GA macht Leser fit für den Marathon

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

Das Lächeln soll ihnen nicht vergehen: Das GA-Läuferteam vor dem Halbmarathon in Bonn – links Trainer Thomas Eickmann, daneben in der vorderen Reihe von links Norbert Plenker, Maxine Oltmans, Marie-Christine Kleiss, Bashir Mohamadi und Tomke Ebert. In der hinteren Reihe von links: Sabrina Bauer, Oliver Schwesig, Lukas Kapp, Physiotherapeut Andreas Stommel und Trainer Maurice Mülder.

Das Lächeln soll ihnen nicht vergehen: Das GA-Läuferteam vor dem Halbmarathon in Bonn – links Trainer Thomas Eickmann, daneben in der vorderen Reihe von links Norbert Plenker, Maxine Oltmans, Marie-Christine Kleiss, Bashir Mohamadi und Tomke Ebert. In der hinteren Reihe von links: Sabrina Bauer, Oliver Schwesig, Lukas Kapp, Physiotherapeut Andreas Stommel und Trainer Maurice Mülder.

Bonn. Sieben Teilnehmer der GA-Aktion "Fit für den Marathon" haben mit dem Halbmarathon in Bonn das erste Etappenziel der Vorbereitung gemeistert. Aber das Training geht weiter und wird härter - schließlich wartet der Marathon in Köln auf die Läufer.

Der Muskelkater und die schweren Beine sind mittlerweile verflogen. Dafür erinnern eine Medaille mit blauem Band und die Startnummer an den 2. April. Alle sieben Starter der GA-Aktion „Fit für den Marathon“ hatten bei besten Wettkampfbedingungen die Ziellinie auf dem Bonner Marktplatz erreicht und damit die Halbmarathondistanz gemeistert. Für die meisten zeigte die Uhr eine neue Bestzeit an, nur ein Läufer hatte verletzungsbedingt auf die Teilnahme verzichten müssen.

Damit ist das erste Etappenziel der Aktion erreicht – aber der Weg geht weiter. Am 1. Oktober wollen alle acht Teilnehmer in Köln an den Start gehen – über die doppelte Distanz, also die klassischen 42,195 Kilometer – und am Dom ins Ziel einlaufen. Dafür müssen sie noch härter trainieren als bisher. Bis dato standen drei bis vier Laufeinheiten pro Woche auf dem Trainingsplan. „Für Köln werden sich Umfänge und Länge der Läufe deutlich steigern“, sagt Trainer Thomas Eickmann. In der Endphasen erwarten die Teilnehmer fünf Einheiten pro Woche und Strecken von bis zu 35 Kilometern.

Die Marathondistanz soll erst am Wettkampftag bewältigt werden. „Der Körper muss sich nicht an die Distanz gewöhnen, sondern an die Belastungsdauer“, erklärt Trainer Maurice Mülder. Das gelingt nur mit langen Läufen in ruhigem Tempo. Zu den Intervalleinheiten und Dehnübungen kommen vermehrt Kräftigungsübungen hinzu. „Damit sich möglichst keiner verletzt“, erklärt Mülder. Gesundheit und Freude am Laufen stehen im Vordergrund. Eickmanns Motivationsformel: „Ihr sollt mit einem Lächeln an den Start gehen und auch mit einem Lächeln ans Ziel kommen.“

Bei langen Läufen wollen die Trainer ihre Sportler auf dem Fahrrad begleiten und Trinkflaschen reichen. Für die nächsten Monate haben Eickmann und Mülder zudem einige Wettkämpfe ausgesucht, um den Trainingserfolg zu testen. Unter anderem stehen der Bonner Nachtlauf, der Siegburger City-Lauf und ein Teamlauf beim Beuler 10er auf dem Plan.

