erlebten, die bei Sport1 live dabei waren. Verbissene Abwehraktionen und spektakuläre Würfe reihten sich aneinander.

Die Hausherren lagen immer leicht in Front, mal mit sieben Punkten, dann wieder nur mit zweien oder einem Punkt. Ein einziges Mal glich Ulm beim 64:64 aus (27.). War in der ersten Halbzeit Veikalas der überragende Schütze, wurde er nach der Pause von Robert Vaden abgelöst, der nicht zu stoppen war und mit 32 Punkten zum Topscorer der Partie avancierte.

Jecke Szenen vor dem Heimspiel
In der entscheidenden Phase standen ihm dann vor allem Veikalas und Kyle Weems bei. Der 23-Jährige hatte bis ins letzte Viertel hinein nicht seinen Rhythmus gefunden, drehte aber dann auf. Er traf vier Minuten vor dem Ende per Dreier zum 87:83. Vaden tat es ihm wenig später zum 93:87 nach. Weems schraubte den Vorsprung aus der Halbdistanz auf sieben Punkte: 95:88.

Die Ulmer standen nun bei nur noch knapp drei Minuten Zeit mächtig unter Druck, wurde in der Verteidigung noch einmal aggressiver und verkürzten vor allem durch Bryant auf 96:94. Die entscheidenden Aktionen hatten 54 Sekunden vor der Schlusssirene dann aber die Baskets. Zuerst ließ Veikalas seinen Gegner ins Leere laufen und traf aus der Halbdistanz eiskalt zum 98:94. Bei nur noch 12,5 Sekunden auf der Uhr wurde anschließend Ulms Steven Esterkamp zu hektisch und ließ sich von Vaden den Ball abjagen. Der Amerikaner machte mit einem verwandelten Freiwurf den Sieg perfekt.

Trainerstimmen:

Michael Koch (Trainer Telekom Baskets Bonn): „Dass Bonn ein tolles Basketball-Publikum hat, ist bekannt. Aber heute hatten wir hier eine herausragende Stimmung, die uns in schweren Phasen ungemein den Rücken gestärkt hat. Diese Unterstützung hat uns getragen. Wir wussten, dass Ulm Runs haben würde, aber unser Plan, ihnen die Würfe aus der Distanz zu nehmen und dafür John Bryant nicht zu doppeln, ist im Endeffekt aufgegangen. Bei uns saß in der Offense der Colt sehr locker.“

Thorsten Leibenath (Trainer ratiopharm ulm): „Bei uns lässt sich vieles auf die mangelnde Intensität im ersten Viertel zurück führen. Wir haben nicht physisch genug gespielt und den Kampf nicht angenommen. Durch die vielen frühen Dreier hat Bonn Selbstvertrauen gewonnen, wodurch dann in der Folge auch schwierige Würfe ihr Ziel getroffen haben. Die Atmosphäre in der Halle war absolut begeisternd, was eine tolle Erfahrung gewesen ist.“

Statistik:

Telekom Baskets: McCray (3), Ensminger (2), Veikalas (24/5 Dreier), Mangold (3/1), Thülig (4), Jordan (7/1, 11 Assists), Weems (13/2), McLean (7), Vaden (32/5, 8 Assists), Wohlfarth-Bottermann (4)

ratiopharm ulm: Günther (13/1), Betz (0), Gausa (dnp), Jönke (0), Theis (15/1), Heberlein (dnp), Esterkamp (5), Schwethelm (9/2), Jeter (4), Nankivil (20/2, 11 Rebounds), Bryant (28/1, 11 Rebounds)

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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