Werbung im Sport

Von kuriosen und skandalösen Trikotsponsoren

Der Trick der Braunschweiger: Der Löwe als Vereinswappentier wurde kurzerhand gegen den werbeträchtigeren Hirsch als Jägermeisterlogo eingetauscht.

Der Trick der Braunschweiger: Der Löwe als Vereinswappentier wurde kurzerhand gegen den werbeträchtigeren Hirsch als Jägermeisterlogo eingetauscht.

03.03.2016 Bonn. Sponsorenwerbung auf Sportlertrikots gehört längst zum Sportlerbild dazu. Neben großen Energiekonzernen, Airlines und Kommunikationsanbietern tauchen aber immer wieder auch kuriose Werbepartner auf.

Die Anfänge der beweglichen Werbeflächen wurzelten nicht etwa in den Fußballnationen England, Deutschland oder den USA, sondern in Urugay. Der Fußballklub Peñarol Montevideo platzierte bereits in den 1950er Jahren Werbung auf den Jerseys seiner Spieler. Deutschland erreichte die Kommerzialiserung des Profifußballs erst 20 Jahre später.

Am 24. März 1973 liefen die Spieler von Eintracht Braunschweig Frankfurt mit dem Logo des Schnapsherstellers "Jägermeister" auf der Brust aufs Spielfeld und lösten einen mediale Kontroverse aus.

Um die Werbung auf dem Jersey überhaupt zu ermöglichen, wurde das frühere Wappentier der Eintrachter, ein Löwe, gegen einen Hirsch ausgetauscht. Als der DFB die versteckte Werbemasche erkannte, ließ er das neue Logo prompt verbieten. Schnell zogen auch andere Fußballklubs nach und nutzten die neugeschaffene Einnahmequelle.

Medien stellten sich anfangs gegen die Werbewelle

Ganz anders reagierten jedoch die Medien und stellten sich anfänglich gegen die neue Werbewelle. Die werbetragende Kleidung wurde einfach geschwärzt. Heute gehören die Firmenlogos zum gewohnten Bild der Spielberichterstattung.

Immer wieder kommt es dabei zu kuriosen, wenn nicht sogar skandalösen Werbedeals. Um ihren Lieblingsverein, Fortuna Düsseldorf, vor dem Ruin zu bewahren, sponsorte die Rockband "Die Toten Hosen" den finanziell angeschlagenen Viertligisten. Im Gegenzug prangte auf dem rot-weiß gestreiften Trikot das Totenkopfemblem der Musiker.

Für Empörung sorgte der FC Hombach, als Werbung für den Kondomfabrikanten "London Rubber Company" präsentierte. Umstritten bei den Fans war ebenfalls der Werbedeal von Werder Bremen mit dem Geflügelgroßmastbetrieb "Wiesenhof".

Aber nicht jeder Verein setzt auf zusätzliche Einnahmen durch die Platzierung von Firmenlogos oder Werbeslogans auf den Trikots. Der katalanische Klub FC Barcelona verzichtete lange auf jegliche Fremdwerbung. Lediglich die Kooperation mit Unicef zeigten die Spieler auf der Rückseite der Trikots. Seit ein paar Jahren ziert dennoch der Schriftzug von Qatar Foundation und Fly Emirates die blau-roten Barça-Trikots. (Sabrina Bauer)