Maxine Oltmans: Für die 48-Jährige war der Lauf über die Halbmarathon-Distanz Premiere. „Nie hätte ich gedacht, dass so viele Bonner am Straßenrand den Teilnehmern zurufen, zujubeln und Läufer so toll anfeuern“, sagt sie. Das gemeinsame Abendessen am Vorabend des Wettkampfes mit dem Team habe ihr die Nervosität genommen. Sie sagt: „Die Stimmung in unserer Laufgruppe finde ich super.“ Auch an den Osterfeiertagen hat sie das Training nicht ruhen lassen, „voller Elan und Vorfreude“ geht sie die Herausforderung Marathon an.

Oliver Schwesig: Der 47-Jährige ist mit seiner bisherigen Leistung „hochzufrieden“. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen schaffte er die Halbmarathondistanz in weniger als zwei Stunden – und lief in Bonn sogar persönliche Bestzeit. Gespannt ist er auf die kommenden Trainingseinheiten: „Thomas hat angekündigt, uns an unsere Grenzen bringen. Diese Herausforderung erzeugt in mir ein flaues Gefühl, weil ich nicht weiß, was da alles auf mich zukommt.“

Tomke Ebert: Eine Woche vor dem Halbmarathon musste die 35-Jährige wegen einer Erkältung mit dem Training aussetzen. Bis zum Starttag war sie fit, für eine Zielzeit von unter zwei Stunden reichten die Kräfte allerdings nicht ganz. „Ich war ein wenig enttäuscht“, sagt sie rückblickend. Auf den ersten zehn Kilometern der Strecke sei noch alles gut gelaufen, aber danach habe die Erkältung ihren Tribut gefordert. „Im Moment fällt es mir sehr schwer, mich aufzuraffen“, räumt Ebert Motivationsprobleme ein. Sie sagt: „Ich hoffe, dass ich das Tief bald überwinde und die Sommermonate bildlich im Laufschritt an uns vorbeifliegen.“

Bashir Mohamadi: Der 21-Jährige ist mit seinem Ergebnis beim Halbmarathon zufrieden – er kam nach weniger als anderthalb Stunden ins Ziel. „Die Pläne waren super“, sagt er. In der Vorbereitung auf dem Wettkampf hatte er kurzzeitig mit Schmerzen an den Schienbeinen zu kämpfen, am Wettkampftag lief er aber schmerzfrei.

Marie-Christine Kleiss: Als Ziel hatte sich die 24-Jährige eine Zeit von unter zwei Stunden gesetzt. Was sie schaffte, wenn auch nicht ohne Nachwehen. „Trotz einer Massage direkt nach dem Lauf habe ich die Tage danach bei jedem Schritt meine Beine gemerkt“, sagt Kleiss. Erst langsam begann sie wieder mit dem Training. Und meint jetzt mit Blick auf Köln: „Nach wie vor habe ich einen riesigen Respekt vor dem Marathon.“

Norbert Plenker: „Mit dem Halbmarathon bin ich zufrieden“, sagt der 65-Jährige. Allerdings hat er auch Lehren ziehen müssen. „Ich habe einen Infekt unterschätzt und ab Kilometer 16 wurde es mit meiner Atmung schwierig“, sagt er rückblickend. Sein Ziel, eine Zeit von unter zwei Stunden zu erreichen, hat er knapp verfehlt. Und sich fest vorgenommen, nie wieder mit einer Erkältung zu laufen. Seine Laufrunde beginnt er weiterhin morgens um 6 Uhr. „Mein Ziel für den Marathon in Köln ist es, unter vier Stunden zu bleiben“, sagt der Bonner.

Lukas Kapp: Der 25-Jährige nahm aufgrund einer länger andauernden Überlastungsreaktion an den Schienbeinen nicht am Halbmarathon teil. Trotzdem stand er am Vorabend des Wettkampfes und am Tag selber als Motivationshilfe zur Seite, feuerte die anderen Teilnehmer der GA-Aktion an und wartete im Zielbereich auf sie. Derzeit stehen für den Studenten weiterhin alternative Trainingsmethoden wie Aquajogging und physiotherapeutische Betreuung auf dem Vorbereitungsplan. „So schnell gebe ich nicht auf“, sagt er.