GA macht Leser fit

Noch haben sie gut lachen

Noch haben sie gut lachen: Maurice Mülder nimmt ein Selfie fürs Erinnerungsalbum der Aktionsteilnehmer auf. Zu sehen sind neben dem Trainer (von links) Norbert Plenker, Sabrina Bauer, Marie-Christine Kleiss, Maxine Oltmanns, dahinter Thomas Eickmann (halb verdeckt) und Oliver Schwesig sowie Tomke Ebert und Lukas Kapp.

Noch haben sie gut lachen: Maurice Mülder nimmt ein Selfie fürs Erinnerungsalbum der Aktionsteilnehmer auf. Zu sehen sind neben dem Trainer (von links) Norbert Plenker, Sabrina Bauer, Marie-Christine Kleiss, Maxine Oltmanns, dahinter Thomas Eickmann (halb verdeckt) und Oliver Schwesig sowie Tomke Ebert und Lukas Kapp.

BONN. Die ersten Schritte einer neunmonatigen Marathon-Vorbereitungszeit sind für die acht Teilnehmer getan. Jeder der ausgewählten Kandidaten erhielt Laufschuhe, Trainingsuhr und einen Trainingsplan.

Wer einen Marathon oder zumindest die halbe Distanz über etwas mehr als 21 Kilometer bewältigen will, braucht neben Trainingsfleiß und Zähigkeit vor allem eines: Gutes (Lauf)-Schuhwerk. Und da dieses natürlich auch für gesundes Training auf dem Weg zum großen Ziel von Bedeutung ist, trafen sich die Teilnehmer zum offiziellen Auftakt der GA-Aktion „Fit für Marathon“ im Bonner Laufladen. Dort erhielt jeder der von dieser Zeitung unter 200 Bewerbern ausgewählten Gewinner – vier Damen und vier Herren – nach fachkundiger Beratung ein neues Paar Sportschuhe.

Der erste Schritt in der Vorbereitung auf die Teilnahme am Halbmarathon in Bonn (2. April) und dem Marathon in Köln (1. Oktober) war damit getan. Der zweite folgte direkt danach am selben Ort: Die Ausstattung mit Trainingsuhren des finnischen Unternehmens Polar, eines Premiumherstellers von Trainingscomputern. „Wir sind dabei, weil es eine sensationelle Möglichkeit ist, mit Einsteigern und Fortgeschrittenen ein Ziel zu erreichen“, sagte Polar-Experte Marc Meurer. Die Uhren ermitteln neben Zeit, Distanz und Geschwindigkeit über einen Brustgurt auch die Herzfrequenz. Sie erlauben zudem den Datenaustausch mit den Trainern – Voraussetzung für eine vernünftige Trainingssteuerung. Und bilden die Grundlage für die Arbeit des General-Anzeigers, der vor allem über die sozialen Netzwerke (in erster Linie Facebook) in den kommenden neun Monaten ausführlich über die Fortschritte der Aktionsteilnehmer berichten will.

Wer als GA-Leser regelmäßig und besonders intensiv mitleiden möchte, kann dies stets aktuell online tun. Neben Video-Tagebüchern und Fotos der Teilnehmer garantieren dies auch die Beiträge von GA-Volontärin Sabrina Bauer: Die 26-Jährige will wie die Gewinner der Aktion am 1. Oktober vor dem Kölner Dom ihren ersten Marathon „finishen“ und hat sich deshalb der Trainingsgruppe angeschlossen.

Gleich zu Beginn des Treffens stellte Laufladen-Geschäftsführer Silvio Suderow klar: „Bei den Schuhen sind Funktionalität und richtige Passform am wichtigsten. Ganz am Ende kommt erst die Farbe.“ Zunächst liefen alle Teilnehmer über eine Druckmessplatte, mit der die Druckverteilung des Fußes beim Auftreten analysiert wurde. Nach der Anprobe eines Paars ging es dann aufs Laufband, wo mit Hilfe einer Kamera der Laufstil des jeweiligen Kandidaten analysiert wurde. Danach wurden die optimalen Schuhe ausgewählt.

Viele hundert Trainingskilometer warten in den kommenden Monaten auf die Teilnehmer der GA-Aktion, mehr als einmal werden sie ihren inneren Schweinehund überwinden müssen. Dass der eigene Körper dem Läufer das Leben schwer machen kann, wurde schon beim Auftakttreffen deutlich: Lukas Kapp berichtete über immer wiederkehrende Schmerzen im Knie, die ihn nach den zehn Kilometern beim Bonner Silvesterlauf zu einer Trainingspause zwangen.

Sollten die Probleme zunehmen, kann sich der 24 Jahre alte VWL-Student beim Bonner Zentrum für Ambulante Rehabilitation (BZfAR) von Andreas Stommel melden, das alle Teilnehmer wie schon bei der Premiere der Aktion im letzten Jahr physiotherapeutisch betreut.

„Wir hoffen selbstverständlich, dass wir relativ wenige Aufgaben bekommen, aber bei so einem langen Zeitraum kann es immer mal zu Überlastungsreaktionen kommen“, sagte BZfAR-Mitarbeiter Simon Flümann: „Dann greifen wir ein und versuchen, in der Therapie Abhilfe zu schaffen.“Nicht ganz reibungslos läuft es auch für Norbert Plenker an, mit 65 Jahren der erfahrenste Kandidat. „Die Knie machen immer mal wieder Probleme“, sagte Plenker. Als einziger Teilnehmer bringt er Marathonerfahrung mit. Die liegt aber bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück. Deshalb meint er: „Alleine würde ich mir eine solche Vorbereitung nicht mehr zutrauen.“

Die erfahrenen Trainer Thomas Eickmann und Maurice Mülder sind optimistisch, alle acht Sportler so vorzubereiten, dass sie nach der halben Distanz beim Deutsche Post Marathon in Bonn auch die volle 42,195-Kilometer-Strecke beim RheinEnergie Marathon in Köln – entsprechend ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit – erfolgreich beenden. „Ich hoffe, dass alle Kandidaten viel Spaß haben und am Ende sagen, dass es eine tolle Aktion war“, sagte Eickmann, der als Aktiver (Bestzeit 2:13:46 Stunden) zur deutschen Spitze zählte. Seine Motivation sieht der Trainer vom LAZ puma Rhein-Sieg darin, „jedem Athleten beim Erreichen des für ihn Bestmöglichen zu helfen.“ Eickmann wird mit einem Teil der Gruppe regelmäßig im Siegburger Walter-Mundorf-Stadion trainieren, Mülder mit dem anderen Teil im Bonner Sportpark Nord. Dort, wo er auch das Triathlon-Training bei den SSF Bonn leitet.

Um für jeden Teilnehmer einen maßgeschneiderten Trainingsplan erstellen zu können, steht als nächstes ein Laktat-Leistungstest an. Dabei wird die Übersäuerung der Muskulatur bei unterschiedlichen Laufgeschwindigkeiten gemessen. Mit diesen Werten können Eickmann und Mülder die Trainingsbelastung individuell so steuern, dass ihre Schützlinge weder unter- noch überfordert werden. Bis zu diesem Termin werden die GA-Kandidaten aber ohne Zweifel schon einige Kilometer in ihren neuen Schuhen gelaufen sein – der Weg ist schließlich das Ziel.