Kleibrink meldet sich beim OFC Bonn ab

Fecht-Olympiasieger kündigt per Anwalt - Neuer Verein FC Tauberbischofsheim bietet mehr Geld und Medizin-Studienplatz

Bonn. (nik) Die Reaktion von Fecht-Olympiasieger Benjamin Kleibrink auf das Eingeständnis des OFC Bonn, mit dem finanziellen Angebot des FC Tauberbischofsheim nicht mithalten zu können, kam prompt.

"Benjamin Kleibrink hat mir durch einen Anwalt heute mitteilen lassen, dass er sich vom OFC Bonn abmelden werde", bestätigte Mittwochabend Dirk Müller, Präsident des Olympischen Fecht-Clubs Bonn.

Der FC Tauberbischofsheim, der wegen ausbleibender Erfolge seit längerem ein neues Aushängeschild sucht, soll dem 23-Jährigen neben einer mittleren fünfstelligen Summe eine monatliche Unterstützung von 1 500 Euro und einen Medizin-Studienplatz in Aussicht gestellt haben (der GA berichtete).

Die Olympiasieg-Prämie der Bonner in Höhe von rund 15 000 Euro für Kleibrinks Goldmedaille von Peking, die natürlich mit der Zusage verbunden war, dass der Florettspezialist weiterhin für den OFC startet, war offenbar zu niedrig. Für Kleibrink selbst wird sich durch den Vereinswechsel nichts ändern.

Er wird national drei Monate für Einzelwettbewerbe gesperrt, auf Weltcupturnieren darf er ohne Einschränkung starten. Trainieren wird er weiterhin im Bonner Stützpunkt bei seinem Heimtrainer Uli Schreck, der gleichzeitig Bundestrainer ist. Schließlich ist in Bonn die gesamte Florett-Nationalmannschaft konzentriert, auch der neue Junioren-Nationaltrainer Artur Wojtyczka arbeitet hier im Leistungsstützpunkt.

In Tauberbischofsheim wird sich Kleibrink lediglich zu einigen PR-Terminen aufhalten müssen; wie sich der Leistungssport und das Training in Bonn mit einem möglichen Medizinstudium in Würzburg verträgt, wird sich zeigen müssen.