Seit 20 Jahren dabei: Hammerwerferin Simone Mathes

Athletin von der LAZ Puma Troisdorf/Siegburg wurde fünf Mal deutsche Meisterin

Rhein-Sieg-Kreis. Hammerwerfen zählt zu den kompliziertesten Disziplinen der Leichtathletik. Die Vier-Kilo-Kugel, die an einem 1,195 Meter langen Stahlseil befestigt ist, muss man aus einem Ring von nur 2,14 Meter Durchmesser werfen. Nach zwei bis drei Anschwüngen sind vier Drehübungen um die eigene Achse nötig, ehe der Hammer aus dem Käfig schnellt.

Das erfordert Kraft, hohe Koordination und Gleichgewichtsvermögen. Seit nunmehr 20 Jahren frönt Simone Mathes (LAZ Puma Troisdorf/Siegburg) diesem Sport, davon fast anderthalb Jahrzehnte in der deutschen Spitzenklasse.

Die inzwischen 34-Jährige erzielte auf nationalem Niveau mit Rang sechs bei der diesjährigen DM in Ulm (61,49) die beste Platzierung einer Frauenathletin im Kreis Bonn/Rhein-Sieg. Noch im Vorjahr überraschte sie selbst Insider als DM-Dritte in Nürnberg (63,85).

Als Elfjährige warf sie beim heimischen Verein Stadtsteinach zunächst den Diskus und wurde 1989 deutsche B-Jugendmeisterin (43,84). Auf Dauer war sie mit ihren 1,71 Metern Körpergröße zu klein für diese Disziplin und wechselte zum Hammerwurf. Mit 20 Jahren meldete sie sich mit 67,14 m in der Spitzenklasse und wurde in den 90-er Jahren fünf Mal deutsche Meisterin.

Vor drei Jahren wechselte sie zu Bayer Leverkusen und damit zu Trainer Helge Zöllkau, zu dessen Schützlingen Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius zählte. Pech hatte die Zeitsoldatin bei der Vorbereitung auf Olympia 2004. Mit 67,97 m warf sie, wieder im Dress ihres Heimatvereins unter Trainer Martin Ständner, zwar Olympia-Norm, blieb aber für Athen nur Ersatzkandidatin.

Der Grund: Betty Heidler, Andrea Bunjes (beide LG Frankfurt) und Susanne Keil (Bayer Leverkusen) waren besser. Nachdem sich die gebürtige Fränkin 2006 in Leverkusen wohnlich eingerichtet hatte, suchte sie in der Nähe nach einem geeigneten Verein. Simone Mathes: "Ich fand Kontakt zu Thomas Eickmann. Die LAZ-Vereinsstruktur sagte mir zu."

Sie ist seit drei Jahren Berufssoldatin, als Hauptfeldwebel in der Personalabteilung der Bundeswehr in Köln-Longerich tätig und kann Beruf und Sport miteinander vereinbaren. Zwischenzeitlich war sie bereits mehrfach für Militär-Weltspiele nominiert. Im Winter wird sieben Mal pro Woche trainiert, im Sommer sechs Mal, vor allem Kraft, Technik und Schnelligkeit.

Die trainingsfleißige Athletin: "Für Hobbys bleibt da keine Zeit." Auf Doping angesprochen, schüttelt sie energisch den Kopf: "Schon vor 17 Jahren musste ich meinem Vater versprechen, niemals Dopingmittel einzunehmen. Für mich wäre das Betrug am Sport. Für andere könnte ich allerdings nicht die Hand ins Feuer legen. Konsequentes Training und eiweißreiche Kost sind für mich Garanten für den Erfolg."

Wenn im kommenden Jahr Mitte Juli in Braunschweig die deutschen Titelkämpfe anstehen, macht sich die Älteste der Hammerwurf-Garde keine Illusionen. "Die in der DLV-Bestenliste vorn platzierten Betty Heidler, Kathrin Klaas und Andrea Bunjes können alle über 70 Meter werfen.

Sollte ich wieder Rang sechs erreichen, wäre ich schon zufrieden." Inzwischen betreut sie beim Nachbarverein Troisdorfer LG die 22-jährige DM-Achte Daniela Manz - mit Erfolg. Sie wächst zu einer beständigen 60-m-Werferin heran.

Nach rund 20 Jahren Leistungssport bleibt die Athletin mit natio- nalem Gütesiegel optimistisch. Mathes: "Mir machen die Wettkämpfe noch immer Spaß, so lange der Körper gesund bleibt." Von daher hofft sie auch im nächsten Jahr auf einen Treppchenplatz. Das wäre der "Hammer".