Telekom Baskets Bonn

90:57-Sieg - Bonner ließen Oldenburg keine Chance

BONN.  Die Telekom Baskets Bonn haben sich am achten Spieltag der Basketball-Bundesliga eindrucksvoll für die 53:78-Pleite in Frankfurt rehabilitiert. Unter dem Willen zu Wiedergutmachung hatten die EWE Baskets Oldenburg zu leiden, die von der Mannschaft von Cheftrainer Michael Koch mit 90:57 (17:12, 24:18, 24:16, 25:11) aus dem Telekom Dome gefegt wurden.
Jonas Wohlfarth-Bottermann nach dem Sieg gegen Oldenburg mit dem Megafon in der Hand.
							Foto: Jörn Wolter
Jonas Wohlfarth-Bottermann nach dem Sieg gegen Oldenburg mit dem Megafon in der Hand. Foto: Jörn Wolter

1:36 Minuten blieben noch auf der Uhr, da wechselte Michael Koch aus. Es kam Jared Jordan, die Zuschauer erhoben sich und feierten begeistert den Mann, der das Feld verließ: Jonas Wohlfarth-Bottermann. Der junge Center hatte sein bestes Spiel im Magenta-Trikot absolviert, die Zuschauer eines der besten Spiele der Baskets seit langem gesehen. Mit einem 90:57 (17:12, 24:18, 24:16, 25:11)-Erfolg vollzogen die Telekom Baskets am Samstag vor 5490 Zuschauern gegen den Tabellenzweiten der Basketball-Bundesliga, EWE Baskets Oldenburg, einen erstaunlichen Wandel vom Kaninchen zur Schlange.

Die Kaninchenrolle, die die Bonner in der Vorwoche beim 53:78 in Frankfurt bekleidet hatten, mussten im Telekom Dome die Gäste übernehmen. Was auch immer Koch im Laufe der Woche getan hat, um das ramponierte Selbstbewusstsein seiner Spieler auf Vordermann zu bringen - es hat gewirkt.

Telekom Baskets Bonn - Oldenburg
Die Körpersprache war eine vollkommen andere, sogar das positive Denken war deutlich erkennbar und wurde durch die ersten Aktionen unterstützt. Nach drei Minuten hatten die ersten beiden Dreier von Robert Vaden und Benas Veikalas den Weg in den Korb gefunden, es stand 10:4 - eine Führung, die die Bonner fortan nicht nur mit Leidenschaft verteidigten, sondern auch kontinuierlich ausbauten.

In diesem ersten Viertel zeigte sich bereits, was Gäste-Trainer Sebastian Machowski später zu Protokoll geben sollte: "Wir hatten einen gebrauchten Tag." Hier hätte man den Baskets noch den Vorwurf machen können, dass sie zu wenig Kapital aus den Oldenburger Unzulänglichkeiten schlugen, aber je mehr funktionierte, desto selbstbewusster fegte das Team um den wieder gewohnt virtuos dirigierenden Jordan über die Niedersachsen hinweg.

"Ich kann ein bischen nachfühlen, was Oldenburg hier passiert ist", sagte Koch, der mit seinem Team sichtlich zufrieden war, auch wenn er anmerkte: "Auf dem Video werden sicher noch genügend Fehler zu finden sein. Aber man hat gesehen, wenn wir kämpfen, sind wir eine gute Mannschaft. Und dass wir Talent haben, wird uns niemand absprechen."

Auf die eigenen Stärken sollten sich seine Spieler besinnen, hatte Koch verlangt - und das taten sie. Während in der Offensive der Vorausdenker Jordan mit zwölf Assists glänzte, machte Andrej Mangold wieder deutlich, warum er sich in der vergangenen Saison in die Bonner Fan-Herzen gespielt hatte. Auch bei 30 Punkten Vorsprung ließ er den sonst so treffsicheren Julius Jenkins nicht von der ganz kurzen Leine. Es steht beinahe zu befürchten, dass er im Bus neben Jenkins sitzend noch mit nach Oldenburg gefahren ist.

