Sitzung des Sportausschusses

Mehr Geld für die Bonner Sportjugend

Der Aschenplatz in Endenich, oft eine Schlammwüste, soll ein Kunstrasen werden.

Der Aschenplatz in Endenich, oft eine Schlammwüste, soll ein Kunstrasen werden.

10.03.2016 Bonn. Gute Nachrichten für den Bonner Sport. Der Sportausschuss beschloss auf seiner jüngsten Sitzung höhere Zuschüsse für jugendliche Vereinsmitglieder und den Umbau des Aschenplatzes an der Josefshöhe zum Kunstrasen.

Mehr Zuschüsse für Jugendliche: Die Bonner Sportvereine sollen von der Stadt mehr Geld für ihre jugendlichen Mitglieder bekommen. Der Sportausschuss erhöhte den entsprechenden Zuschuss von zwölf auf 15 Euro pro Jahr, was bei einer Gesamtzahl von rund 28 000 Kindern und Jugendlichen eine Erhöhung des Fördervolumens von 85 000 Euro ausmacht. Dieser Antrag der Linken wurde zur allgemeinen Überraschung einstimmig angenommen. Schlechtes Gewissen, weil aus den Sportfördermitteln für 2015 rund 70 000 Euro zugunsten des Beethoven-Orchesters entnommen wurden?

Dass weitere 600 000 Euro von den Vereinen nicht abgerufen wurden, begründete die Stadt damit, dass die betroffenen Vereine erst im November die Daten wie Strom- und Betriebskosten für die Sportstätten erhielten. Der Stadtsportbund beklagt allerdings, dass die gelieferten Unterlagen immer noch unvollständig sind, so dass die Vereine nach wie vor nicht über die Übernahme ihrer Sportstätten entscheiden können. Von den nicht verausgabten 600 000 Euro werden 450 000 Euro in dieses Jahr übertragen, um die erweiterten Öffnungszeiten der Bonner Schwimmbäder umsetzen zu können.

Stadt gibt drei Sportflächen auf: Die Stadt Bonn gibt drei Sportflächen auf, nämlich den Fußballplatz auf der Höhe des Ennerts sowie Kleinspielfelder in Buschdorf (Schickgasse) und in Plittersdorf (Neckarstraße). Das beschloss der Sportausschuss mit großer Mehrheit gegen die Stimme des Bürger Bunds. Die Spielfeldfläche in Plittersdorf soll vermarktet und der Erlös auf Vorschlag der SPD für die Infrastruktur von Kunstrasenplätzen verwendet werden – also für neue Umkleiden, Duschen oder sonstige Räume. Das letzte Wort darüber hat allerdings der Stadtrat in seiner Sitzung am 3. Mai.

Prioritätenliste für Kunstrasenplätze: Von den 53 Sportplätzen auf Bonner Stadtgebiet sind 14 bereits zu Kunstrasenspielfeldern ausgebaut worden, 16 sind Naturrasenplätze, und von den übrigen 23 Tennenplätzen stehen jetzt elf zum Umbau an. Die Kosten betragen in der Regel 700 000 Euro, wenn keine Maßnahmen zur Abwasserableitung und zur Untergrundsicherung nötig sind. Pro Platz dauert das mindestens drei Monate.

Bereits für das Jahr 2015 vorgesehen war die Umwandlung der Aschenplätze in Endenich, im Sportpark Nord und an der IGS Beuel. Während für die ersten beiden die Planungen bereits vorliegen, wird im späten Frühjahr 2016 die Planung für die IGS Beuel angegangen. In Endenich und im Sportpark Nord wird parallel im Sommer begonnen, wenn die Fußballsaison beendet ist. In Endenich betragen die Kosten rund 1,4 Millionen Euro. Im Sportpark Nord rechnet die Verwaltung mit 1,5 Millionen Euro, außerdem wird dort ein Nachbarfeld für den Bogensport ausgebaut.

2016 und 2017 sollen jeweils vier Plätze Kunstrasen erhalten, dafür sind in den beiden Haushaltsjahren jeweils 2,8 Millionen Euro eingeplant. Die Planungen für den Sportplatz Graurheindorf, die Hardtberger Sportanlage am Wesselheideweg, den Sportplatz Mehlem und den Platz in Röttgen werden noch 2016 aufgenommen und 2017 realisiert. Für die Andreas-Schönmüller-Anlage in Dransdorf, den Sportplatz auf dem Heiderhof, den Platz in Alt-Godesberg und den Sportplatz in Schwarz-Rheindorf starten die Planungen 2017, baulich umgesetzt werden sie voraussichtlich 2018. (Rolf Kleinfeld)