Reifen an Reifen bis zur letzten Runde

So lief das 24-Stunden-Qualifikatonsrennen auf dem Nürburgring

Schrägfahrt im Karussell: Der siegreiche Black-Falcon-Mercedes führt das Feld vor einem Porsche an.

Schrägfahrt im Karussell: Der siegreiche Black-Falcon-Mercedes führt das Feld vor einem Porsche an.

NÜRBURGRING. Der Black-Falcon-Mercedes gewinnt die Qualifikation zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nach einem packenden Duell mit dem Rowe-BMW. Ein Anruf bringt dem Troisdorfer Fabian Schiller einen Startplatz ein.

Spannung pur bis zur letzten Runde beim 24-Stunden-Qualifikatonsrennen auf dem Nürburgring. Am Ende siegten Yelmer Buurmann, Thomas Jäger und Jan Seyffarth auf einem Black-Falcon-Mercedes. Mit einem Rückstand von gut zwei Sekunden belegten Nicky Catsburg und Martin Tomczyk auf einem Rowe-BMW den zweiten Rang. Den letzten Podestplatz sicherten sich Edorardo Mortara, Christian Hohenadel, Dominik Baumann und Daniel Juncadella auf einem HTP-Mercedes.

Lange Zeit schien alles auf einen Sieg des WRT-Audi des amtierenden DTM-Champions René Rast und des Niederländers Robin Frijns hinauszulaufen. Frijns hatte sich am Sonntagmorgen im Zeitfahren bei abtrocknender Strecke die Pole Position gesichert. Im Rennen konnte sich der Audi gut 80 Minuten an der Spitze behaupten. Dann erwischte Mercedes-Pilot Thomas Jäger bei Überrundungen auf der Grand-Prix-Strecke die bessere Linie und ging in Führung. „Das Auto geht sehr, sehr gut“, versprühte der ehemalige DTM-Pilot schon während des Rennens Optimismus.

In der Folge sollte die Führung aufgrund unterschiedlicher Boxenstrategien häufiger wechseln. Neben diversen BMW führte zwischenzeitlich auch der Glickenhaus. Der spektakuläre Sportwagen war bei seinem Saisonstart beim zweiten VLN-Lauf eine Woche zuvor noch eher verhalten unterwegs gewesen. Weniger gut lief es bei den Porsche-Mannschaften. Das Manthey-Team sah am Rennsonntag zwar sehr gut aus und fuhr lange Zeit in der Spitzengruppe. Die schnellste Rundenzeit des gelb-grünen Porsche war auch drei Zehntelsekunden flotter als die schnellste der späteren Sieger. Bei einem Boxenstopp soll „Grello“ jedoch einen anderen Teilnehmer behindert haben, so dass das Team eine 35-Sekunden-Zeitstrafe bekam.

Der Falken-Porsche schied durch einen Reifenschaden aus, ein Frikadelli-Porsche kollidierte beim Überrunden mit einem Nachzügler. Am Ende lief es auf ein Duell des Black-Falcon-Mercedes und des Rowe-BMW hinaus. Rowe-Pilot Nicky Catsburg kam mit frischen Reifen sechs Sekunden hinter seinem führenden Mercedes-Kollegen Yelmer Buurmann auf die Strecke und fuhr die Lücke schnell zu. Vorbei kam er aber nicht mehr.

Glück hatte Fabian Schiller. Der Troisdorfer hatte sich in letzter Minute eine Mitfahrt in einem Walkenhorst-BMW gesichert, einem Fahrzeug, das auch beim 24-Stunden-Rennen in vier Wochen zu den Sieganwärtern zählt. „Ich habe am Donnerstag gesehen, dass nur drei Fahrer genannt waren und habe einfach angerufen. Wir haben uns dann schnell geeinigt“, verriet ein grinsender Fabian Schiller nach dem Rennen. Der Troisdorfer hatte sich kurzfristig sowohl für das Qualifikationsrennen als auch für das eigentliche 24-Stunden-Rennen das begehrte Cockpit gesichert. Hier wechselt er sich unter anderem mit dem DTM-Piloten Augusto Farfus ab.

Die Generalprobe verlief allerdings ohne greifbares Ergebnis, weil Teamkollege Markus Pattala das Auto in der Schlussphase nach einem Unfall abstellen musste. Am Telefon muss Schiller aber sehr überzeugend sein. Seinen Start im Getspeed-Porsche eine Woche zuvor hatte er genauso kurzfristig und unbürokratisch organisiert.