Telekom Baskets Bonn

79:88 in Gießen - Ernüchterung bei den Baskets

GIEßEN/BONN.  Ernüchterung und Ratlosigkeit machen sich bei den Telekom Baskets Bonn nach der 79:88 (25:31, 15:19, 29:19, 10:19)-Niederlage bei den Gießen 46ers breit. Beim Tabellenletzten der Basketball-Bundesliga, der zuletzt acht Spiele in Folge verloren hatte, war erneut die Verteidigung das entscheidende Manko.
Im Schatten von Dijuan Harris (links) stand in Gießen Baskets-Spielmacher Jared Jordan.
							Foto: Sebastian Derix
Im Schatten von Dijuan Harris (links) stand in Gießen Baskets-Spielmacher Jared Jordan. Foto: Sebastian Derix

"Wenn man sich die Trainingseinheiten der letzten Tage ansieht und dann mit dem Spiel in Gießen vergleicht, muss man zu dem Schluss kommen: Wir trainieren härter als wir spielen", sagte ein enttäuschter Bonner Trainer Michael Koch. "Ich frage mich, warum die Mannschaft das nicht im Spiel umsetzen kann", fügte er hinzu.

Die Vorzeichen für einen Bonner Erfolg schienen günstig. Die Gießener hatten noch am Freitag mit Jimmy Baxter ihren bis dahin zweitbesten Schützen beurlaubt und bisher vor eigenem Publikum in der Sporthalle Gießen-Ost noch kein Spiel gewonnen. Doch die Mannschaft von Trainer Matthias Fischer durch diese Personalie eher beflügelt als gehemmt.

Zwar kamen die Bonner zu nächst gut ins Spiel und führten nach Punkten von Benas Veikalas (5), Chris Ensminger (4) sowie Kyle Weems, Jared Jordan und Robert Vaden (alle 2) mit 15:11, doch in den letzten fünf Minuten des ersten Viertels luden sie den Gegner geradezu zu Korberfolgen ein.

"Wir haben im Vorfeld darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dem Gegner von Beginn an den Zahn zu ziehen, ihn nicht in seinen Rhythmus kommen zu lassen und die Fans nicht ins Spiel kommen zu lassen", erklärte Koch, doch seine Mannschaft spielte nicht intensiv, nicht aggressiv genug. Angeführt von LaQuan Prowell, der 19 seiner 22 Punkte vor der Pause machte, starteten die Hausherren zur 31:25-Führung nach dem ersten Viertel durch.

Nun hatten die 46ers ihren Rhythmus gefunden, und die rund 3000 Zuschauer voll hinter sich gebracht. Mit der Folge, dass es nun auch in der Offensive der Baskets hakte. Fünf Minuten später lagen sie bereits mit 14 Punkten in Rückstand: 27:41. Nach einem Dreier von Ryan Brooks, der ebenfalls 22 Punkte erzielte, verbuchten die Gießener beim 48:32 ihre höchste Führung.

"In der Halbzeit habe ich dann wohl die richtigen Worte gefunden, doch leider hat ihre Wirkung nur ein Viertel lang gehalten", berichtete Koch. Sein Team holte Punkt um Punkt auf, war nach dem 40:50 Pausenstand und einem 11:2-Lauf auf 51:52 (23. Minute) herangekommen. Jetzt war die nötige Aggressivität im Spiel, die Gießen beeindruckte. In der Offensive setzte vor allem Vaden mit zwei Dreiern in Folge Akzente. Kyle Weems brachte die Bonner sogar erstmals mit 55:54 (24.) in Führung.

Die Baskets im Kurzporträt
Die Baskets schienen die Botschaft ihres Trainers verstanden zu haben. Zwar mussten sie auf 55:61 abreißen lassen, doch lagen sie nach einem 8:0-Lauf wieder mit 63:61 vorn. Der 69:69-Zwischenstand nach drei Durchgängen ließ den Gästen für das Schlussviertel alle Chancen. Doch da setzten wieder die Gastgeber die entscheidenden Akzente.

Die Baskets ließen in der Verteidigung nach, fällten aber auch in der Offensive viele falsche Entscheidungen. Zu oft versuchten sie ihr Glück von außen. So setzten sie bis zum 70:77 in kurzer Folge fünf Dreier neben den Korb. Es dauerte fünfeinhalb Minuten, ehe Patrick Ewing jr. den ersten Feldkorb in diesem Viertel erzielen konnte.

Gießen 46ers - Telekom Baskets 79:88 (25:31, 15:19, 29:19, 10:19)

46ers: Prowell (22 Pkt./4-3er), Brooks (22/3), Harris (21/1), Ovcina (12/0), Perkovic (7/1), Faßler (4/0)
Baskets: Ensminger (19 Pkt./0-3er), Vaden (15/3), Weems (13/0), Veikalas (12/2), Jordan (11/0), Ewing Junior (7/0), McCray (2/0)
Zuschauer: 2956
Schiedsrichter: Lottermoser, Simonow, Arik

Headcoach Mathias Fischer (Gießen): „Ich bin sehr glücklich über das wirklich tolle Statement der Mannschaft. Es ist uns fast gelungen, das Rebound-Duell zu gewinnen, da haben wir uns deutlich verbessert. Heute ging es aber nicht um Statistik. Die Mannschaft hat als Team funktioniert, das macht mich sehr stolz. Der Sieg wird uns sicherlich Auftrieb geben. Wir müssen uns aber auch bei den Fans bedanken, die heute toll hinter der Mannschaft gestanden haben.“

Headcoach Mike Koch (Bonn): „Glückwunsch an Gießen zum verdienten Sieg. Für mich ist die Niederlage heute schwer zu verdauen, da ich im Training ein anderes Team gesehen habe. Die Frage ist, wie so etwas passiert. Wir haben heute zu viele Punkte zugelassen, so kann man kein Spiel gewinnen.“

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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