Die Pressekonferenz nach der Partie:

Und dann war da noch Jonas Wohlfarth-Bottermann "WoBo". In knappen 19 Minuten brachte er es auf 18 Punkte, sechs Rebounds und eher defensiv gezählte drei Blocks. Nicht nur die Fans feierten ihn bei seiner Auswechslung, sondern auch die Kollegen auf der Bank. Manager Andreas Boettcher machte sich ganz lang, um dem Bonner Eigengewächs einen Klaps auf den Hinterkopf zu verpassen.

Dass der Fanblock ein Faible für "WoBo" hat, ist ein offenes Geheimnis, und so lockten die besonders treuen Anhänger ihn zum "Humba" auf die Stehtribüne. Der Lange zierte sich ein bisschen, aber David McCray, Benas Veikalas und Jared Jordan schoben ihn in die richtige Richtung. Also bekam er das Megafon und gab ihnen, was sie wollten: Ein H, ein U, ein M, ein B und ein A. Und seine Mannschaftskameraden hüpften ausgelassen umeinander.

Wohlfarth-Bottermann hatte Adam Chubb nicht nur Paroli geboten, sondern ihn schlecht aussehen lassen, den Oldenburger Center-Alternativen ging es nicht besser. "Ich hatte einen guten Start und irgendwann habe ich gedacht: Heute läuft's", sagte der 22-Jährige immer noch so strahlend, dass es eigentlich keiner Hallenbeleuchtung mehr bedurft hätte. Allerdings schränkte er bescheiden ein: "Man muss aber sagen, dass Adam Chubb heute wohl auch nicht seinen besten Tag hatte. Aber wie auch immer: Es ist gut, dass wir die richtige Antwort auf Frankfurt gegeben haben."

Am Dienstag geht es für die Baskets schon weiter. Sie starten mit der Partie bei den Antwerpen Giants in Belgien in die EuroChallenge - und das mit aufpoliertem Selbstbewusstsein.

Trainerstimmen:

Michael Koch (Trainer Telekom Baskets Bonn): „Ich kann heute mit Oldenburg fühlen, denn am vergangenen Spieltag haben wir kein Bein auf den Boden bekommen - wobei auch sie gekämpft haben. Wir haben unter der Woche viel im mentalen Bereich gearbeitet und eine positive Grundstimmung geschaffen, dies sich ins Spiel übertragen hat. Die Einstellung hat gestimmt, der Wille war da und dann kommt auch das Selbstvertrauen wieder, das wir zuletzt vermisst haben. Die die kommende Woche startende EuroChallenge wird die Trainingswoche für die Spieler kürzer und gibt uns gleichzeitig die Chance, die positive Energie schnell wieder aufs Feld zu bringen.“

Sebastian Machowski (Trainer EWE Baskets Oldenburg): „Gratulation an Bonn. Ich habe eine lange Liste an Dingen, die ich heute bei meiner Mannschaft zu bemängeln hätte. Ich war mir sicher, dass Bonn nach dem Spiel in Frankfurt anders auftreten würde - was sie eindrucksvoll bewiesen haben. Für mein Team war es heute ein gebrauchter Tag. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir das Spiel schnellstmöglich aus den Köpfen bekommen. Von daher bin ich ein Stück weit froh, dass wir in wenigen Tagen in die EuroChallenge starten.“

Bonn - Oldenburg 90:57 (17:12, 24:18, 24:16, 25:11)

Telekom Baskets Bonn: David McCray 6, Chris Ensminger 10, Benas Veikalas 8/2 Dreier, Patrick Ewing jun. 15, Andrej Mangold 4/1 (9 Rebounds), Fabian Thülig 6/2, Jared Jordan 4 (12 assists), Kyle Weems 8, Robert Vaden 11/1, Jonas Wohlfarth-Bottermann 18 (3 Blocks).
EWE Baskets Oldenburg: Bahiense de Mello (0), Joyce (0), Wysocki (9/1), Chubb (8), Smeulders (2), Smit (0), Jenkins (12/1), Paulding (4), Freese (2), Burrell (12), Abdul-Hamid (8/1)

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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