Kommentar zum Playoff-Beginn der Baskets

2009 abhaken

Zu selten gelang es Bojan Subotic (links) und Yorman Polas Bartolo den Vorwärtsdrang von Niels Giffey und seinen Berliner Mitspielern zu stoppen.

Zu selten gelang es Bojan Subotic (links) und Yorman Polas Bartolo den Vorwärtsdrang von Niels Giffey und seinen Berliner Mitspielern zu stoppen.

Bonn. Das verlorene Finale um den Titel 2009 ist bei vielen Baskets-Fans nicht vergessen. Abhaken ist angesagt und nicht Hadern mit vermeintlich nicht erbrachten Leistungen, kommentiert GA-Sportchefin Tanja Schneider.

Wäre es damals ein 0:3 in der Serie gewesen – niemand spräche mehr darüber. Aber am Ende fehlten den Telekom Baskets vier Sekunden zum Titel. Das ist ein bisschen Schalke, ein bisschen Meister der Herzen. Es ist an der Zeit, 2009 abzuhaken. Da passt es doch gut, dass Bonn in den Playoffs mal wieder auf Oldenburg trifft.

Zehn Jahre nach dem dramatisch verlorenen fünften Finalspiel müssen die Rückspiegelgucker endlich einen Erfolg in der Vize-Meisterschaft sehen, nicht mehr weinende Strassers, Kolodziejskis und Bowlers.

Das war schlimm und es ist schlimm, weil manche immer noch zulassen, dass es so ist. Die Art und Weise dieser Niederlage vergiftet die Bonner Begeisterung bisweilen bis heute.

Selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn sich eine Mannschaft, die in der Lage ist, die Top-Teams zu schlagen, gegen die Kellerkinder blamiert. Da wird dann hochgerechnet, wo man stehen könnte, wenn alles ideal gelaufen wäre.

Der Baskets-Fan kennt sich in seiner Sportart aus. Er ist kein Klatschpappen-Fan – und er liebt nicht bedingungslos. Manchmal hat er mit seiner Kritik recht. Oft ist er zu negativ. Gerade weil er Ahnung von Basketball hat, sollte ihm klar sein, dass die Baskets sportlich (mal wieder) besser abgeschnitten haben, als sie es in der Einstufung der Liga-Budgets tun. Denn da rangieren sie geschätzt kaum noch unter den ersten acht.

Dass langjährige Anhänger nach knapp verpasstem Titel endlich mal etwas gewinnen wollen und nicht einsehen mögen, dass Hauptsponsor Telekom nicht einfach entsprechend viel investiert, ist dem aktuellen Team gegenüber weder fair noch förderlich für den Erfolg.

„Wir sind halt keine Maschinen“, hat Martin Breunig gesagt, als er nach einer Erklärung für schwache Phasen suchte. TJ DiLeo gab zu, dass dem Team die Ansprache von Präsident Wiedlich und die positive Einordnung des Playoff-Einzugs wichtig war.

Unterstützung kommt an. Positiv sein. Zusammenrücken hilft. Meckern nicht. Auch nicht, wenn es ab und an berechtigt ist. Und es bringt den Baskets-Fan seinem Traum in Magenta kein Stück näher.