Zum SSF-Jubiläum ein Mammutprogramm

Einst als reiner Schwimmverein gegründet, feiert der Bonner Klub am Samstag 100-jähriges Bestehen - Von morgen an werden in Bonn bei den deutschen Mastersmeisterschaften 1 300 Aktive erwartet

Bonn. Die Schwimm- und Sportfreunde Bonn bereiten sich gleich in doppelter Hinsicht auf ein echtes Highlight vor. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens, das am kommendem Samstag ab 19 Uhr in der Pädagogischen Fakultät gefeiert wird, richtet der Klub von Freitag bis Sonntag die deutschen Meisterschaften der Masters in den Disziplinen Schwimmen, Synchronschwimmen und Kunstspringen aus.

Mehr als 1 300 Teilnehmer zwischen 20 und 97 Jahren erwarten die SSF, die 1905 als reiner Schwimmverein gegründet wurden und heute 15 Sportabteilungen beherbergen, zu dieser Großveranstaltung. Während bei den Schwimmern und Synchronschwimmern Aktive ab 20 Jahre in der Mastersklasse starten dürfen, ist die untere Grenze für die Kunstspringer 25 Jahre. Bei den Altersklassen, die in fünf Jahresabschnitten eingeteilt sind, gibt es nach oben keine Grenze.

So wird mit Hans Hahn (TSV Allendorf) ein 97-Jähriger über 100 Meter Rücken an den Start gehen. Älteste Teilnehmerin ist die 85-jährige Isolde Feiland von den SSF Bonn. Insgesamt werden die Gastgeber rund 50 Aktive zu den Schwimmwettkämpfen in das Becken des Römerbades schicken. Damit stellen die SSF, die in der Statistik der deutschen Meistertitel immer noch Deutschlands erfolgreichster Schwimmverein sind, die größte Mannschaft unter den 312 teilnehmenden Vereinen.

Doch auch qualitativ verspricht sich Masterswartin Margret Hanke einiges: "Wir hoffen, auch das erfolgreichste Team zu werden." Nach 145 Einzel- und 29 Staffelstarts der SSF-ler rechnet Hanke mit rund 40 Medaillen, "davon zehn bis 15 goldene". Zu den Titelaspiranten zählt beispielsweise Elke Schmitz, immerhin Masters-Vizeweltmeisterin über 50 Meter Brust, die zudem über 100 Meter Brust und in den Staffeln auf die Blöcke geht. Allein zwölf Aktive der SSF werden die Meisterschaften zudem nutzen, um sich auf die Masters-Europameisterschaften Mitte August in Stockholm vorzubereiten, die nächste WM findet im kommenden Jahr in Kalifornien statt.

Auch wenn die Wettkämpfe im Kunstspringen und Synchronschwimmen zahlenmäßig naturgemäß nicht so stark besetzt sind wie die der Schwimm-Konkurrenzen, dürfen sich die Besucher jedoch auf nicht minder spannende Duelle freuen. So zählen zu den knapp 140 Aktiven aus 26 Vereinen beim Kunstspringen zahlreiche ehemalige Europameister und mit Felix-Olaf Riemann ein WM- und Olympia-Teilnehmer.

Als ältester Springer wird sich Adolf Klöver, der immer noch vier Mal die Woche zwei Stunden trainiert, mit 80 Jahren auf das Ein- und Drei-Meter-Brett wagen. Sein weibliches Pendant ist die 76-jährige Erika Nestler von den SSF. Für die Organisation der Wettkämpfe haben sich die Bonner eine Leihgabe aus Köln besorgt. Bezirksspringwart Gregor Wicharz (Telekom Post Köln) hält im Rüngsdorfer Freibad die Fäden in der Hand.

Ähnlich sieht es auch bei den Synchronschwimmern aus. Hier setzen die SSF Bonn mit Helmut Radlanski auf die Erfahrung des ISV Bad Godesberg. Er betreut 72 Aktive aus 15 Vereinen in den Disziplinen Solo, Duett, Trio, Gruppe und Kombination. Dabei werden sich im Duett und in der Kombination die Männer des Frankfurter Volleyball-Vereins mit den ansonsten ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen messen.

Die Schwimmwettkämpfe im Bonner Römerbad beginnen an allen drei Veranstaltungstagen jeweils um 9 Uhr. Das Synchronschwimmen - ebenfalls im Römerbad - findet am Samstag und Sonntag ab 10 Uhr statt. Das Kunstspringen im Freibad Rüngsdorf startet am Freitag um 13.15 Uhr sowie am Samstag und Sonntag jeweils um 10.30 Uhr. Eingebettet in die deutschen Meisterschaften feiern die SSF Bonn am Samstag ab 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) in der Mensa der Pädagogischen Fakultät ihr 100-jähriges Bestehen.