Handball-Regionalliga Nordrhein

TV Rheinbach bezwingt die HC Wölfe Nordrhein

Bonn. In einer vorgezogenen Begegnung vom 14. Spieltag der Regionalliga Nordrhein besiegten die Handballer des TV Rheinbach M 1883 vor gut 250 Zuschauern den HC Wölfe Nordrhein dank einer starken letzten Viertelstunde mit 28:23 (12:15).

Damit sprangen die Rheinbacher vom achten auf den fünften Tabellenplatz. Da der bisherige Tabellenzweite SG Langenfeld im ebenfalls vorgezogenen Spitzenspiel die SG Ratingen mit 31:28 besiegte, verdrängten die Langenfelder die TSV Bonn rrh. von der Tabellenspitze und sind mit einem Punkt Vorsprung neuer Tabellenführer vor der TSV.

Die Rheinbacher Fans wurden von ihrer Mannschaft an diesem Abend gleich durch mehrere Wellentäler emotionaler Tiefen und Höhen geschickt. Nach einer ziemlich faden ersten Halbzeit und einer dann von Beginn zunehmend Fahrt aufnehmenden zweiten Hälfte folgte ein furioses 15-minütiges Finale, das die Zuschauer am Schluss zu Standing Ovations animierte.

Beide Mannschaften begannen recht verhalten und versuchten ein sicheres Passspiel zu Lasten von Tempo aufzuziehen. Dabei präsentierte sich die sonst zuverlässige Abwehr des RTV viel zu passiv. Der RTV offenbarte Lücken im zuletzt stabilen Mittelblock, ließ jegliche Aggressivität im Zweikampf vermissen und bekam die HC-Rückraumspieler Sven Leroy Woyt und Julian Kamp lange Zeit nicht in den Griff. Da auch beide Torleute kaum einen Ball zu fassen bekamen, legten die Gäste bis zum 8:7 (16.) immer ein Tor vor.

Da es beim RTV aber im Angriff ganz gut lief, blieb der RTV vor allen Dingen dank des treffsicheren Florian Feindt in Schlagdistanz und hätte sogar höher als 12:11 (25.) führen müssen. Besonders die Außenspieler scheiterten bei einem halben Dutzend bester Chancen am starken HC-Torwart Sebastian Brysch. Als der RTV drauf und dran war, das Spiel in den Griff zu bekommen, folgte wie schon zuletzt in Aldekerk ein pausenübergreifender achtminütiger Blackout. Die Gäste erzielten über 15:13 zur Pause sechs Treffer in Folge zur 17:12-Führung (33.). Mit zwei Dreierpacks zum 15:17 (36.) und zum 18:18-Ausgleich (39.) schien der RTV wieder ins Spiel zu finden. Doch prompt folgte der nächste Rückschlag in Form einer vierminütigen Tiefschlafphase, in der die Wölfe mit vier Toren in Folge zum 22:18 (44.) konterten.

In der folgenden Auszeit stellte RTV-Trainer Dietmar Schwolow die Abwehr erfolgreich auf ein offensives 4:2-System um. Nun nahmen die Rheinbacher die Zweikämpfe an, packten aggressiv zu und der bis dahin mehr als glücklose Torwart Niklas Funke vernagelte seinen Kasten, er blieb 13 Minuten ohne Gegentor. Der Angriff spielte sich in einen wahren Rausch und machte aus dem 18:22-Rückstand in einem sensationellen 9:0-Lauf eine 27:22-Führung (58.). Dabei erzielte der überragende René Lönenbach das schönste Tor des Tages, als er ein weites Zuspiel zum Gegenstoß in der Luft über dem Torraum annahm und den Ball mit einem Heber über den ihm entgegenstürzenden Torwart versenkte. Ein Gegenstoß-Kempa-Heber-Tor – spektakulärer geht nicht. Die Halle tobte und feierte einen 45 Minuten lang kaum für möglich gehaltenen 28:23-Heimsieg.

TV Rheinbach M 1883: Funke, Thürnau (beide Tor), Breuer (2), Oliver Dasburg (2), Dobbelstein, Feindt (6), Hammann (3), Lönenbach (10/2), Reyer, Martin Schwarz (1), Timm Schwolow (4).