Bonn-Triathlon

Oliver Strankmann schafft die Titelverteidigung

BONN. Der Lokalmatador Oliver Strankmann hat den 22. Bonn-Triathlon gewonnen. Auch bei den Frauen hat es eine Titelverteidigung gegeben: Beate Görtz vom ASV Köln erreichte als erste das Ziel.

Es war ein Moment, den keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird: Als Lokalmatador Oliver Strankmann (SSF BONN) am Sonntag nach 2:53:12 Stunden unter dem Jubel tausender Zuschauer als Erster im Teilnehmerfeld der 1487 gemeldeten Triathleten die Ziellinie vor der Kennedybrücke überquerte, war ihm die "Mission Titelverteidigung" beim 22. Bonn-Triathlon geglückt.

Somit konnte "Ölli" seinen Status als Bonns Ausdauer-Spezialist auf höchst eindrucksvolle Art und Weise untermauern.

Auch bei den Frauen gab es eine Titelverteidigung. Nach 3,6 km Schwimmen, 61 km Radfahren hoch und runter durch das Siebengebirge und 15 km Laufen am Beueler Rheinufer war Beate Görtz (ASV Köln), wie bereits im Vorjahr, die beste Frau. Ihre starke Zeit von 3:14:46 Stunden konnten auch Debbie Verstraeten (Trille, 3:19:20) aus Belgien und Verena Walter (Iserlohner Tri Team, 3:21:32) nicht toppen.

Die Lokalmatadorin und Stadtmeisterin 2011, Isa Roth, musste aufgrund eines hartnäckigen Infekts absagen. Der diesjährige Stadtmeistertitel ging an Katrin Mannweiler (SSF Bonn), die 3:22:56 Stunden benötigte. "Heute musste ich viel leiden", gab Mannweiler erschöpft, jedoch sichtlich glücklich zu. Den Staffelwettbewerb entschied die Mannschaft "Go for Gold" (2:57:14) um Timo Trippe, Clemens Hesse und Moritz Kümmeler für sich.

Im Mittelpunkt stand jedoch ohne Frage Strankmanns Versuch, seinen Titel gegen knapp 1000 männliche Einzelstarter zu verteidigen. Der 26-jährige BWL-Student aus Bad Godesberg musste für sein großes Ziel in Anbetracht der starken Konkurrenz an seine äußersten Grenzen gehen.

Insbesondere der Routinier Faris Al-Sultan (Abu Dhabi Triathlon Team), Gewinner des Ironmans Hawaii 2005, und der Düsseldorfer Niclas Bock (Team Erdinger) machten Strankmann beim 22. Bonn Triathlon, erneut ausgerichtet vom PSV Bonn, von Beginn an das Leben schwer.

Nach einer kurzen Verzögerung ging es um 9:48 Uhr los. Von den zwei Autoschnellfähren auf Höhe der Rohmühle in Oberkassel stürzten sich die Athleten etappenweise wie die Lemminge ins Wasser. Vor der beeindruckenden Kulisse des Siebengebirges kämpften sie sich dann flussabwärts. Aufgrund des hohen Wasserpegels war die Strömung des Rheins mit rund 8 km/h nicht zu unterschätzen. Vor allem der Ausstieg musste also perfekt kalkuliert werden. Und so ließ das Drama nicht lange auf sich warten.

Strankmann konnte sich nach einem guten Start schnell absetzen und einen wichtigen Vorsprung auf den großen Konkurrenten Al-Sultan herausschwimmen. Doch kurz vor der Ausstiegsrampe verschwamm sich der Bonner, indem er das Rheinufer zu früh anpeilte. Dies nutzte Al-Sultan mit all seiner Erfahrung gnadenlos aus. Er ließ sich so lange wie möglich von der starken Strömung in der Rheinmitte tragen, um letztendlich praktisch zeitgleich mit Strankmann aus dem Wasser zu steigen.

Doch der Bonner zeigte sich unbeeindruckt. Noch in der Wechselzone unterhalb der Kennedybrücke holte er sich die verlorene Führung zurück und schwang sich vor Al-Sultan als Erster auf das Fahrrad. Dank einer Tagesbestleistung gab er die Führung nicht mehr her. "Ich habe immer wieder versucht, ihn bei Hügeln zu attackieren. Ich kann aber nicht mehr so hart anfahren", musste Al-Sultan eingestehen.

Nach gut zwei Stunden und mit einem Vorsprung von über einer Minute hieß es für Strankmann dann: Ab in die Laufschuhe. Nun würde sich zeigen, ob er sein Energielevel richtig eingeschätzt hatte. "Bei der letzten Laufrunde war der Speicher leer", gab Strankmann zwar zu, doch mit dem Ziel vor Augen schaffte er es, seine Kontrahenten auf Distanz halten.

Mit fast eineinhalb Minuten Vorsprung auf Al-Sultan, der den Bonn-Triathlon mit einer Gesamtzeit von 2:54:35 Stunden absolvierte, schaffte es "Ölli" schließlich als Erster über die Ziellinie. Niclas Bock konnte sich mit einer Zeit von 2:56:28 Stunden über den dritten Rang freuen.

"Er hat verdient gewonnen", musste Al-Sultan angesichts der starken Leistung des Lokalmatadors zugeben. Dieser war sich der Größe seiner Aufgabe von Anfang an bewusst: "Ich wusste, dass es eng werden wird. Aber ich dachte mir: Heimvorteil, die Strecke kenn ich, also ab durch die Mitte." Von einem möglichen Titel-Hattrick wollte er jedoch nichts wissen. "Ich werde das jetzt heute erst mal genießen," strahlte der Sieger.

Der Erfolg der Veranstaltung wurde von einem enthusiastischen Publikum abgerundet. Bei perfektem Triathlon-Wetter legten sich die Zuschauer für ihre Freunde und Verwandten ins Zeug, die sichtlich angetan waren. So auch Beate Görtz: "Da ich einen Vorsprung hatte, konnte ich die super Atmosphäre am Ende richtig genießen", freute sich die Siegerin.

Auch auf organisatorischer Ebene lief alles einwandfrei. Cheforganisator Joachim Sommershof wusste, wem dies zu verdanken war: "Ein ganz großer Dank geht an alle, die uns unterstützt haben", womit er nicht zuletzt die mehr als 300 freiwilligen Helfer meinte, ohne die die Organisation schlicht unmöglich gewesen wäre.