Handball-Regionalliga

TV Rheinbach empfängt HSG Siebengebirge zum Derby

Obwohl angeschlagen, kann Rheinbach auf René Lönenbach (Mitte) nicht verzichten.

Obwohl angeschlagen, kann Rheinbach auf René Lönenbach (Mitte) nicht verzichten.

RHEIN-SIEG-KREIS. Ausgerechnet vor dem Derby gegen die HSG Siebengebirge gehen dem TV Rheinbach die Rückraumspieler aus. Für beide Teams geht es darum, sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.

Im Zeichen des Abstiegskampfes steht am neunten Spieltag der Handball-Regionalliga Nordrhein das Derby zwischen dem TV Rheinbach M 1883 und der HSG Siebengebirge (Samstag, 19 Uhr, Gymnasium Berliner Straße), denn die HSG als Tabellenvorletzter (4:12 Punkte) wie auch der RTV (5:11) auf Rang zwölf belegen derzeit Abstiegsplätze.

Für die Rheinbacher ist dies eine weder neue noch unerwartete Situation. Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt in der letzten Saison ist die Vermeidung des Abstiegs das erklärte Ziel. Nach drei Niederlagen in Folge stürzte der RTV auf einen Abstiegsplatz ab. Dagegen hatte die HSG mit 0:10 Punkten einen desaströsen Start, überraschte dann aber mit einem Heimsieg gegen den damaligen Primus TuSEM Essen II. Am letzten Spieltag gelang der HSG in wieder einmal kompletter Besetzung ein Heimsieg, während die Siebengebirgler bisher auswärts leer ausgingen.

Große Personalprobleme

In der letzten Saison gewann die HSG beide Spiele gegen Rheinbach. Allerdings ist die aktuelle Mannschaft nicht mit der damaligen zu vergleichen. Neben Trainer Sebastian Hoffmann, der aus privaten Gründen aufhörte, erklärten Willi Meiling, Nils Grunwald, Malte Mondry, Alex Telohe, Loic Beckers und Felix Heldmann ihren Rücktritt. Nach 0:10 Punkten beendeten Hoffmanns Nachfolger Helmut Menzel und die HSG im beiderseitigen Einvernehmen die Zusammenarbeit. Co-Trainer Tim Schlösser und Nils Grunwald bilden derzeit das verantwortliche Trainergespann. „Ich helfe gern bis Weihnachten aus. Vielleicht kommt sogar schneller ein neuer Trainer. Unser neuer Sportlicher Leiter Sebastian Hoffmann befindet sich in aussichtsreichen Gesprächen mit zwei Kandidaten“, hält Grunwald eine Neubesetzung des Cheftrainerpostens noch im November für möglich.

Aber auch beim RTV häufen sich mittlerweile die Personalprobleme. So fallen derzeit drei Rückraumspieler aus; Florian Feindt kam wegen einer Schulterverletzung noch gar nicht zum Einsatz. Ebenfalls wegen einer Schulterblessur fällt Lukas Schwolow noch längerfristig aus. Im letzten Spiel erwischte es nun auch noch Christian Dobbelstein. RTV-Trainer Karsten Bohmann-Hesse stehen nur noch drei gelernte Rückraumspieler zur Verfügung, sodass noch mehr Verantwortung auf dem angeschlagenen René Lönenbach lastet, der als bester Torschütze mit 68 Treffern die Torjägerliste der Liga vor dem Siebengebirgler Bjarne Steinhaus (50 Tore) anführt.

Kämpferisches Duell deutet sich an

In den Trainingseinheiten unter der Woche stand beim RTV vor allen Dingen die Aufarbeitung der desaströsen Einstellung der Mannschaft bei der Niederlage in Königshof im Mittelpunkt. „Die Spieler müssen sich selbst hinterfragen und am Samstag ein anderes Gesicht zeigen. Sie müssen Vollgas geben. Da die Ausgangslage mit derjenigen der Siebengebirgler fast identisch ist, wird am Samstag entscheidend sein, wer den Sieg mehr will. Wir müssen der HSG nicht nur spielerisch, sondern vor allem auch kämpferisch Paroli bieten“, fordert Bohmann-Hesse.

Aber auch die HSG hat personelle Probleme. So wird wohl mit Edgar Schulz der Denker und Lenker sowie zweitbeste Torschütze aus beruflichen Gründen fehlen. Außerdem sind Anto Marcinkovic und Fabian Zächerl sowie Torwart Hendrik Schultze nicht dabei. Sein Vertreter Moritz Wiese, der auch ein Spielrecht für den A-Jugend-Bundesligisten Bayer Dormagen hat, ist zeitgleich für Dormagen im Einsatz. „Wir kennen die Stärken der Rheinbacher, die kompakte Abwehr sowie den derzeit überragenden René Lönenbach, den wir in den Griff bekommen müssen. Wir werden versuchen, aus einer kompakten Abwehr Tempo zu machen. Wir sehen uns nicht als Außenseiter, sondern werden mutig auf Sieg spielen“, gibt sich Grunwald optimistisch.