Play-off-Viertelfinale

72:61-Sieg - Telekom Baskets schlagen zurück

Den Telekom Baskets Bonn gelang mit dem 72:61 über die EWE Baskets Oldenburg der Ausgleich.

BONN. Die Mission Trotzreaktion war auf der ganzen Linie erfolgreich. Mit einer kämpferisch herausragenden und spielerisch über weite Strecken sehr guten Leistung haben sich die Telekom Baskets Bonn in der Viertelfinalserie um die deutsche Basketballmeisterschaft gegen die EWE Baskets Oldenburg eindrucksvoll zurückgemeldet.

Nach der 63:69-Niederlage im ersten Spiel am vergangenen Samstag in Oldenburg besiegten sie den Vizemeister am Dienstagabend hoch verdient mit 72:61 (21:12, 14:13, 15:18, 22:18) und glichen in der "Best-of-five"-Serie zum 1:1 aus.

Damit haben die Bonner ein zweites Heimspiel erzwungen, das am Sonntag stattfinden wird. die Uhrzeit ist noch offen. Zuvor müssen sie am Donnerstag zum dritten Spiel an der Hunte antreten (18.05 Uhr, EWE-Arena, live in Sport1 und Radio Bonn/Rhein-Sieg). Wer zuerst drei Spiele gewinnt, zieht ins Halbfinale ein.

Achtung! Tief fliegende Basketballer. Gleich zu Beginn war den 5890 Zuschauern im nicht ausverkauften Telekom Dome klar, dass sie einen Kampf auf Biegen und Brechen erleben würden. Dabei war es ihre Mannschaft, die den Schalter in der Verteidigung von Anfang an auf höchste Intensität stellte, sich in jeden Zweikampf, in jeden Pass des Gegners warf und die Oldenburger im Angriff oft vor unlösbare Probleme stellte.

Mit Julius Jenkins lief nur einer der Oldenburger Stars während des Spielverlaufs ab und an mal heiß und war am Ende mit 14 Punkten bester Werfer. Die anderen, seien es ein Chris Kramer, Ricky Paulding oder Adam Chubb, setzten nur phasenweise Akzente, waren alles in allem bei den wie Kletten an ihnen klebenden Bonnern gut aufgehoben. Als Kramer zu Beginn bei einer Korbaktion alles riskieren musste und mit dem Kopf voraus über die Bande mitten in die Presseplätze krachte, hatte er zwar zwei Punkte erzielt, aber gerade mal auf 6:14 verkürzt.

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Es waren die heimischen Baskets, die den Ton angaben und auch gleich das Publikum ins Spiel brachten. Allen voran Tony Gaffney. Im ersten Viertel erzielte der Amerikaner fünf Punkte, darunter einen Dreier, holte drei Rebounds, gab einen Assist und blockte einmal spektakulär Center Chubb. Nach dieser Aktion wandte er sich mit geballten Fäusten in Richtung Tribünen und schrie ins Publikum. Man verstand es nicht, aber es wird so etwas ähnliches gewesen sein wie: "Seht her, wir sind bereit. Wenn ihr uns helft, gewinnen wir auch." Später drehte Gaffney vor einer Auszeit noch einmal die Runde, um das Publikum zu animieren.

Bonn blieb am Drücker, spielte klug und überraschte die Oldenburger ein ums andere Mal. Beispiel Jamel McLean. Gerade am Anfang drückte er einige Male freistehend aus der Halbdistanz ab und war damit erfolgreich. Der Gegner hatte erwartet, dass McLean in typischer Manier zum Korb ziehen würde und hatte Platz gelassen. McLean war der überragende Spieler auf dem Feld. 18 Punkte und 13 Rebounds - da bedarf es keiner weiteren Erklärung.

Aber fast jeder Bonner setzte im Verlaufe des Spiels seine Akzente. Ihr Coach Mathias Fischer varriierte sehr geschickt die personellen Konstellationen auf dem Feld. Foulprobleme gab es nicht. Dafür spektakuläre Alley-oops wie der von Ryan Brooks zum 35:23 pünktlich zur Halbzeitsirene. Schöne Flugstunde von "Ryan Air".

Nach einem Freiwurf von Steve Wachalski Ende des dritten Viertels führten die Bonner mit 50:39. Und hätten sie im Spielverlauf nicht fast die Hälfte ihrer Freiwürfe vergeben, wäre es wohl gar nicht mehr spannend geworden. So mussten sie noch mal zittern, weil eben Jenkins heiß lief und Oldenburg bis auf zwei Punkte herankam: nur noch 54:52 für die Gastgeber (33.). Aber anders als in Oldenburg brach das Fischer-Team diesmal nicht auseinander, blieb ruhig und hechtete nach jedem Ball. Die Dreier von Gaffney zum 57:52, dem heiß laufenden Brooks zum 63:55 und Benas Veikalas zum 66:55 stellten die Weichen auf Sieg.