Telekom Baskets Bonn

78:82 - Koch-Team kassiert Niederlage gegen Antwerp Giants

BONN.  Es war knapp, aber es hat zum Schluss nicht gereicht: Am vierten Spieltag in der EuroChallenge haben die Telekom Baskets Bonn gegen die Antwerp Giants aus Belgien ihre erste Niederlage im laufenden Wettbewerb kassiert. Mit der 78:82 (69:69, 40:39)-Niederlage haben die Bonner den vorzeitigen Einzug in die Top-16-Runde verpasst.
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Couragiert trat Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) auf, doch an der Freiwurflinie zeigte er Nerven.
											Foto: Jörn Wolter

Couragiert trat Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) auf, doch an der Freiwurflinie zeigte er Nerven. Foto: Jörn Wolter

In Geduld üben müssen sich die Telekom Baskets Bonn in der EuroChallenge. Gerne hätten sie am Mittwoch mit einem Sieg gegen die Antwerp Giants vorzeitig den Einzug in die Runde der besten 16 Mannschaften gefeiert, doch die Belgier hatten etwas dagegen. Unter dem Strich stand eine 78:82 (24:21, 16:18, 16:12, 13:18, 9:13)-Niederlage nach Verlängerung.

Das Positive daran: Die Bonner gewannen gegen die Giants den direkten Vergleich, das heißt, bei Punktgleichheit hätten sie in der Endabrechnung die Nase vorn. Ein zweiter Platz in der Gruppe H ist mindestens notwendig, um eine Runde weiterzukommen.

"Beide Mannschaften haben unheimlich viel investiert, um zu gewinnen. Wir hatten unsere Chance, die Partie für uns zu entscheiden und haben in de Verlängerung die Quittung dafür bekommen. Nun müssen wir uns neu sammeln, um auswärts alles daran zu setzen die Runde der letzten 16 zu erreichen", sagte Baskets-Coach Michael Koch.

Es war ein Spiel von besonderer Dramatik. Wegen der Verlängerung sowieso, aber auch wegen des Auftritts eines Spielers: Jonas Wohlfarth-Bottermann. Der Youngster bekam diesmal deutlich mehr Spielminuten als gewohnt, weil Trainer Michael Koch auf Chris Ensminger verzichten musste. Der Routinier wurde wegen Knieproblemen nicht eingesetzt - eine Vorsichtsmaßnahme. Koch wollte mit Blick auf das Bundesliga-Spiel am Sonntag (17 Uhr, Telekom Dome) gegen die Neckar Riesen Ludwigsburg kein Risiko eingehen.

Eines vorweg: Wohlfarth-Bottermann lieferte eine couragierte Vorstellung ab. Schade nur, dass sich der 22-Jährige dafür nicht in adäquater Weise belohnen konnte. Er war von seinen Gegenspielern oft nur durch Fouls zu bremsen, doch die fälligen Freiwürfe setzte "Wobo" meist übernervös daneben. Nur zwei von elf konnte er verwandeln. Die große Unterstützung seitens der 4050 Zuschauer im Telekom Dome wurde für den jungen Bonner eher zur Belastung.

Beide Mannschaften lieferten sich von Beginn an ein enges Spiel, in dem mal Bonn, mal Antwerpen in Führung lag. Die Baskets hatten in der Verteidigung große Probleme mit den quirligen Guards der Belgier: Bryan Hopkins und Timothy Black waren Dreh- und Angelpunkt im Spiel ihrer Mannschaft. Vor allem Hopkins war oft nicht zu stoppen. Dazu kam eine Unterlegenheit im Rebound.

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Auf Bonner Seite zeichneten sich zunächst im Angriff Robert Vaden, Jared Jordan und Patrick Ewing jr. besonders aus. Ihre Körbe waren mitunter Produkte schöner Spielzüge. Beispielsweise, als Jordan von Vaden und Ewing zweimal auf die gleiche Weise am Korb freigespielt wurde. Zur Pause lagen die Baskets mit 40:39 vorn, doch die Führung hätte höher ausfallen können.

In der Verteidigung hatten sie bis dahin nicht die letzte Aggressivität gezeigt. Das wurde nach der Pause besser. Da gelang es ihnen, den Angriff der Giants öfter zu stoppen und das für sich zu nutzen. Der Alley-oop-Dunking von Ewing nach Anspiel von Jordan zum 52:45 (26.) riss die Fans von den Sitzen. Aber das Bonner Spiel litt zunehmend darunter, dass Spieler wie Benas Veikalas und Kyle Weems nicht ihren Rhythmus fanden. Die Hauptlast lag auf Jordan, Vaden und Ewing. Als sich auch bei ihnen Fehler und missglückte Würfe einschlichen, kippte die Begegnung.

Beim Stande von 56:49 für Bonn gelang den Gästen ein 9:0-Lauf zum 56:58. Die Antwerpener waren nun ihrerseits aggressiver geworden. Zwar hielten die Hausherren dagegen, profitierten aber nicht davon. Bis zum 62:64 patzte Jordan dreimal. Zuerst setzte er einen Korbleger nach einem Fastbreak daneben, dann spielte er einen Ball in die Arme des Gegners, um schließlich zwei Freiwürfe daneben zu setzen.

Dennoch, Vadens Korb zum 64:64 und Weems' Dreier zum 67:67 hielt die Bonner im Spiel. Wohlfarth-Bottermann hätte beim 69:69 zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit zwei Freiwürfen vielleicht entscheidende Punkte machen können. Die Fans erhoben sich und unterstützten ihn lautstark - vergebens.

Es ging in die Verlängerung. Bis zum 73:73 gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dem Korb von Black zum 73:75, folgte ein Fehlpass von Jordan. Die Baskets gaben sich beim 73:77 bei nur noch 21 Sekunden Spielzeit aber noch nicht geschlagen. Ewing versenkte einen Dreier zum 76:77. Das in solchen Phasen übliche Freiwurf-Duell entschieden die Antwerpener dann aber für sich.

Die Statistik:
Telekom Baskets Bonn: McCray, Veikalas 3 Punkte, Ewing 17/1 Dreier, Mangold 5/1, Thülig 3, Jordan 14/1, Weems 7/1, Vaden 19/2, Wohlfarth-Bottermann 10.

Antwerp Giants: Moors 4, Driesen 1, Biggs 12/1, Hopkins 17/2, Thondique 16, Black 13, De Zeeuw 9/2, Mwema 4, Rademakers, Love 6.

Trefferquote: Bonn 50 Prozent (28 von 56 Würfen erfolgreich), Antwerpen 46 Prozent (28/61). Dreierquote: Bonn 33 Prozent (7/21), Antwerpen 26 Prozent (5/19). Freiwurfquote: Bonn 54 Prozent (15/28), Antwerpen 75 Prozent (21/28). Rebounds: Bonn 28 - Bester: Wohlfarth-Bottermann 5, Antwerpen 38 - Bester: Thondique 16. Assists: Bonn 14 - Bester: Jordan 8, Antwerpen 10. Ballverluste: Bonn 12, Antwerpen 9. Ballgewinne: Bonn 4, Antwerpen 5. Fouls: Bonn 25, Antwerpen 25.

Gruppe H:

BC Armia Tiflis - Hapoel Holon  72:79
Telekom Baskets - Antwerp Giants  78:82

1. Hapoel Holon  4 3 1 329:290 7
2. Telekom Baskets Bonn 4 3 1 319:303 7
3. Antwerp Giants  4 2 2 298:318 6
4. BC Armia Tiflis  4 0 4 283:318 4

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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