Telekom Baskets

80:63 - Brooks führt Bonn gegen Tübingen zum Sieg

Engagiertes Duo unter dem Korb: Tony Gaffney (links) blockt den Korbleger, Kurt Looby ist auch fast am Ball.

09.03.2014 BONN. Bevor die Telekom Baskets Bonn den vierten Sieg in Folge in der BBL einfahren konnten, hatten sie gegen den Tabellenletzten aus Tübingen mehr Mühe als ihnen lieb war. Am Ende war es jedoch trotzdem ein deutlicher 80:63-Erfolg.

Es hat am Sonntag lange gedauert, bis im Telekom Dome der Funke vom Feld auf die Tribünen übersprang und 5250 Zuschauer so richtig auf Betriebstemperatur kamen. Nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit und einem furiosen Schlussviertel gewannen die Telekom Baskets Bonn gegen die Walter Tigers Tübingen mit 80:63 (13:21, 19:14, 17:13, 31:15) und bleiben damit auf Play-off-Kurs.

Im zweiten Spiel nach der Ära Jared Jordan begannen die Bonner mit wenig Inspiration im Angriff und genauso wenig Biss in der Verteidigung. Sie machten es den Tübingern viel zu einfach. Vorne wirkten sie zu unentschlossen und phasenweise chaotisch im Aufbau, hinten ließen sie den Gegner mehrmals zu leichten Korblegern kommen. Der 13:20-Rückstand nach dem ersten Viertel war die Quittung.

[kein Linktext vorhanden]Erst allmählich drehten die Gastgeber ein wenig höher, wurden vor allem in der Verteidigung aggressiver. Unter den Körben ließen Tony Gaffney und der starke Kurt Looby fortan wenig zu, und vorne kam etwas mehr Struktur ins Spiel, ohne dass es wirklich überzeugend wirkte. Trainer Mathias Fischer hatte David McCray als Spielmacher beginnen lassen, der das Vertrauen über den gesamten Spielverlauf zurückzahlte. Zehn Punkte und fünf Assists in 24 Minuten können sich sehen lassen.

Fischer wechselte auf der Spielmacherposition häufiger als zu Zeiten von Jordan. Er gibt McCray bewusst mehr Verantwortung. Und Lawrence braucht noch Zeit, sich richtig zu integrieren. Er blieb zunächst blass, setzte dann aber nach der Pause Akzente. Es war aber die Verteidigung, mit der die Bonner die Grundlage für den Erfolg legten und die ihnen zunehmend einfache Punkte über Fastbreaks bescherte.

Bis zum Ende des dritten Viertels hatten sich die Baskets heran- und vorbeigekämpft. Lawrence war zum 49:48 erfolgreich. Anfang des vierten Viertels ging dann ein regelrechter Ruck durch das Heimteam. Nach dem 51:49 für die Tigers ging der Gast mit wehenden Fahnen unter.

Auf Bonner Seite riss vor allem ein Mann das Heft des Handelns an sich: Ryan Brooks. Der Amerikaner traf aus allen Lagen und Distanzen, war auch in der Abwehr ein Aktivposten und am Ende der Matchwinner. Nahezu im Alleingang führte Brooks die Baskets zur 62:52-Führung. Am 13:3-Lauf war er mit elf Punkten beteiligt.

Brooks, der quirlige McCray, der umsichtige Lawrence, der äußerst effektive Jamel McLean sowie Gaffney und Looby - diese Sechs war Garant für den Sieg. Leider verletzte sich Gaffney an der Achillessehne. Heute soll es Klarheit geben, wie schlimm die Verletzung ist.

"In der Halbzeit habe ich von meinen Spielern eine andere Körpersprache gefordert, diese haben sie im dritten und speziell dem letzten Viertel gezeigt", war Fischer insgesamt zufrieden. Die Nachwuchsspieler Thomas Michel und Valentin Blass kamen schließlich unter dem Jubel der Fans zu Kurzeinsätzen.

Stimmen zum Spiel

Mathias Fischer (Trainer Telekom Baskets): „Bei uns war heute zu Beginn der Partie mächtig Sand im Getriebe, den wir erst ab dem zweiten Viertel losgeworden sind. In der Halbzeit habe ich von meinen Spielern eine andere Körpersprache gefordert - diese haben sie im dritten und speziell dem letzten Viertel gezeigt. Ich bin damit zufrieden, dass wir dieses schwere Spiel gewonnen haben. Tübingen hat einmal mehr gezeigt, dass die Tabelle keine Aussagekraft über die Qualität einer Mannschaft hat. Wir müssen lernen, unsere schlechten Phasen schneller zu überbrücken und mental wacher in die Spiele zu gehen.“

David McCray (#4 Telekom Baskets): „Wir haben ein wirklich schlechtes erstes Viertel gespielt, dem wir lange nachlaufen mussten. Nach der Pause haben wir langsam, aber sicher zu unserem Rhythmus gefunden, und konnten endlich ein hohes Tempo gehen. Das hatte vornehmlich damit zu tun, dass wir den Ball nicht immer aus dem Netz holen mussten, sondern nach einem Rebound oder Steal umschalten konnten.“

Igor Perovic (Trainer Tübingen): „Es war ein Spiel, das für 30 Minuten komplett offen war. Besonders die fünf Bonner Dreier im letzten Viertel haben uns sehr weh getan. Dem hatten wir final nichts mehr entgegen zu setzen, zumal wir Probleme hatten, uns gegen die lange Garde durchzusetzen. Insgesamt hat sicherlich Ryan Brooks den Unterschied ausgemacht, der viel Verantwortung übernommen und sein Team getragen hat.“

Josh Young (#20 Tübingen): „Das Spiel war lange eng und tough, wir haben viel investiert. Doch Bonn war in der zweiten Hälfte immer wieder in der Lage, aus der Transition heraus leichte Punkte zu machen und so das Momentum zu gewinnen. Wir müssen uns zukünftig an dem starken ersten Viertel orientieren und den dort aufs Feld gebrachten Druck viel länger aufrecht erhalten“

Telekom Baskets - Tübingen 80:63 (13:21, 19:14, 17:13, 31:15)

Telekom Baskets: McCray 10 Punkte (23:54 Spielminuten), Looby 9 (21:45), Veikalas 4/1 Dreier (27:18), Brooks 26/3, Mangold 3/1 (5:51), Lawrence 6/2 (22:47), Koch (5:07), Gaffney 7 (30:21), Wachalski (5:01), McLean 13 (22:52), Michel (0:41), Blass (0:41).
Tigers Tübingen: Wallace 6/2, Mittmann, Nash 11, Lischka 1, Cook 7/1, Radosavljevic 15, Young 6/2, Kashirov 2, Ratkovica 15/2.

Trefferquote: Bonn 53% (33/62), Tübingen 41% (24/59). Dreierquote: Bonn 35% (7/20), Tübingen 32% (7/22). Freiwurfquote: Bonn 64% (7/11), Tübingen 73% (8/11). Rebounds: Bonn 34 - Bester: McLean 7, Tübingen 33 - Bester: Nash 7. Assists: Bonn 20 - Beste: McCray, Lawrence je 5. Ballverluste: Bonn 8, Tübingen 12. Ballgewinne: Bonn 6, Tübingen 2. Fouls: Bonn 17, Tübingen 18. (Gerhard Mertens)