Telekom Baskets in Bamberg

72:109-Niederlage: Vom Meister demontiert

Nur mit einem unsportlichen Foul kann Robin Lodders am Korberfolg gehindert werden.

Nur mit einem unsportlichen Foul kann Robin Lodders am Korberfolg gehindert werden.

03.01.2016 BONN. Die Hoffnung auf ein achtbares Ergebnis war da, doch sie erfüllte sich nicht. Nach einem offensiv sehr starken ersten Viertel setzte es für die Telekom Baskets Bonn beim amtierenden deutschen Basketball-Meister und aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Brose Bamberg am Ende eine bittere 72:109-Niederlage (29:33, 15:31, 13:22, 15:23).

Jetzt haben Baskets-Trainer Carsten Pohl und seine Mannschaft zwei Wochen Zeit, um bis zum Heimspiel gegen ratiopharm Ulm am 17. Januar die Weichen für die Rückrunde zu stellen. Die Ausgangsposition ist nicht einfacher geworden, und man fühlt sich an den Spruch des ehemaligen Fußball-Bundesligaspielers Jürgen Wegmann erinnert: "Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu." Denn mit Andrej Mangold fällt nun auch der beste Abwehrspieler der Baskets aus. Er wird morgen am Meniskus operiert. In Bamberg machte den Bonnern auch ein im Team grassierender Magen-Darm-Virus zu schaffen. Erst kurz vor dem Spiel war die Teilnahme von Florian Koch klar.

Das Team von Bambergs Trainer Andrea Trincheri inszenierte vom Sprungball weg eine fast perfekte offensive Vorstellung mit unglaublichen Trefferquoten aus allen Distanzen und bei den Freiwürfen. Allerdings ließ die schwache Defensive der Gäste dabei - wie so oft in der Vergangenheit - zu viel zu. "Wir haben zugeguckt und den Gegner machen lassen. Auch wenn wir dezimiert waren, das ist nicht akzeptabel", kritisierte Pohl.

Da die Bonner aber zu Beginn im Angriff ebenfalls schnell ihren Rhythmus fanden und mutig auch schwierige Würfe vollstreckten, entwickelte sich im ersten Viertel vor 6800 Zuschauern ein sehenswerter Schlagabtausch. Besonders aus der Distanz waren die Bonner treffsicher. Nach einem Dreier von Mädrich lagen sie beim 12:11 das erste und einzige Mal in Führung. In der Folge waren es die Dreier von Aaron White (mit Bonuswurf), Langston Hall und Rotnei Clarke, die Bonn auf Augenhöhe hielten, ehe Bamberg zum Ende des Viertels auf 33:29 davonzog. Im zweiten Durchgang war die Messe für die Männer in Magenta dann schnell gelesen.

Innerhalb von dreieinhalb Minuten brachte Bamberg 15 Punkte zwischen sich und den Gegner, für den es ab dem 35:50 nur noch darum ging, Ergebniskosmetik zu betreiben. Das gelang trotz einer etwas besseren Defensive deshalb nicht, weil im Angriff nicht mehr viel gelingen wollte. Pohl: "Auch wenn man nahezu chancenlos ist, muss man strukturierter spielen und die Würfe besser wählen. Man kann nicht immer einfach nur drauf werfen. Da müssen wir mit mehr Verstand spielen. Das wird uns neben der Verteidigung in den nächsten Wochen auch beschäftigen."

Ein paar freie Tage

Der Baskets-Coach gibt seinen Spielern erst einmal ein paar Tage frei. "Sie müssen die Köpfe freibekommen. Die letzten Wochen waren extrem frustrierend, und einige Spieler sind angeschlagen", sagte Pohl. Am Samstag bittet er sein Team wieder zum Training, "dann wird voll durchtrainiert".

Im Laufe der Woche sollen möglichst zwei neue Spieler dazukommen. Die Verpflichtung von Yancy Gates ist nach wie vor offen. Sollte der Wechsel des Centers, der Tadas Klimavicius ersetzen soll, nicht zustandekommen, haben die Bonner offenbar Alternativen, die sich schnell realisieren lassen. Abhängig von den Qualitäten des Centers wird die zweite Personalentscheidung ausfallen. Die Rede ist von einem Flügelspieler, idealerweise mit Qualitäten in Brettnähe. (Gerhard Mertens)