Telekom Baskets

81:77-Sieg gegen zähe Braunschweiger

Gut gebrüllt, Topscorer: Benas Veikalas freut sich über einen Big Point im letzten Durchgang. Der Weg zum Sieg ist geebnet.

27.04.2014 BONN. Es dauerte nicht lange, da war das Tapeten-Transparent inmitten der Feierlichkeiten zerrissen. "Alle nach Oldenburg" stand da zu lesen, zwischen "nach" und "Oldenburg" versuchte der lachende Benas Veikalas, die Botschaft zusammenzuhalten.

Der Teamkapitän der Telekom Baskets hatte allen Grund zur Freude: Mit einem 81:77 (21:20, 27:20, 17:22, 16:15)-Erfolg gegen die NY Phantoms Braunschweig hatte sein Team soeben Platz fünf in der Abschlusstabelle gesichert - die beste Abschlussplatzierung für die Baskets seit der Saison 2009/10 (4.).

"Das war heute ein wichtiger Sieg für uns, um den fünften Tabellenplatz endgültig zu sichern - zumal es das letzte Heimspiel der regulären Saison war", sagte Veikalas. "Wir konnten uns am Ende auf unsere Verteidigung - die in den letzten Spielen stets der Schlüssel zum Erfolg war - verlassen, nachdem wir im dritten Viertel gerade beim Rebound etwas nachgelassen hatten."

Durch den Sieg des Tabellendritten Alba Berlin gegen Würzburg stand damit fest: Baskets-Gegner sind im Viertelfinale - wie im letzten Jahr - die EWE Baskets Oldenburg. Irgendjemand war offensichtlich sehr siegessicher und hatte die Tapete schon mal beschriftet.

Dabei hatten die Braunschweiger sich als Widerspenstige erwiesen, die erst im Schlussdurchgang wirklich gezähmt werden konnten. Bis dahin hatte vor allem Allstar-MVP Isaiah Swann bewiesen, wie treffsicher sein sternen-tätowierter Arm ist. Seine 24 Punkte, davon fünf Dreier, erlaubten den Phantoms lange, auf einen Auswärtssieg zu hoffen. Dass es für die Gäste um nichts mehr ging, sah man ihnen zu keiner Zeit der Partie an.

[kein Linktext vorhanden]Aber: Swann machte es alleine, die Baskets im Team. Spielmacher Geno Lawrence hatte bereits zur Pause sieben Assists auf dem Konto, da standen bei den Phantomen fünf Korbvorlagen in der Statistik - zusammen. Wie schon in Quakenbrück waren die Bonner im Rebound aufmerksam und führten auch hier zur Pause haushoch (18:9). Angesichts von acht Punkten Rückstand zur Halbzeit schlug Phantoms-Coach Raoul Korner mit den Fäusten inzwischen wütend Löcher in die Luft seiner Coaching-Zone.

Auch nach dem Seitenwechsel ließ sich sein Team nicht abschütteln. Swann - wer sonst - hielt Braunschweig in Schlagdistanz. Zwei seiner Dreier und ein Korb von Immanuel McElroy bei nur einem Freiwurftreffer auf der Gegenseite durch Jamel McLean, und es stand nur noch 49:48 (23.). Veikalas per Dreier und abermals McLean konterten, ehe der zuvor unsanft und ohne Pfiff abgeräumte Tony Gaffney den Ball mit einem Ausrufezeichen zum 56:50 in den Korb stopfte.

Es blieb beim alten Muster: Swann, Swann und Swann punkteten weiter. Im Vorfeld hatte Baskets-Verteidigungsminister Andrej Mangold als Devise ausgegeben: "Wir sollten Swann keine 25 Punkte gestatten." Das zumindest gelang. Es wurden 24. "Das hatte ich ein bisschen anders gedacht", sagte Mangold hinterher, und das dennoch gute Ende ließ ihn lächeln. Mit dem 63:60 war für Swanns Punkte-Statistik Feierabend (29.).

Als es in den Schlussdurchgang ging, war es, als schalteten die Baskets in den Play-off-Modus. Das spürten auch die 5600 Zuschauer im Telekom Dome und schalteten ebenfalls einen Gang hoch. "Während des letzten Viertels hat Bonn uns dann vieles weggenommen, was uns den Rhythmus geraubt hat", bekannte der Braunschweiger Alleinunterhalter Swann.

Am Donnerstag (15 Uhr) treten die Baskets zum Hauptrundenfinale in Bamberg an. "Bamberg hat Qualitäten, die Oldenburg auch hat", sagt Fischer, "da können wir ein bisschen ausprobieren und uns weiter stabilisieren." Es geht auch gegen den während der Saison nach Bamberg gewechselten Jared Jordan. "In Bamberg spielt unser ehemaliger Pointguard", sagt Fischer, "ich denke, die Partie hat eine gewisse Brisanz." Den Namen des ehemaligen Pointguards nimmt er nicht in den Mund. Das sagt einiges.

Statistik

Bonn: David McCray (6:56 Minuten) 5 Punkte/1 Dreier, Kurt Looby (11:52) 2, Benas Veikalas (31:54) 19/3, Ryan Brooks (26:37) 15/2, Andrej Mangold (17:51) 5/1, Eugene Lawrence (32:14) 11/1, Koch (4:28), Gaffney (27:17) 6, Wachalski (12:43) 3/1, McLean (28:08) 15.
Braunschweig: Swann 24/5, Kulawick 9/3, Zazai 4, Visser, Nana 16, Florence 8/2, Doornekamp5/1, McElroy 11/2.
Trefferquote: Bonn 48% (25/52), Braunschweig 47% (26/55); Dreierquote: Bonn 47% (9/19), Braunschweig 57% (13/23); Freiwurfquote: Bonn 76% (22/29), Braunschweig 75% (12/16); Rebounds: Bonn 36 (Bester: Gaffney 9), Braunschweig 24 (Bester Doornekamp 6); Assists: Bonn 19 (Bester: Lawrence 11), Braunschweig 12; Ballgewinne: Bonn 6, Braunschweig 11; Ballverluste: Bonn 15, Braunschweig 10; Fouls: Bonn 16, Braunschweig 22 (Swann 5).

Info

Die Baskets treffen im Viertelfinale - wie schon in der vergangenen Saison - auf Oldenburg. Das erste Spiel der Viertelfinalserie "Best-of-Five" findet am 10. Mai in Oldenburg statt, Spiel zwei am 13. Mai um 19.30 Uhr im Telekom Dome. Weiter geht es am 15. Mai (auswärts). Spiel vier und fünf würden am 18. und 21. Mai ausgetragen. Der Vorverkauf für das Heimspiel am 15. Mai startet am Freitag um 12 Uhr. (Tanja Schneider)