Bonn Marathon

Kosgei verfehlt den Rekord hauchdünn

Bonn. 13.000 Teilnehmer und schätzungsweise 200 000 Zuschauer machen den 17. Deutsche Post Marathon zu einem Festival des Sports. Die neun Jahre alte Streckenbestmarke wackelt heftig.

Ein Marathon-Tag wie aus dem Bilderbuch – außer für Oberbürgermeister Ashok Sridharan, dem der Arzt wegen Schulterbeschwerden dringend vom Start abgeraten hatte. Sridharan folgte schweren Herzens der Empfehlung. Das Bedauern war ihm deutlich anzumerken, als er den Siegern des 17. Deutsche Post Marathons im Alten Rathaus seinen Respekt zollte. „Bei deren Renntempo könnte ich nicht einmal 500 Meter mithalten“, merkte Bonns laufender OB an, nicht ohne für 2018 anzukündigen: Nächstes Mal will ich unbedingt wieder aktiv dabei sein.

Die Zeit des wie im Vorjahr siegreichen Kenianers Edwin Kosgei war das sportliche Glanzlicht der in erster Linie breitensportlich orientierten Veranstaltung. In 2:13:45 Stunden verpasste der Mann aus der Läufernation Nummer eins um gerade mal 41 Sekunden die Bestmarke seines Landsmannes Vincent Kipchirchir, die bereits seit 2008 als Streckenrekord Bestand hat. Diese 41 Sekunden entsprechen auf der klassischen 42,195-Kilometer-Distanz einer Winzigkeit. Im Grunde ärgerlich, doch Kosgei wirkte nach dem Zieleinlauf gelöst. „Ich bin glücklich über meinen zweiten Sieg in Folge in Bonn“, meinte der Kenianer und versicherte: „Nächstes Jahr möchte ich wiederkommen.“ Sein Ziel: Der Hattrick, möglichst mit Streckenrekord.

 

Schon diesmal hätte sich der Bonner Marathon womöglich mit einer neuen Bestmarke schmücken können, wäre das Thermometer in der Innenstadt nicht zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich über die 20-Grad-Marke geklettert. Kosgei hätte sich dann über eine kleine Zusatzzahlung freuen dürfen – so blieb es bei 2200 Euro Prämie für den Sieger. Sie ergaben sich aus 500 Euro für Platz eins plus 1700 Euro Zeitbonus (100 Euro für jede Minute unter 2:30 Stunden).

Das perfekte Frühlingswetter hatte die Nachmelder beflügelt – letztlich wurde mit 13 130 Nennungen der Rekord aus dem Vorjahr (13 560) nur knapp verfehlt. Ebenfalls beflügelt reagierte Prisca Kiprono. Die Läuferin aus Kenia wiederholte wie Kosgei ihren Vorjahressieg und freute sich vor allem über die Kusshände ihrer Landsleute. Mit der Zeit von 2:49:42 Stunden war sie nur bedingt zufrieden. „Ich bekam Magenprobleme und musste Tempo rausnehmen“, sagte Kiprono.

Für ein Lächeln reichte es trotzdem, wie vor allem bei den meisten der 7000 Sportler, die über die „Genussstrecke“ Halbmarathon das Ziel vor der prächtigen Kulisse des Alten Rathauses erreichten.